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Finanzen: Nach Omikron-Schock: JPMorgan setzt auf Buy-The-Dip-Strategie

Omikron-Variante: Rufe nach schnelleren und härteren Maßnahmen werden immer lauter

  Omikron-Variante: Rufe nach schnelleren und härteren Maßnahmen werden immer lauter Bayerns Ministerpräsident Söder fordert, das ganze Land stärker herunterzufahren. Bei dem am Samstag bekannt gewordenen Fall eines hessischen Reiserückkehrer aus Südafrika bestätigte sich der Verdacht einer Infizierung mit der neuen Omikron-Variante am Sonntag, wie das hessische Sozialministerium nach der vollständigen Sequenzierung mitteilte. Die am 21. November über den Flughafen Frankfurt aus Südafrika kommende Person sei vollständig geimpft.

Schlechte Nachrichten hinsichtlich der Corona-Pandemie drücken auch heute noch immer wieder auf die Stimmung an den Aktienmärkten. Strategen der US-Großbank JPMorgan sehen im jüngsten Rücksetzer eine gute Einstiegschance für Anleger.

Spencer Platt/Getty Images © Bereitgestellt von Finanzen.net Spencer Platt/Getty Images

• Neue Corona-Variante sorgt für Turbulenzen an den Aktienmärkten

• JPMorgan: Omikron könnte sich noch als positiv für die Märkte herausstellen

• Strategen der US-Großbank empfehlen Anlegern Buy-The-Dip-Strategie

Schon seit bald zwei Jahren bestimmt die Corona-Pandemie nicht nur unser privates und berufliches Leben, sondern dominiert auch die Entwicklung der Aktienmärkte weltweit. Nach dem Crash im Frühjahr 2020 konnten sich die Märkte nach und nach deutlich erholen und erreichten neue Höchstmarken.

Was wir wissen zu Omikron, der neuen Virusvariante: Q&A

  Was wir wissen zu Omikron, der neuen Virusvariante: Q&A Eine neue Variante des Coronavirus wurde in Südafrika und Botswana identifiziert und hat dort für einen steilen Anstieg der Inzidenzen gesorgt. Die Variante B.1.1.529 erhielt den Namen Omikron und wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend (“variant of concern”) eingestuft. Regierungen auf der ganzen Welt haben inzwischen Einreiseverbote für Reisende aus Südafrika und benachbarten Ländern verhängt aus Furcht, dass Omikron den Impfschutz unterlaufen und zu einer neuen Welle von Erkrankungen führen und damit die Öffnung der Wirtschaft hintertreiben könnte.

Jüngst kamen jedoch erneut Sorgen unter den Anlegern auf, da die Infektionszahlen vielerorts wieder stiegen und eine neue Variante auf der Bildfläche erschien, die womöglich ansteckender als bisher bekannte Corona-Varianten sein dürfte: Omikron. Das belastete auch die Märkte und sorgte teils für kräftige Rücksetzer.

JPMorgan empfiehlt Anlegern Buy-the-Dip-Strategie

Vor diesem Hintergrund setzen die Experten der US-Großbank JPMorgan derzeit auf die Buy-the-Dip-Strategie. Im Hause JPMorgan ist man, wie MarketWatch berichtet, der Überzeugung, dass die Märkte auf die neue Variante überreagiert haben. "In den letzten Tagen waren die Märkte wegen der neuen COVID-Variante Omikron in Aufruhr. Die Daten zu Omikron sind jedoch spärlich, die Informationen widersprüchlich, und einige Medien haben die Risiken übertrieben und Worst-Case-Szenarien hervorgehoben", zitiert MarketWatch die JPMorgan-Strategen Marko Kolanovic und Bram Kaplan aus einer Mitteilung an Kunden. Kolanovic und Kaplan verwiesen auf einen Ausverkauf, hervorgerufen durch Moderna-CEO Stephane Bancel. Dieser warnte Ende November in der Financial Times, dass die bestehenden Corona-Impfstoffe weniger wirksam gegen Omikron sein würden als gegen frühere Varianten. Anleger sollten diesen Rücksetzer, wenn es nach den Strategen der US-Großbank geht, nutzen, um bei einigen wichtigen Aktien günstig einzusteigen oder nachzukaufen.

Omikron-Variante versetzt die Welt in Alarmzustand

  Omikron-Variante versetzt die Welt in Alarmzustand Die neu entdeckte Omikron-Variante des Coronavirus versetzt die Welt in Alarmzustand. Immer mehr Länder meldeten am Montag Infektionsfälle mit dem neuen Erreger, die G7-Staaten forderten "dringende Maßnahmen" gegen die Verbreitung der Virusvariante. Die Vereinten Nationen kritisierten allerdings die Reisebeschränkungen vieler Länder für das südliche Afrika, wo Omikron als erstes identifiziert worden war. US-Präsident Joe Biden warnte davor, in Panik zu verfallen. © MANDEL NGAN Omikron sei "ein Grund zur Besorgnis, aber kein Grund zur Panik", sagte US-Präsident Biden.

Kann sich Omikron positiv auf die Märkte auswirken?

Inzwischen konnten sich die Börsen vom ersten Omikron-Schock schon wieder etwas erholen, da die neue Omikron-Variante laut ersten Studien zwar ansteckender, aber auch weniger tödlich als befürchtet sein könnte. Für Unsicherheit sorgt jedoch wiederum, dass der COVID-19-Impfstoff von BioNTech/Pfizer laut Studien offenbar lediglich einen teilweisen Schutz gegen die neue Omikron-Variante bietet. Die Studien deuten darauf hin, dass Booster-Impfungen nötig sind.

Sollte sich in den kommenden Wochen jedoch bestätigen, dass die neue Corona-Variante weniger tödlich ist, könnte dies Omikron laut Kolanovic und Kaplan zu einem positiven Ereignis für die Märkte machen. Die beiden JPMorgan-Strategen sehen laut MarketWatch die Möglichkeit, dass eine ansteckendere, aber im Verlauf weniger schwere Variante andere schwerere Varianten verdrängen könnte, während es Impfstoffe gibt, deren Entwicklung weiter fortschreitet, und auch die Liste der Medikamente zur Behandlung von COVID-19 länger wird. So könnte Omikron laut den Strategen mit dazu beitragen, das Ende der Pandemie zu beschleunigen und diese eher zu einer saisonalen Grippe zu machen.

Omikron-Mutante: Biontech, Moderna sowie Johnson & Johnson entwickeln angepassten Impfstoff

  Omikron-Mutante: Biontech, Moderna sowie Johnson & Johnson entwickeln angepassten Impfstoff Omikron, die neue Variante des Coronavirus, beunruhigt Experten. Impfstoffhersteller wie Biontech und Moderna haben bereits reagiert.Wissenschaftler und Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt verfolgen Omikron – oder B.1.1.529, das zuerst im südlichen Afrika entdeckt wurde – genau. Gesundheitsexperten zufolge gibt es bei der Variante Anzeichen dafür, dass sie übertragbarer oder gefährlicher sein könnte. Sie weist mehr als 30 Mutationen am sogenannten Spike-Protein auf – dem Ansatzpunkt der Impfstoffe und vieler Behandlungen. Experten befürchten daher, dass sie den Schutz durch eine Impfung oder Antikörperinfusion umgehen könnte.

Zyklische Werte, Rohstoffe und Reopening-Themen im Fokus

"Wenn der Markt dieses Szenario antizipieren würde, könnte Omikron ein Katalysator für das Ansteigen (nicht Abflachen) der Zinskurve, die Rotation von Wachstum zu Wert, den Ausverkauf von COVID- und Lockdown-Profiteuren und eine Rally bei Reopening-Temen sein", gibt MarketWatch das Team wieder. Daher sehen die Strategen der Bank den jüngsten Ausverkauf in diesen Segmenten als Gelegenheit, bei zyklischen Werten, Rohstoffen und Reopening-Themen zuzuschlagen und sich für höhere Anleiherenditen und das Ansteigen der Zinskurve zu positionieren.

Ob die JPMorgan-Strategen mit ihrer Annahme Recht behalten und sich die Omikron-Variante womöglich noch positiv auf den weiteren Verlauf der Pandemie auswirken wird, bleibt abzuwarten. Im Ausblick auf das kommende Jahr zeigt sich die US-Großbank jedenfalls bullish für die Aktienmärkte und prognostiziert, wie MarketWatch berichtet, dass der S&P 500 bis zum Ende des Jahres 2022 auf 5.050 Punkte steigen dürfte - eine der zuversichtlichsten Prognosen an der Wall Street.Redaktion finanzen.net

Pandemie: Lauterbach schließt Lockdown nicht aus: „Es gibt keine roten Linien“ .
Pandemie: Lauterbach schließt Lockdown nicht aus: „Es gibt keine roten Linien“Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die Bund-Länder-Beschlüsse zur Eindämmung des Coronavirus verteidigt, warnte allerdings vor einer fünften Welle. „Uns gelingt es, die Delta-Welle langsam, aber gut in den Griff zu bekommen“, sagte Lauterbach am Mittwoch in der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler.

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