Finanzen: Werner knallhart: Eigenmarken-Image: Taugt „Gut & Günstig“ mittlerweile zum Party-Mitbringsel?

„Da kann einem angst und bange werden“: Mittelstand ohne Strom: Stadtwerke kündigen über 1000 Kunden

  „Da kann einem angst und bange werden“: Mittelstand ohne Strom: Stadtwerke kündigen über 1000 Kunden „Da kann einem angst und bange werden“: Mittelstand ohne Strom: Stadtwerke kündigen über 1000 KundenEigentlich will Mechthild Möllenkamp nichts anderes tun, als ihren Kunden „leckere und schöne“ Sachen verkaufen. „Aber jetzt beschäftige ich mich nur noch mit Energiepreisen“, sagt sie. Möllenkamp betreibt in Osnabrück fünf Edeka-Filialen. Und steht – Stand jetzt – Ende des Jahres ohne Stromvertrag da.

Wer Eigenmarken kauft, will dem Image nach allerdings sparen. Das konnte bei einem Gastgeschenk bislang nicht der Maßstab sein. Foto: dpahttp://img-s-msn-com.akamaized.net/tenant/amp/entityid/AA12l9Dv.img?h=152&w=270&m=6&q=60&o=f&l=f © Bereitgestellt von Wirtschaftswoche Wer Eigenmarken kauft, will dem Image nach allerdings sparen. Das konnte bei einem Gastgeschenk bislang nicht der Maßstab sein. Foto: dpadata-portal-copyright=

„Wir müssen sparen.“ Die Inflation trifft uns alle und eint uns. Prassen gilt vielen mehr denn je als peinlich. Wird der enger geschnallte Gürtel deshalb jetzt endlich zum Statussymbol?

Ich bin in einem Haushalt mit Test-Heft-Abo aufgewachsen. Meinem Vater galt es als ehrenrührig, einem Markenimage hinterherzulaufen. Ob beim Kauf von Olivenöl, Videorekorder oder Sonnencreme - erst wurde das Magazin der Stiftung Warentest befragt - bei länger zurückliegenden Produkttests dann eben eine der bereits abgehefteten Ausgaben aus dem Keller. Und so fuhren wir Mercedes und knabberten vorm Fernseher die Mandelschokolade von Lidl („Testsieger“) und tranken Rio d´Oro von Aldi („Das ist der gleiche Saft wie von Granini nur anders verpackt“). Noch während des Studiums bekam ich Anrufe wie: „Habt ihr in Freiburg einen Norma? Dann kauf den Merlot xy, der hat so und so viele Punkte und eine Goldplakette und kostet fast nichts.“

Gasverträge gekündigt: Energieversorger EWE wirft Gaskunden raus – aus Versehen

  Gasverträge gekündigt: Energieversorger EWE wirft Gaskunden raus – aus Versehen Gasverträge gekündigt: Energieversorger EWE wirft Gaskunden raus – aus VersehenDie Lage ist angespannt gerade, bei Strom- und Gasanbietern und ihren Kunden. Die einen, wie die Stromanbieter ExtraEnergie, aber auch E.Vita, erhöhen Preise trotz Preisgarantie, was zumindest das Düsseldorfer Landgericht per einstweiliger Verfügung für nichtig erklärt hat. Die anderen – kleinere Anbieter, aber selbst Riesen wie E.On – werfen Kunden zum Ende ihrer Vertragslaufzeit raus. Die Begründung ist immer dieselbe: Die Preise auf den Strom- und Gasmärkten sind so hoch, wir können uns eure Verträge nicht mehr leisten. Tut uns leid. Für Verbraucher bedeutet das: Stress.

Es war für meinen Vater wie ein sportlicher Wettkampf: billiger einkaufen bei besserer Qualität. Für Leute, die zu Fanta griffen statt zu Flirt, zu Nivea Sun statt Ombra Sun, zur Bärenmarke-Milch statt zur Milbona-Milch, hatte er nur ein lächelndes Schulterzucken übrig: „Die haben halt keine Ahnung und gehen auf Nummer sicher.“

Diese Haltung ist bei mir in Fleisch und Blut übergegangen. Ich wäre allerdings lange Zeit nicht auf die Idee gekommen, auf einem Kochabend oder einer Party mit Mitbringseln von Ja!, Gut & Günstig, Penny, Tip! oder K-Classic anzutanzen. Weil ich weiß, dass gerade dann die Geste der Großzügigkeit zählt. Wer Eigenmarken kauft, will dem Image nach allerdings sparen. Das konnte bei einem Gastgeschenk bislang nicht der Maßstab sein. Dass die Qualität von Eigenmarken oftmals die der Markenhersteller übertrumpft, zumindest aber mit ihr gleichzieht, stand lange nicht im Vordergrund.

Riedls Dax-Radar: Welche Dax-Werte sich gegen den Abwärtstrend behaupten

  Riedls Dax-Radar: Welche Dax-Werte sich gegen den Abwärtstrend behaupten Riedls Dax-Radar: Welche Dax-Werte sich gegen den Abwärtstrend behauptenHinter den zahlreichen Inflationsdaten, von denen die Wertpapiermärkte derzeit hin- und hergerissen werden, steht eine zentrale Botschaft: Die enorme Teuerung, die in den Industrieländern mittlerweile historisches Ausmaß annimmt, wird auch dann nicht so schnell verschwinden, wenn ihre kurzfristige Dynamik einmal ein paar Ticks nachlässt. Auch wenn die Preiskurven zahlreicher Rohstoffe, selbst die wichtigste unter ihnen, die des Ölpreises, seit Wochen eher abdriften als steigen, bleibt die Inflation aller Voraussicht nach längere Zeit auf einem sehr hohen Plateau.

Mittlerweile aber beobachte ich: Das Image der No-Names erlebt einen rauschenden Aufstieg. Allein die Zahlen zeigen: Der Marktanteil der Markenhersteller sinkt steil. Laut GfK von 59 Prozent im vergangenen Jahr auf 56,5 Prozent im Sommer dieses Jahres. Die Handelsmarken triumphieren. Gefühlt sogar schon seit längerem. Wohl aus mehreren Gründen:

1. No-Name ist bio und Fairtrade

Sagt Ihnen der Name „Fin Carré“ etwas? Mir bis vor Kurzem nicht. Es handelt sich um eine Lidl-Eigenmarke. Was mir aber etwas sagt, ist „Fairtrade“. Und dieses Logo prangt auf Schokoladen der Untermarke „Way to go“ von „Fin Carré“ von Lidl. Alles kompliziert zu verinnerlichen. Außer Fairtrade. So etwas finden Sie auf Tafeln von Milka nicht. Auch nicht bei Mars oder M&M. Mag sein, dass die Zielgruppe dieser Schoko-Massenware auf Fairtrade keinen Wert legt. Für Eigenmarken hingegen scheint mir der Imagegewinn enorm. Weil sie so mehr sind als „billiger“.

Passives Einkommen: Was ausschüttende Mischfonds leisten – und was nicht

  Passives Einkommen: Was ausschüttende Mischfonds leisten – und was nicht Passives Einkommen: Was ausschüttende Mischfonds leisten – und was nichtViele Menschen träumen davon, ihren Lebensunterhalt mit Zinsen und Dividenden zu bestreiten. Aber auch, wenn solche Erträge als passives Einkommen bezeichnet werden: Ein Selbstläufer sind sie nicht. Ein ausschüttungsoptimiertes Portfolio braucht Pflege und macht viel Arbeit. Ausschüttende Mischfonds, oft englisch als Multi-Asset-Income-Fonds bezeichnet, sollen Anlegern diese Arbeit abnehmen. Ihr Versprechen: ein breit gestreutes Portfolio aus Aktien und Anleihen, das idealerweise einen Wertzuwachs verzeichnet – und regelmäßige Ausschüttungen bietet.

Ähnlich grell verpackt ist „Das Exquisite“ - eine Schokoladen-Eigenmarke von Rossmann. Und auch diese Tafel ist Fairtrade-zertifiziert. Im angesagten dicken „Jokolade“-Format mit Segmenten, an denen man fast erstickt, in matt bedrucktes Papier eingeschlagen mit originellen Sorten wie pink-weiße Schokolade (neben dem neuen Standard Salzkaramell).

Wenn Sie mich fragen: Damit kann man im Büro auftrumpfen und sagen: „Hier. Probier mal. Ist von Rossmann. Aber Fairtrade.“

Welche Pasta erscheint Ihnen für einen Kochabend passender: die von Barilla oder die von REWE bio?

2. Unsere Supermärkte kämpfen für uns

In Zeiten horrender Preissteigerungen versuchen nun auch die großen Markenhersteller die Preise hochzujagen. Zum Teil, um die stark gestiegenen Produktionskosten zu kompensieren, zum Teil wohl auch, um die Gunst der Stunde zu nutzen. Und da mutet es fast wie eine moderne Robin-Hood-Geschichte auf der Laderampe an, wenn die Supermärkte wie jüngst Edeka im Namen der Gerechtigkeit (und in Wirklichkeit aus schierer Angst vor Kundenabwanderung) sagen: „Entweder billiger oder wir listen euch aus“.

Die Deutschen und das Brot: Das Leid der Bäckereien in fünf Grafiken

  Die Deutschen und das Brot: Das Leid der Bäckereien in fünf Grafiken Die Deutschen und das Brot: Das Leid der Bäckereien in fünf Grafiken„Alarmstufe Brot“ steht auf den Schildern, die die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bäckerei in die Höhe halten. „Unsere Politiker führen das Bäckerhandwerk in die größte Krise aller Zeiten“, steht darunter. Tausende sind in Hannover zusammengekommen, um auf die Not der Bäcker hinzuweisen, sagt Axel Oppenborn. Er ist Chef der Calenberger Backstuben und einer der Organisatoren der Demonstration, die diese Woche in der niedersächsischen Landeshauptstadt stattfand. Mit Lieferwagen und sogar Silowagen zogen die Bäcker und Bäckerinnen später durch die Stadt.

Und so war schon vor einiger Zeit kein HEINZ-Ketchup mehr bei Edeka mehr zu finden. Stattdessen haben die Händler auf die Edeka-Eigenkreation verwiesen: Papa Joe´s. Dessen Tomatensoßen-Flasche der von HEINZ verdächtig ähnlich sieht. Warum nicht Papa Joe´s kaufen? Immerhin ist die Marke damit Symbol für den heldenhaften Kampf um faire Preise. So lässt sich die Eigenmarke mit einer starken Story verkaufen. Und guten Gewissens am Grillabend auf den Tisch neben den Kartoffelsalat stellen.

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Aus Sicht der Einzelhändler hat es auch Pepsi im Preisgeschachere überzogen. Und so fliegen deren Produkte kurzerhand aus den Regalen, wie jüngst deren Cola bei Aldi Nord.

Das Gute aus Imagesicht der Händler: Die billige Eigenmarke gilt regelrecht als ausgestreckter Arm der Solidarität uns Verbrauchern gegenüber.

Jüngst lautete die Aussage einer Kampagne von Netto: „Keine Lust auf Mondpreise von Mars? Dann geh doch zu Netto.“ Abgebildet war eine Tüte M&M und das Eigenmarken-Pendant von Netto: Choco Nuts. Wer weiß, dass M&M zum Mars-Konzern gehört, wird die vergleichende Werbung womöglich als Koalitionsangebot empfunden haben: Wir zwei - Du und Netto.

Zusammenhalt gegen die internationalen Multis wie Nestlé, Unilever und Mondelez! Nach dem Prinzip der Reziprozität, laut dem wir Menschen aus dem Bedürfnis handeln, dem anderen aus Dank etwas zurückzugeben, ist der Griff zur River Cola regelrecht höflich. Gemeinsam gegen Pepsi. So funktioniert Marketing in der heutigen Zeit.

Kaffeevollautomaten: Premium-Kaffeeautomaten zum Wow-Preis!

  Kaffeevollautomaten: Premium-Kaffeeautomaten zum Wow-Preis! Kaffeevollautomaten-Angebote bei Amazon, OTTO und Co.Vollmundiger Kaffeegeschmack für jeden Geldbeutel? Kein Thema! Denn Kaffeevollautomaten müssen gar nicht so teuer sein. Philips, Jura, De’Longhi &Ein Angebot, welches wir dir stark ans Herz legen wollen: Der Bestseller, die De`Longhi Magnifica S ECAM 22.110.B! Sie kostet regulär 339 Euro, jetzt ist sie aber für nur 299 Euro zu haben. Damit sparst du aktuell satte 12 Prozent.

3. Billig kaufen als Zeichen von Zusammenhalt

Feuerwerk, Champagnerparty, Kreuzfahrt - all das passt für viele so gar nicht mehr in die Zeit. Ich stelle fest: Selbst viele von denen, die es sich noch leisten können, kommen sich heute blöde vor, großspurig auf die Kacke zu hauen. Wer etwas springen lassen will, muss es besser begründen können als nur mit Spaß. Wer ins Sternerestaurant geht, sollte schon die Gastronomie retten wollen, ein neues iPhone geht nur, wenn das alte nachweislich vom LKW überrollt worden ist. Überspitzt formuliert.

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Aber ganz im Ernst: Wer über die App „Too good to go“ in einer Bäckerei um die Ecke für 3 Euro massenhaft Brezeln, Sandwiches und Donuts rettet, der gilt heute nach meiner Wahrnehmung nicht mehr als unverbesserlicher Sparfuchs, sondern als Speerspitze der Nachhaltigkeitsbewegung. Die Massen an Lebensmitteln, die jeden Tag in der wohlhabenden Welt weggeworfen werden, sind eine echte Schande. Essen zu retten ist einfach edel, erst recht wenn man die Rabatte von gut und gerne 60 bis 80 Prozent (noch) nicht nötig hat.

Leitungswasser zu trinken, ist clever. Den Wintermantel ein oder zwei Saisons länger zu tragen, ist mittlerweile ein starkes, selbstbewusstes Statement.

Gleiches gilt womöglich bald auch für den Kauf von Eigenmarken. Die Wappenklasse-Pralinenmischung wird niemals sein wie die von Hussel. Und ein richtig guter Rotwein ist für unter acht Euro wohl nur mit Glück oder sehr viel Fachwissen zu kriegen. Qualität hat oft ihren Preis. Aber Markenimage leider auch. Ich bin mir sicher, in diesen Monaten werden viele, viele Verbraucherinnen und Verbraucher erkennen: Oh, die billigeren Dinger da sind ja mindestens genauso gut. Und wenn dann sogar der ganz persönliche Geschmackstestsieger der Billige ist, dann ist der auch gastgeschenktauglich. Markenprotzerei gehört zu den Attitüden, die wir uns in der Zeitenwende locker abschminken können.

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 Maria Verchenova Super Beautiful: Fotos des Golfer Als Kate Moss 30 wurde, wollte die ganze Welt neben ihr feiern. Der Look trat in kühnen, hüpfenden, disco -Locken, verführerischen rauchigen Augen und einem Pailled -Kleid heraus und war (sowohl damals als auch heute). Während Zeitreisen noch nicht existiert, hat Moss uns einen großen Erfolg von Nostalgie gegeben, indem sie ihren berühmten Look von 2004, mit freundlicher Genehmigung des Schönheitsmagiers selbst, Charlotte Tilbury nachgebildet hat.

Dass der Einzelhandel das kapiert hat, können leider alle direkt am Preisschild ablesen: Die Handelsmarken sind zuletzt anteilig stärker im Preis gestiegen als die Markenprodukte. Weil sie es sich dank des neuen Images leisten können.

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