Finanzen: Inflation trifft besonders Familien mit niedrigem Einkommen

Bundesbürger haben Angst um ihre Altersvorsorge: Wie die Inflation die Rente entwertet

  Bundesbürger haben Angst um ihre Altersvorsorge: Wie die Inflation die Rente entwertet Die Allianz rechnet vor: Wer heute eine Rente von 2160 Euro hat, braucht bei einer Inflation von zwei Prozent in 30 Jahren 4152 Euro. © Foto: imago images/imagebroker Genug gespart? Die Inflation entwertet die Rente. Teures Gas, teure Lebensmittel, die Preise steigen kräftig. Auch die Altersvorsorge leidet unter der Inflation: Je höher diese ist, desto mehr müssen die Menschen sparen, um im Alter ihren Lebensstandard zu halten. Immer mehr Bundesbürger treibt diese Sorge um. Das zeigen am Mittwoch veröffentlichte Zahlen der Allianz Lebensversicherung.

Familien mit niedrigem Einkommen leiden einer aktuellen Studie zufolge weiterhin am meisten unter der hohen Inflation. Während sich die Warenkörbe für die deutschen Haushalte insgesamt im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,5 Prozent verteuerten, mussten Familien mit niedrigem Einkommen für ihre typischen Einkäufe sogar 8,4 Prozent mehr zahlen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in seinem am Dienstag veröffentlichten Inflationsmonitor. Noch am wenigsten trafen die Preissteigerungen demnach Singles mit hohem Einkommen. Ihre Lebenshaltungskosten erhöhten sich um 6,4 Prozent.

Märkte verfolgen die Wall St. Rally als weiche US-Inflation erhofft sich am Donnerstag die

 Märkte verfolgen die Wall St. Rally als weiche US-Inflation erhofft sich am Donnerstag die -Märkte, als die Anleger Erleichterung aufatmeten Tempo der Zinswanderungen. © Jim Watson Händler werden genau den Kommentaren von Beamten der Federal Reserve befolgen, um eine Vorstellung von ihren Plänen für zukünftige Zinserhöhungen nach dem Juli-Inflation unter den Erwartungen zu finden. Energiekosten und lieferte einen dringend benötigten Schub für das Risiko von Vermögenswerten auf der ganzen Linie.

Haushalte mit niedrigen Einkommen sind laut einer Studie besonders stark von der Inflation belastet. © Fabian Sommer/dpa Haushalte mit niedrigen Einkommen sind laut einer Studie besonders stark von der Inflation belastet.

Dass Haushalte mit niedrigen Einkommen besonders stark von der Inflation belastet sind, liegt laut IMK daran, dass die aktuell größten Preistreiber – Haushaltsenergie und Lebensmittel – bei ihren Ausgaben eine besonders große Rolle spielen.

Die IMK-Konjunkturexperten warnten: «Wenn demnächst die Inflation zusätzlichen Schub erhält, weil 9-Euro-Ticket und Tankrabatt auslaufen und die Gasumlage eingeführt wird, dürfte die soziale Schere bei den Belastungen sogar noch weiter aufgehen.» Denn zusätzliche Preissteigerungen bei der Haushaltsenergie schlügen bei Haushalten mit niedrigeren Einkommen besonders stark durch.

Die vom Bundesfinanzministerium vorgeschlagenen Steuerentlastungen würden die soziale Schieflage nicht mildern, warnten die Experten. «Denn damit würde gerade jenen Personen wenig oder gar nicht geholfen, die nach den Ergebnissen unserer Forschung besonders stark belastet sind.» Um in den nächsten Monaten eine soziale Schieflage zu vermeiden, seien eine weitere Energiepauschale für alle Haushalte sowie ein Preisdeckel für einen Grundverbrauch beim Gas besser geeignet, urteilte IMK-Direktor Sebastian Dullien.

Preisentwicklung: Deutsche Inflation steigt auf 7,9 Prozent – und dürfte länger auf Rekordhoch bleiben als gedacht .
Preisentwicklung: Deutsche Inflation steigt auf 7,9 Prozent – und dürfte länger auf Rekordhoch bleiben als gedachtDie Inflation in Deutschland ist im August stärker gestiegen als von Ökonomen angenommen. Die Verbraucherpreise legten im Vergleich zum Vorjahr um 7,9 Prozent zu. Das gab das Statistische Bundesamt am Dienstag auf Basis einer vorläufigen Schätzung bekannt.

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