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Gesundheit: Virologe Drosten warnt vor Deltakron: „Alles andere als sicher“

Kritik an 2G-Plus: Herr Drosten, sind Tests bei Geimpften überhaupt sinnvoll?

  Kritik an 2G-Plus: Herr Drosten, sind Tests bei Geimpften überhaupt sinnvoll? Der prominente Virologe hat erhebliche Zweifel an der derzeit verbreiteten Test-Strategie.Der Berliner Virologe Christian Drosten äußert Zweifel. Er hält 2G-Plus-Regelungen - also die zusätzliche Testung für Geimpfte und Genesene - im privaten und öffentlichen Bereich nur für bedingt sinnvoll. „Eine blinde Testung bei gesunden Geimpften ist nicht nur logistisch schwierig, sondern möglicherweise auch in ihrer Aussagekraft eingeschränkt“, sagte er am Sonntag dem Magazin „Spiegel“. Bei Geimpften sei der Einsatz von Tests dann ratsam, wenn Symptome vorliegen.

Omikron – als der Name der neuen Virusvariante erstmals im November aufpoppte, herrschte Verunsicherung. Doch je mehr Menschen sich infizieren, desto mehr Erkenntnisse gibt es über Omikron, seit einiger Zeit ist sie auch in Deutschland die dominante Variante. Einige Experten mutmaßen gar, ob sie der Anfang vom Ende der Pandemie sein könnte. Wird Corona mit Omikron bald endemisch, stellt also keine größere Bedrohung mehr für das Gesundheitssystem dar?

Der Virologe Christian Drosten (hier am 14. Januar in der Bundespressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage) warnt: Es sei keinesfalls sicher, dass Omikron im abgemilderten Zustand bleiben wird. © picture alliance/dpa Der Virologe Christian Drosten (hier am 14. Januar in der Bundespressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage) warnt: Es sei keinesfalls sicher, dass Omikron im abgemilderten Zustand bleiben wird.

Virologe Christian Drosten jedenfalls ist da skeptischer und warnt in einem Interview: Es sei keinesfalls sicher, dass Omikron in diesem abgemilderten Zustand bleiben wird.

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Für viele ist Omikron ein Hoffnungsträger, mittelfristig gehen auch einige Experten von etwas Entspannung durch diese Virusvariante aus. Die Hypothese: Durch Omikron könnte eine endemische Situation näher rücken, die hohe Übertragbarkeit des Virus könnte dazu führen, dass die Bevölkerung schneller eine höhere Immunisierung erreicht. Im besten Falle würden die milderen Verläufe dafür sorgen, dass das Gesundheitssystem entlastet wird.

Virologe Drosten warnt vor Rekombination aus Omikron und Delta

Die Schwere der Erkrankung – gemessen am Anteil der Corona-Infizierten, die ins Krankenhaus müssen – ist nach Daten des Imperial College bei Omikron im Vergleich zu Delta um 20 bis 45 Prozent geringer.

Doch noch immer gibt es viele Abers in dieser Rechnung. Und eines kommt nun vom Virologen Christian Drosten. Er wies im Interview mit „Deutschlandfunk“ darauf hin, dass sich Omikron weiterentwickeln könnte – von einer milden in eine stärker krankmachende Variante. Seine Befürchtung: eine Rekombination aus Omikron und Delta, also gewissermaßen eine „Deltakron“-Mutante.

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Drosten erklärt, dass es vorstellbar sei, dass zukünftig ein Virus entstehe, welches die Eigenschaften beider Varianten vereint. Also, welches „das Spike-Protein des Omikron-Virus trägt, um weiterhin diesen Immunvorteil zu genießen, aber den Rest des Genoms des Delta-Virus hat“, so Drosten. Aus „beiden Welten“ könnten so die stärksten Eigenschaften zusammenkommen. „So etwas gibt es, das ist schon beschrieben worden, das muss man im Moment befürchten, dass so etwas passieren könnte.“

Virologe Christian Drosten stellt klar: „Das ist ein Trugschluss“

Drosten warnte eindringlich vor der Strategie, dass sich alle mit der milderen Omikron-Variante infizieren und danach sind alle womöglich immun. „Das ist ein Trugschluss“, macht Drosten klar. „Es könnte sein, dass diejenigen, die noch gar keine Immunität haben, sich zwar mit diesem Omikron-Virus, wie es jetzt im Moment ist, infizieren könnten, ohne einen sehr schweren Verlauf zu kriegen, aber es könnte auch sein, dass innerhalb von wenigen Wochen plötzlich eine Omikron-Virusvariante da ist, die wieder eine höhere Virulenz, eine höhere krankmachende Wirkung mitbringt.“

Immunsystem durch Corona-Infektion trainieren? So reagiert Christian Drosten

  Immunsystem durch Corona-Infektion trainieren? So reagiert Christian Drosten Ein Argument von Impfgegnern ist, dass eine Infektion das Immunsystem trainiere. Virologe Christian Drosten kontert nun auf Twitter.Einige Twitter-Nutzer sind verwundert über diese Aussage. Drosten sei vor wenigen Monaten noch anderer Meinung gewesen, heißt es in einigen Kommentaren. Tatsächlich hatte der Charité-Virologe im September im NDR-Podcast gesagt: „Mein Ziel – sagen wir mal: als Virologe Drosten –, wie ich jetzt gerne immun werden will, ist: Ich will eine Impfimmunität haben und darauf aufsattelnd will ich dann aber durchaus meine erste Allgemeininfektion und die zweite und auch die dritte haben“.

Sollte solch eine „Deltakron“- oder sonstige Omikron-Virusvariante auftreten, hätten diejenigen, die gar nicht geimpft sind, gar keinen Immunschutz, so Drosten. „Es ist alles andere als sicher, dass das Omikron-Virus so, wie es jetzt ist, in diesem etwas abgemilderten Zustand bleiben wird. Das ist im Moment eine sehr wackelige Situation.“

Drosten hält es zudem keinesfalls für sicher, dass die Delta-Variante komplett verdrängt wird. „Und wenn Omikron jetzt dort nicht Delta-Virus verdrängt, das muss es nicht zwangsläufig, dann könnte im nächsten Winter auch das Delta-Virus wieder zurückkommen.“ Dann würden zwei Varianten zirkulieren und man müsste aufpassen, dass die Impfung beide Arten abdeckt.

Virologe Christian Drosten: Anteil von Ungeimpften „ein wirkliches Problem“

Drosten geht davon aus, dass auf längere Sicht, wenn alle eine Grundimmunisierung und darauf aufgesattelt weitere Infektionen durchlaufen hätten, es indiskutabel sei, dass wir noch einmal eine schwere Variante bekämen. „Der Krankheit, nicht vom Virus.“ Da müsse  unterschieden werden: „Die Krankheit wird milder werden. Beim Virus ist im Moment noch sehr viel Spiel an evolutionsbiologischem Zufall. Und es gibt Möglichkeiten in beide Richtungen, dass es noch mal wieder schwerer wird oder dass es sich sogar noch weiter abmildert.“

Drosten erklärte noch einmal, dass es „ein wirkliches Problem“ sei, dass einige Menschen in Deutschland eine Impfung ablehnen. Dadurch würde Deutschland zumindest mit verhindern, dass sich die Weltbevölkerung mehr oder weniger zeitgleich immunisiere, erklärt der Virologe. Eine Bevölkerungsimmunität könne zwar auch ohne Impfungen aufgebaut werden – das allerdings habe seinen Preis. „Die Frage ist nur, was das kostet – in Form von Todesfällen in Bevölkerungen, die relativ alt sind.“

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