Reisen: Kulturtourismus: Warum suchen wir das Authentische?

Warum in Ostfriesland immer Teezeit ist

  Warum in Ostfriesland immer Teezeit ist In rund 400 Jahren hat sich in Ostfriesland eine feste Teekultur entwickelt. Bis zu sechs Teezeiten gehören für viele Ostfriesen zum Alltag. Für eine Teezeremonie braucht es ein Stück Kandis, kupferroten Schwarztee, einen kleinen Löffel Sahne - und Zeit.«In Ostfriesland kommt man am Tee nicht vorbei», sagt Matthias Stenger. Das aromatische Heißgetränk sei prägend für die Region im äußersten Nordwesten Deutschlands.

Früher gab es hier noch keine Touristen! Dieser Ort wird bald verloren sein! Solche Sätze hört man auf Reisen häufig. Viele Urlauberinnen und Urlauber suchen das althergebrachte Authentische - aus einer diffusen Sehnsucht nach früher heraus.

Venedig wird schon lange der baldige Untergang nachgesagt - doch bis heute lockt die Stadt der Kanäle fröhlich Touristen an. © Andrea Warnecke/dpa-tmn Venedig wird schon lange der baldige Untergang nachgesagt - doch bis heute lockt die Stadt der Kanäle fröhlich Touristen an.

Warum das so ist, erklärt der Historiker Valentin Groebner. Der Schweizer Mittelalter-Experte aus Luzern hat sich ausgiebig mit dem Phänomen Geschichtstourismus befasst. Und weiß, warum wir im Urlaub nur allzu gerne in die Vergangenheit reisen.

Native American Media Alliance und Cherokee Nation Film Office kündigen Fellows für Schriftsteller-Seminar

 Native American Media Alliance und Cherokee Nation Film Office kündigen Fellows für Schriftsteller-Seminar Lewayne "Buddy" McQueen (Schwarzweiß) Sienna TSO (blaue Halskette) KAT Smith (lila Tanktop) Camaray Davalos (Rosa Kleid, draußen) Indianer Media Alliance, in Partnerschaft mit dem Cherokee Nation Film Office, angekündigt am Dienstag der Eröffnungsklasse der Seminar-Fellows von Indianer Writers. Das amerikanische amerikanische Schriftsteller-Seminar wird ein mehrfestes intensives Angebot an anerkannten Berufs- und Kreativer Mentorship an, die neu sind, um für Film und Fernsehen zu schreiben.

Blick auf alte Steine: Diese Touristen fotografieren in Athen die antike Stätte der Hadriansbibliothek. © Angelos Tzortzinis/dpa/dpa-tmn Blick auf alte Steine: Diese Touristen fotografieren in Athen die antike Stätte der Hadriansbibliothek.

Welches Bedürfnis steckt hinter dem Vorhaben, sich einen alten, historisch bedeutsamen Ort anzuschauen?

Groebner: Ich glaube, dass die Leute aus ganz unterschiedlichen Gründen in die Ferien fahren. Der häufigste lautet: Es ist ein Ritual, das den eigenen Jahresablauf strukturiert. Und dabei zeigen wir uns selber, wer wir wirklich sein möchten. Davon machen wir dann Bilder und schicken sie an unsere Liebsten - je nach Gusto und Zielgruppe zeigen die uns entweder an der Strandbar oder vor dem Kunstdenkmal.

Der Historiker Valentin Groebner ist Mittelalter-Experte und hat sich mit dem Phänomen Geschichtstourismus befasst. © Franca Pedrazzetti/dpa-tmn Der Historiker Valentin Groebner ist Mittelalter-Experte und hat sich mit dem Phänomen Geschichtstourismus befasst.

Liegt es nicht auch daran, dass uns Reiseführer und andere Institutionen den Eindruck vermitteln: Da muss man mal gewesen sein?

Mehr australische Touristen suchen authentische Ureinwohner-Kulturerfahrungen

 Mehr australische Touristen suchen authentische Ureinwohner-Kulturerfahrungen Mit internationalen Feiertagen zum Halten schauen Australier auf dem Weg, sich auf ihren eigenen Hinterhof zu sehen, mit einem Appetit, um mehr zu erfahren und mit der Ureinwohnerkultur zu verbinden. Darren Capewell oder "Capes", wie er normalerweise bekannt ist, ist seit 2004 sein Tourismusgeschäft in der Hai-Bucht, Westaustralien, und war noch nie beschäftigt.

Groebner: Kommt auf den Ort und das Programm an, ich würde das nicht verallgemeinern. Die Drehbücher, denen wir in unserem Urlaubsritual folgen, sind nicht so schrecklich individuell, jedenfalls nicht bei mir. Wir fahren alle zur selben Zeit mit sehr ähnlichen Wünschen los, und wir haben auch nicht viel Zeit. Das heißt, wir müssen uns auf das richtig Wichtige konzentrieren, auf die Highlights, auf die ganz besonders tollen Orte, die man eben gesehen haben muss. Und dort treffen wir dann all die anderen Reisenden.

Was braucht es, damit ein Tourist einen historischen Ort angemessen würdigen kann? Welches Vorwissen ist nötig?

Groebner: Es gibt viele historische Orte, die nicht besucht werden, weil sie zu abgelegen sind. Die bleiben sozusagen mit ihrer Authentizität allein. Damit wir einen Ort als historisch erleben können, braucht es sehr viel moderne Infrastruktur und die muss jetzt, im 21. Jahrhundert, funktionieren, sonst kommt dort keiner hin. Und das sind nicht nur Straßen, Parkplätze und Hinweisschilder, sondern auch ein Narrativ, eine Gebrauchsanweisung für den Ort. Denn die Vergangenheit selbst kann man nicht sehen, die ist weg. Was wir sehen, sind Überreste. Und die müssen eben ausgeschildert und erklärt werden.

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  8 Gründe, warum du Bouldern solltest - Trendsport Bouldern Bouldern lässt dein Fitness-Level in die Höhe schnellen, du wirst stärker, beweglicher, athletischer. Das Einzige, was bei dem Trendsport sinkt, ist dein StresslevelAn den maximal 4,50 Meter hohen Wänden sind bunte Griffe montiert, welche die Routen vorgeben. Diese Routen nennt man auch Boulder. Der Schwierigkeitsgrad eines Boulders ist entweder durch die Farbe der Griffe und Tritte oder mit Schildern markiert. Ziel ist es, den letzten Griff eines Boulders zu erreichen, wofür es häufig nicht die eine Lösung gibt, sondern verschiedene Möglichkeiten.


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Gibt es überhaupt noch authentische Orte auf Reisen?

Groebner: Natürlich. An Authentizität herrscht kein Mangel, sie steckt bloß woanders, als wir denken. Das Wort authentis kommt aus dem Griechischen und bedeutet eigenhändig - ursprünglich ging es da um Gewaltverbrechen. Authentisch im Sinne von echt wurde ab dem 13. Jahrhundert für Reliquien verwendet. «Authentica» waren die von der Kirche vorgeschriebenen Bescheinigungen, dass es sich um den echten Knochen einer echten Heiligen handelte. Aus der Reliquienverehrung ist das Wort im modernen Sprachgebrauch dann zur Chiffre für Echtheit geworden.

Am Trevi-Brunnen in Rom versammeln sich die Massen - es ist offenbar ein Ort, den man als Tourist gesehen haben muss. © Andrea Warnecke/dpa-tmn Am Trevi-Brunnen in Rom versammeln sich die Massen - es ist offenbar ein Ort, den man als Tourist gesehen haben muss.

Denn das Authentische hat - wie die Reliquie - immer mit Vervielfältigung zu tun. Etwas muss kopiert werden können, damit es überhaupt als authentisch bezeichnet werden kann. Niemand bezeichnet den Mont Blanc als authentisch, dafür ist der zu groß. Authentisch sind die Bilder davon und das Erlebnis. Das Authentische handelt immer vom Besucher, von der Betrachterin, nicht von der Sache selbst.

Foodies verlieren ihre Meinung über diese koreanischen Stil geladen toasties

 Foodies verlieren ihre Meinung über diese koreanischen Stil geladen toasties © Quelle Daily Mail Mailonline logo Foodies können nun ihre Hände auf das Wasser im Munde koreanischen Stil toasties für das ultimative Mittag treat bekommen. Melbourne Cafe Seoul Bong Toast begann die geladene toasties nach der Eröffnung im August an. Kunden können aus verschiedenen toasties von einem traditionellen Schinken und Käse auf eine authentische koreanische Bulgogi wählen alle in zwei dicken Stücken von Weißbrot gestapelt.

Touristen haben sich abends am Tempeltor von Naxos versammelt, einem Fragment des Apollon-Tempels auf der Insel Naxos. © Stephanie Pilick/dpa/dpa-tmn Touristen haben sich abends am Tempeltor von Naxos versammelt, einem Fragment des Apollon-Tempels auf der Insel Naxos.

Das Versprechen von authentischen Orten durchzieht den gesamten Tourismus. Warum wird damit so sehr geworben?

Groebner: Wir mögen gute theatralische Aufführungen einfach gerne. Tourismus ist eine Fiktion; eine, von der alle wissen, dass es eine Fiktion ist, die aber gleichzeitig echte Strukturen erzeugt: eine milliardenschwere Dienstleistungsbranche. Es brauchte ja erst einmal die Industrialisierung und die Eisenbahn, damit die Menschen in eine angeblich ursprüngliche Natur zurück wollten. So begann der Tourismus: mit den Grand Hotels in den Alpen und am Meer. Kein Mensch ging zur Erholung auf die Alm oder an den Strand, bevor wir in Fabriken und Büros gearbeitet haben.

Warum haben schon die Reisenden vor 100 Jahren geglaubt, dass die Welt eigentlich früher viel schöner war?

Groebner: Weil es das Erlebnis verstärkt. Wenn ich glaube, dass ich (fast) der Letzte bin, der etwas sieht, ist mein Eindruck besonders stark. Der Untergang von Venedig zum Beispiel wird seit der Mitte des 19. Jahrhunderts angekündigt, als John Ruskin sein großes Buch «The Stones of Venice» herausbrachte. Bei Ruskin war es noch die drohende Besetzung durch die habsburgische Armee, die Venedig untergehen lassen würde. Heute sind es der Klimawandel, die Kreuzfahrtschiffe und die Touristenströme. «Besichtigen Sie Venedig, solange es noch da ist»: Dieser Slogan ist tatsächlich sehr alt. Er funktioniert aber nach wie vor. Mich als Historiker macht das auf ironische Weise durchaus optimistisch.

Passt dazu der häufig artikulierte Eindruck, dass auch im eigenen Leben früher das meiste besser war?

Groebner: Was ist denn Urlaub anderes als ein Versprechen auf wiedergegebene Zeit? Ich bekomme etwas wieder, was mir abhandengekommen ist, nicht nur angeblich ursprüngliche Alpen und unberührte Strände, sondern meine eigene Lebenszeit, die ich mit Unlust im Büro verbracht habe. Urlaub ist Reparatur. Vor dem Ersten Weltkrieg war das ein Privileg der reichen Leute - nur die konnten sich das leisten. Dann machten erst die italienischen und dann die deutschen Faschisten Ferien für alle zum politischen Slogan. Seitdem ist der Urlaub eine Art nationales Vorrecht.

Nur ist die Vorstellung, dass Urlaub einem etwas zurückbringt, das man früher gehabt hat, ein Fantasma, ein Wunschbild. Man kriegt nichts zurück, weil die Vergangenheit ja einfach vergangen ist. Wenn es gut läuft, begegnet man etwas Neuem - aber geschieht das wirklich nur im Urlaub?

Cardi B Furcht, dass ihr Haar ausfallen würde .
© Bang Showbiz Cardi B hat ihre Ängste (c) Twitter der 29-jährige Rap-Star -, der Kilure, drei, und ein Babyjunge, der am 6. September geboren wurde, auf Twitter gebracht hat, um ihren Beitrag zu diskutieren -Pregnanzängstreden.

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