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Leben: Yusra Mardini aus Die Schwimmerinnen: Ich trage eine Verantwortung gegenuber allen anderen Gefluchteten, die nicht gehort werden

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Für GLAMOUR #SQUADOFCHANGE erzählte Yusra Mardini im Jahr 2020 ihre Geschichte – und räumte ganz nebenbei mit Vorurteilen über Geflüchtete auf.

  Yusra Mardini aus Die Schwimmerinnen: Ich trage eine Verantwortung gegenuber allen anderen Gefluchteten, die nicht gehort werden © Getty Images

Wäre in meiner Heimat kein Krieg ausgebrochen, hätte ich mich nie damit auseinandergesetzt, was es bedeutet, eine Geflüchtete zu sein. In Syrien lebten Menschen aus Palästina und dem Irak. Wir haben sie nicht gehasst, aber sie gehörten nicht dazu. Sie blieben unter sich. Wir hatten genauso unsere Vorurteile ihnen gegenüber wie die Menschen in Deutschland. Und dann war ich plötzlich selbst eine Geflüchtete. Ich fühlte mich hilflos. Egal, wo ich hinkam, war ich eine, die als arm und bedürftig wahrgenommen wurde. Als minderwertig. Es sind nicht nur die Umstände, die uns herausfordern. Es sind die Vorurteile, mit denen wir uns rumschlagen müssen.

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Dabei sind Geflüchtete Menschen wie alle anderen auch. Faule und fleißige, manche sind ehrgeizig, andere genügsam. In Momenten der Demütigung habe ich mir gesagt, dass ich unter schwierigen Bedingungen etwas erreicht habe, das nur wenige jemals erreichen: Ich bin für die syrische Nationalmannschaft geschwommen. Ich habe mit 14 einen Landesrekord aufgestellt. Und als ich im Meer zwischen der Türkei und Griechenland ums Überleben gekämpft habe, lagen die Menschen, die heute auf mich herabschauen, in ihren Betten.

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Ich bin zusammen mit meiner Schwester Sarah und meinen Cousins Majed und Nabih geflüchtet, im Gepäck nur ein paar Klamotten, unsere Handys und Pässe. Anfangs fühlten wir uns wie Touristen. Wir sind über Beirut nach Istanbul geflogen, wo wir eine Woche lang blieben. Unser Plan war, uns mit einem Schleuserboot von der türkischen Küste auf eine der griechischen Inseln bringen zu lassen. Meine Schwester und ich sind Leistungsschwimmerinnen. Wir haben keine Angst vorm Wasser und dachten, der Weg übers Meer sei immer noch sicherer, als durch Bulgarien zu wandern, wo die Polizei den Gerüchten nach Geflüchtete abfing und ihnen Arme und Beine brach.

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Wir fanden einen Schleuser, bezahlten 1.500 US-Dollar pro Person, Geld von unserem Vater, und kauften uns Rettungswesten. Die musste sich jeder selbst besorgen und vor der Abfahrt vorzeigen. Im Bus nach Izmir habe ich zum ersten Mal gespürt, was es bedeutet, auf der Flucht zu sein. Wir sollten unsere Telefone ausschalten. Die Gardinen geschlossen halten. Durften nicht auf die Toilette. Den Bus nicht verlassen. Ich fühlte mich wie ein Tier, das transportiert wird.

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Im Bus nach Izmir habe ich zum ersten Mal gespürt, was es bedeutet, auf der Flucht zu sein.

An der Küste angekommen, sah ich überall Menschen, die wie wir darauf warteten, in ihre Boote zu klettern. Hunderte. Und da habe ich kapiert, dass wir nicht zur versprochenen Zeit losfahren. Vier Tage mussten wir auf einer Waldlichtung warten. Ohne Toiletten, ohne Schlafsack. Wir mussten uns zu fünft eine Flasche Wasser teilen. Gleich geht es los, hieß es immer wieder, und als wir schon im Wasser standen, stellte einer von ihnen fest, dass unser Boot kaputt war. Also mussten wir eine weitere Nacht aushalten. Ich hatte keine Wahl. Wenn ich zurückgetreten wäre, hätte ich das Geld verloren. Wäre ich zur Straße gegangen, hätte mich die Polizei empfangen. Ich war 17, was hätte ich tun sollen? Meine Schwester und ich haben versucht, möglichst unattraktiv auszusehen. Wir wollten nicht auffallen. Und trotzdem gab es zwei Schmuggler, die uns heiraten wollten.

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Als wir aufbrachen, war das Meer unruhig. Nach 15 Minuten fiel der Motor aus. Die Wellen schwappten ins Boot. Zuerst haben wir Taschen und Schuhe ins Meer geworfen. Dann haben sich Sarah, ich und andere außen am Schlauchboot ins Meer gleiten lassen, wir waren zu viele. Wir haben versucht, das Boot so zu drehen, dass es frontal auf die Wellen trifft. Zu verhindern, dass es in die falsche Richtung getrieben wird. Jemand rief die griechische Küstenwache an, die sagte, wir sollten zurückfahren. Aber wie, ohne Motor? Einmal fuhr ein anderes Flüchtlingsboot vorbei, auf dem noch Platz war. Es hielt nicht an.

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Meine Augen haben gebrannt, sie waren geschwollen vom Salz. Vor dem Hellrot meiner geschlossenen Lider liefen Szenen meiner Kindheit ab: Papa, wie er mich beim Training ins Wasser wirft. Die Granate, die in die Schwimmhalle einschlägt. Panzer. Wir, wie wir im Keller kauern und auf die einstürzenden Mauern rundum horchen. Meine Muskeln zitterten, weil sie im kalten Wasser verkrampften. Irgendwann sprang der Motor wieder an. Dreieinhalb Stunden waren wir auf dem Meer, bis wir Lesbos erreichten.

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Im August 2015 strandeten 80.000 Menschen an den Küsten der Insel. Wir standen oft in Schlangen. Saßen rum und warteten, uns blieb nichts anderes übrig. Wir begannen, uns mit den anderen zu unterhalten. Das hat uns zusammengeschweißt und mir geholfen, mich als Geflüchtete zu begreifen: Ich war eine von vielen. Wir freundeten uns mit einer Familie aus dem Irak an, auch mit einer syrischen. Wir blieben in ihrer Nähe, weil es eine große Familie war, mit vielen Frauen. Das gab uns ein sicheres Gefühl, wir mochten sie. Wir haben das Essen geteilt und sind zusammen bis nach Deutschland gereist. In manchen Nächten haben die Sterne gefunkelt, und alle haben gesungen. In anderen fürchteten wir um unser Leben.

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Oft fragen mich die Menschen, ob ich das, was passiert ist, hinter mir gelassen habe. Aber ich will nicht vergessen, was mich für immer verändert hat. Syrien befindet sich immer noch im Krieg. Jeden Tag ertrinken Menschen auf ihrem Weg nach Europa. Ein Jahr nach meiner Ankunft in Berlin hatte ich die Chance, bei den Olympischen Spielen in Rio mitzuschwimmen. Im Flüchtlingsteam. Mache ich nicht, dachte ich. Ich habe seit meinem fünften Lebensjahr hart trainiert, und jetzt sollte ich als arme Geflüchtete bemitleidet werden anstatt als Athletin bewundert? Mein Berliner Förderer und Coach Sven meinte: Du entscheidest, wer du sein möchtest, und nicht die Mannschaft, für die du antrittst. Das habe ich eingesehen. Ich war nicht begeistert, aber sagte zu. Und als wir in Rio waren, hat mich das Interesse der Menschen überwältigt. Erst da habe ich begriffen, dass ich mich egoistisch verhalten habe. Dass ich eine Verantwortung trage gegenüber allen anderen Geflüchteten, die nicht gehört werden.

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Ich musste lernen, mein Schicksal nicht mit Europäern zu vergleichen. Ich bin in Syrien geboren. Ich musste dafür kämpfen, schwimmen zu können. Ich musste für meine Bildung kämpfen. Für meine Rechte als Frau. Ich hatte Sorge, in Deutschland nur mehr als das Mädchen gesehen zu werden, das schwimmend die Flucht überlebte.

Es gibt Menschen, die glauben, ich habe nicht verdient, was ich jetzt habe: Wie soll ich denen erklären, was ich durchmachte? Die Erinnerungen an den Krieg stecken wie ein Virus in meinem Körper. Ich bin nach Deutschland gekommen, um Frieden zu finden. Um eine Karriere als Schwimmerin verfolgen zu können. Andere suchen Arbeit. Sie wünschen sich eine bessere Zukunft für ihre Kinder. Um das zu erreichen, müssen sie Deutsch lernen und sich mit ihrem Umfeld arrangieren. Eine einzelne Person kann dabei so vieles verändern. Wir sollten miteinander reden.

Der Film “Die Schwimmerinnen”, in dem die Flucht von Yusra Mardini und ihrer Schwester Sarah und ihre Schwimmerinnen-Karriere gezeigt wird, läuft ab dem 23. November 2022 auf Netflix.

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