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Reisen: Alpen-Gemeinden wechseln offiziell die Sprache - wegen Touristen

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Savognin in der Schweizer Gemeinde Surses im Jahr 2021. © IMAGO / Panthermedia Savognin in der Schweizer Gemeinde Surses im Jahr 2021.

Alpen-Gemeinden wechseln offiziell die Sprache - wegen Touristen

Der Tourismus bringt große Veränderungen mit sich. Zwei Schweizer Gemeinden wechseln jetzt offiziell die Sprache.

St. Moritz - Nicht weit vom Schweizer Luxus-Skiort St. Moritz entfernt liegt die kleine Gemeinde Surses. Diese macht nun gemeinsam mit der nahegelegenen Gemeinde Muntogna da Schons Schlagzeilen in der Schweiz: Denn die Gemeinden wechseln offiziell die Sprache - beziehungsweise haben dies bereits getan.

Schweizer Alpen-Gemeinden sprechen jetzt offiziell Deutsch

Das geht aus einer Meldung des Schweizer Bundesamts für Statistik hervor. Demnach zählen Surses und Muntogna da Schons nun zur deutschen Schweiz. Bislang wurden sie noch dem rätoromanischen Sprachraum der Schweiz zugerechnet. So war dies auch bei der letzten Erhebung im Jahr 2017 noch der Fall.

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Allerdings liegt dies nicht etwa daran, dass weniger Menschen Rätoromanisch sprechen würden. Darauf weist das Bundesamt explizit in seiner Meldung hin: „Die Zahl der Rätoromanen und Rätoromaninnen ist seit Jahrzehnten bei etwas über 40.000 Personen nahezu stabil. Rund 40 Prozent von ihnen leben in rätoromanischem Gebiet (60 Prozent im Kanton Graubünden).“

Alpen-Gemeinden wechseln die Sprache wegen Tourismus - ein anhaltender Trend

Vielmehr begründet das Amt die Verschiebung mit dem sich ausbreitenden Tourismus. So nehme die Zahl der deutsch sprechenden Personen in den traditionell rätoromanischen Gemeinden Graubündens schon „seit Beginn der Zählungen in den touristischen Gemeinden zu“. Beispielsweise wechselten die Oberengadiner Tourismusorte schon um 1888 und die Gemeinden im Domleschg um 1900 von der rätoromanischen zur deutschen Schweiz.

Dieser Prozess verstärkte sich demnach im 20. Jahrhundert. Im 21. Jahrhundert blieben die Sprachgebiete allerdings bis 2017 stabil. Doch nun geht der Prozess offenbar weiter: „Mit Surses und Muntogna da Schons wechseln nun zwei weitere touristische Gemeinden ins deutsche Sprachgebiet“, heißt es in der Mitteilung.

Wem die Gemeinde Surses nun nichts sagt: Sie gründete sich erst 2016 als Zusammenschluss der früheren Gemeinden Savognin, Salouf, Bivio, Cunter, Riom-Parsonz, Mulegns, Tinizong-Rona, Sur und Marmorera.

Aktuell sorgt zudem der Zugersee in der Schweiz für Schlagzeilen: Er verfärbte sich blutrot.

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