Gesundheit: Gesundheitsminister Lauterbach warnt vor Omikron-Welle: »In sehr, sehr in Sorge um die Ungeimpften«

Impfschutz vor Omikron: Angezählt, aber längst nicht k. o.

  Impfschutz vor Omikron: Angezählt, aber längst nicht k. o. Erste Labordaten bestätigen, was viele befürchteten: Die neue Corona-Variante Omikron kann schützenden Antikörpern ausweichen. Doch es hätte noch schlimmer kommen können. © Henrik Sorensen/​Getty Images Omikron könnte dem Impfschutz durch Antikörper einen ziemlichen Schlag versetzen. Doch das heißt nicht, dass wir der Variante hilflos ausgeliefert sind.

Omikron verbreitet sich rasend schnell – aber der Zug für Ungeimpfte sei nicht abgefahren, sagt Gesundheitsminister Lauterbach. Schon eine erste Impfung senke die Risiken einer Infektion deutlich.

  Gesundheitsminister Lauterbach warnt vor Omikron-Welle: »In sehr, sehr in Sorge um die Ungeimpften« © Kay Nietfeld / dpa

Das RKI meldet derzeit wieder einen langsamen Anstieg der Neuinfektionen, aber die Experten sind sich weitgehend einig, dass sich das Infektionsgeschehen dramatisch verändern kann, wenn sich die ansteckendere Omikron-Variante des Coronavirus durchsetzt. Derzeit verdoppelt sich Zahl der Infektionen mit der Mutante etwa alle vier Tage.

Für Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gibt es ein wirksames Gegenmittel: Er sieht auch bei Corona-Erstimpfungen schon eine große Schutzwirkung gegen Omikron. »Die erste Impfung senkt bereits nach 14 Tagen das Sterberisiko drastisch«, sagte er der »Bild am Sonntag«. Mit einer Steigerung der Erstimpfungen könnte auch in der »Omikron-Welle« die Zahl der Corona-Toten wirksam gesenkt werden.

Impfstoff gegen Omikron: Die vierte Impfung

  Impfstoff gegen Omikron: Die vierte Impfung Längst arbeiten Impfstoffhersteller an neuen Impfstoffen, die speziell vor Omikron schützen sollen. Das geht rasend schnell – ist für die kommende Welle doch zu langsam. © Comezora/​Getty Images Kommt bald ein neuer Impfstoff? Jetzt boostern lassen: Vor allem ältere Menschen und diejenigen, bei denen die zweite Impfung bereits einige Monate zurückliegt, sollten sich so schnell wie möglich die dritte Impfung holen. Denn mit der Omikron-Variante droht Deutschland eine neue Welle von Infektionen, da sind sich Experten einig.

Das Gefühl vieler Ungeimpfter, dass der Zug für sie eh abgefahren sei, stimme nicht: »Lassen Sie sich impfen«, lautet sein Appell.

Studien zeigten, dass sich die Omikron-Variante wesentlich schneller verbreite als die Delta-Variante, aber auch etwas weniger schwere Fälle verursache. »Das ist aber keine Entwarnung für ältere Ungeimpfte«, betonte Lauterbach. Er warte auf weitere wissenschaftliche Studien. In Dänemark und Großbritannien, wo Wissenschaftler mildere Krankheitsverläufe bei einer Omikron-Infektion meldeten, liege die Impfquote bei Älteren deutlich höher als in Deutschland.


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Auf Twitter schrieb Lauterbach, dass Omikron in Großbritannien zu »sehr vielen« Krankenhauseinweisungen führe. Einweisungen auf die Intensivstation stiegen hingegen langsamer.

Karl Lauterbach warnt vor Omikron-Welle: »In sehr, sehr in Sorge um die Ungeimpften«

  Karl Lauterbach warnt vor Omikron-Welle: »In sehr, sehr in Sorge um die Ungeimpften« Omikron verbreitet sich rasend schnell – aber der Zug für Ungeimpfte sei nicht abgefahren, sagt Gesundheitsminister Lauterbach. Schon eine erste Impfung senke die Risiken einer Infektion deutlich. © Kay Nietfeld / dpa Das RKI meldet derzeit wieder einen langsamen Anstieg der Neuinfektionen, aber die Experten sind sich weitgehend einig, dass sich das Infektionsgeschehen dramatisch verändern kann, wenn sich die ansteckendere Omikron-Variante des Coronavirus durchsetzt. Derzeit verdoppelt sich die Zahl der Infektionen mit der Mutante etwa alle vier Tage.

Großbritannien hatte zuletzt 189.000 Neuinfektionen am Tag gemeldet. Eine »Tragödie« sei dort bislang ausgeblieben, weil die Älteren eine »hohe« Impfquote hätten und 75 Prozent geboostert seien. In der »BamS« zeigte sich Lauterbach »sehr, sehr in Sorge um die Ungeimpften« in Deutschland.

Lauterbach bekräftigte auch den Nutzen von Masken – dieser habe sich durch die neue Variante sogar noch gesteigert: »Die Viruslast der Infizierten ist bei Omikron niedriger, deshalb wirken Masken besser.« Insbesondere in der Schule sei das Tragen der Masken »ein absolutes Muss für alle Klassen«, sagte er der Zeitung.

Der Statistiker Christian Hesse von der Universität Stuttgart prognostizierte der »BamS« zufolge ein Durchsetzen der Omikron-Mutante binnen weniger Tage: »Bereits jetzt ist in einigen Bundesländern wie Niedersachsen die Omikron-Variante dominant. In einer Woche wird sie das in ganz Deutschland sein.«

Coronavirus: Omikron weiter auf dem Vormarsch – neue RKI-Daten

  Coronavirus: Omikron weiter auf dem Vormarsch – neue RKI-Daten Die Corona-Variante Omikron breitet sich in Deutschland stark aus. Nach neuen Daten des Robert Koch-Instituts liegt ihr Anteil jetzt schon bei 44,3 Prozent. © Manngold / IMAGO Die Feiertage haben in Deutschland für eine deutliche Verzerrung der Coronafallzahlen gesorgt. Mal wieder ist der Kampf gegen die Pandemie hierzulande in den Blindflug übergegangen, unter anderem verspätete Meldungen sorgen nach wie vor für ein unvollständiges Bild.

Einige Ärzte und Forscher sehen in der Verbreitung der – mildere Symptome auslösenden – Mutante auch eine Chance. Der Präsident des Verbands der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK), Michael Weber, erhofft sich von der Omikron-Variante des Coronavirus eine deutliche Entlastung des Gesundheitssystems. »Wenn sich die Omikron-Variante auch bei uns so stark durchsetzt wie in Südafrika, Großbritannien oder Dänemark und die Infektionen so überwiegend mild verlaufen wie dort, besteht eine realistische Wahrscheinlichkeit, dass die Pandemie auch hierzulande zu einer Endemie wird«, sagte Weber der »Welt am Sonntag«.

Die stark mutierte Omikron-Variante war vor gut einem Monat erstmals in Südafrika nachgewiesen worden. Seitdem hat sie sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in etwa hundert Länder ausgebreitet. In mehreren europäischen Ländern, darunter Frankreich und Portugal, entwickelte sich Omikron bereits zur vorherrschenden Corona-Variante.

Angst vor der Omikron-Welle +++ Inzidenz über 800! +++ Wie gefährlich ist die Virus-Variante wirklich? +++ Virologin: Das Risiko, sich zu infizieren, war nie größer .
Eine immense Omikron-Welle rollt durch Deutschland, längst ist die Virusvariante vorherrschend. Was sicher scheint: Omikron verbreitet sich zwar besonders schnell, schwere Verläufe sind aber seltener. Im Podcast „Coronavirus-Update“ des NDR fasst Virologin Sandra Ciesek zusammen: Nie sei das Risiko, sich zu infizieren, größer gewesen - zugleich sei das Risiko für eine schwere Erkrankung, wenn man geimpft oder geboostert sei, niedrig wie nie. Wie Omikron das individuelle Risiko bei einer Infektion verändert – und warum Experten weiter zu Vorsicht mahnen.

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