Finanzen: Energiekonzern RWE will Kohleausstieg auf 2030 vorziehen

QIX Deutschland: RWE unterzeichnet Verträge für erste Flüssiggas-Lieferungen aus den Emiraten

  QIX Deutschland: RWE unterzeichnet Verträge für erste Flüssiggas-Lieferungen aus den Emiraten Der QIX Deutschland notiert am Montag ungeachtet des schwachen Ifo-Index und dem Wahlausgang in Italien am Nachmittag leicht im Plus bei 12.140 Punkten. © Bereitgestellt von Finanzen.net Ralph Orlowski/Getty Images Energieversorger RWE erhält künftig Flüssiggas (LNG).aus Abu Dhabi und sichert sich mit einem Memorandum ab 2023 auch mehrjährige Belieferungen. SAP plant mit seiner IT-Kompetenz künftig die digitale Transformation zahlreicher Branchen in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu unterstützen.

Der Energiekonzern RWE will den Kohleausstieg um acht Jahre auf das Jahr 2030 vorziehen. Das sieht eine Vereinbarung auf Eckpunkte zwischen RWE, dem Bundeswirtschaftsministerium und dem NRW-Wirtschaftsministerium vor.

Das Ortsschild des Dorfes Lützerath, das zur Stadt Erkelenz gehört. Das Dorf soll dem Braunkohletagebau Garzweiler weichen. © Henning Kaiser/dpa Das Ortsschild des Dorfes Lützerath, das zur Stadt Erkelenz gehört. Das Dorf soll dem Braunkohletagebau Garzweiler weichen.

Zugleich sollen zwei Kraftwerksblöcke, die nach derzeitiger Rechtslage Ende des Jahres stillgelegt werden sollten, bis ins Frühjahr 2024 weiterlaufen. Damit soll die Versorgungssicherheit gestärkt und Erdgas im Strommarkt eingespart werden, wie das NRW-Wirtschaftsministerium am Dienstag mitteilte.

Energiekonzern: RWE wird zweitgrößter Solaranlagenbetreiber in USA – mit Katars Hilfe

  Energiekonzern: RWE wird zweitgrößter Solaranlagenbetreiber in USA – mit Katars Hilfe Energiekonzern: RWE wird zweitgrößter Solaranlagenbetreiber in USA – mit Katars HilfeRWE verstärkt sein Geschäft mit erneuerbaren Energien in den USA mit einem fast sieben Milliarden Euro schweren Zukauf. Der Energiekonzern kauft dem Regionalversorger Con Edison aus New York den Solaranlagen-Entwickler und -Betreiber Con Edison Clean Energy Businesses ab, wie er am Samstagabend in Essen mitteilte.

Trotz des damit verbundenen Mehrbedarfs an Braunkohle in den nächsten 15 Monaten könnten weitere Umsiedlungen für den Braunkohleabbau sicher ausgeschlossen werden, hieß es. Ein Erhalt der Siedlung Lützerath sei aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich und daher auch nicht Gegenstand der Vereinbarungen. Umweltschützer und Anwohner in der Region hatten darauf gehofft, dass Lützerath bleiben darf. Nun sollen die Häuser abgerissen werden.

Grüne Lang: 280 Millionen Tonnen Braunkohle bleiben im Boden

Die Grünen Co-Vorsitzende Ricarda Lang bezeichnete die erzielte Verständigung auf einen früheren Kohleausstieg als «großen Erfolg» für den Klimaschutz. Lang sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag: «Der Kohleausstieg im Rheinischen Braunkohlerevier ist beschlossene Sache, er wird um ganze acht Jahre vorgezogen. Die Region wird zum Vorbild und zeigt: Der Kohleausstieg 2030 ist nicht nur notwendig, sondern möglich. Die heutige Einigung muss den Weg weisen für einen bundesweiten Kohleausstieg 2030.» Dieser ist bisher bis spätestens 2038 geplant.

Lützerath muss dennoch weichen: RWE will Kohleausstieg auf 2030 vorziehen

  Lützerath muss dennoch weichen: RWE will Kohleausstieg auf 2030 vorziehen Die Kohle unter der früheren Siedlung Lützerath werde benötigt, heißt es.Die Kohle unter der früheren Siedlung Lützerath, im unmittelbaren Vorfeld des Tagebaus, werde benötigt, um die „Braunkohlenflotte“ in der Energiekrise mit hoher Auslastung zu betreiben und gleichzeitig ausreichend Material für eine hochwertige Rekultivierung zu gewinnen, teilte RWE mit. Die erforderlichen Genehmigungen und gerichtlichen Entscheidungen hierfür lägen vor, alle ursprünglichen Einwohner hätten den Ort bereits verlassen.

«Indem wir früher aufhören, Kohle zu verfeuern, bleiben 280 Millionen Tonnen klimaschädlicher Braunkohle im Boden und 280 Millionen Tonnen CO2 aus der Luft», so Lang. «Den Beschäftigten weist die geplante Umrüstung auf wasserstofffähige Kraftwerke eine Perspektive für die Zukunft.»

Lang sagte weiter, dass zwei RWE-Kraftwerksblöcke nicht 2022, sondern wenige Jahre später vom Netz gehen, sei ein schwieriger Schritt. Damit werde aber Versorgungssicherheit in der akuten Energiekrise gewährleistet.

Vorzeitiger Ausstieg auch in Ostdeutschland gefordert

Die Ampel-Koalition auf Bundesebene hat zum Ziel, den bisher spätestens bis 2038 geplanten Kohleausstieg in Deutschland «idealerweise» auf 2030 vorzuziehen, wie es im Koalitionsvertrag heißt.

Nach der Entscheidung des Energiekonzerns RWE fordert der Grünen-Politiker Michael Kellner dasselbe Zieldatum auch für Ostdeutschland. «Jetzt gilt es, auch in Ostdeutschland das Ausstiegsziel 2030 anzupeilen», erklärte der parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin. «Es wäre fatal, wenn in Ostdeutschland ökonomische Zukunftschancen verspielt würden, weil die Ministerpräsidenten von SPD und CDU an dreckiger Kohle festhalten wollen.»

Energiekonzern: RWE zieht Kohleausstieg acht Jahre vor – Zwei Kraftwerke bleiben länger am Netz

  Energiekonzern: RWE zieht Kohleausstieg acht Jahre vor – Zwei Kraftwerke bleiben länger am Netz Energiekonzern: RWE zieht Kohleausstieg acht Jahre vor – Zwei Kraftwerke bleiben länger am NetzDer Energiekonzern RWE will den Kohleausstieg um acht Jahre auf das Jahr 2030 vorziehen. Das geht aus einer Eckpunkte-Vereinbarung zwischen RWE, dem Bundeswirtschaftsministerium und dem NRW-Wirtschaftsministerium hervor. Der Entschluss wurde am Dienstagmorgen von Wirtschaftsminister Robert Habeck, NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und RWE-Chef Markus Krebber vor Journalisten vorgestellt.

Kritik aus der FDP und Union

Aus der FDP kommt indes deutliche Kritik am geplanten früheren Kohleausstieg im Westen Deutschlands. Fraktionsvize Lukas Köhler sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag, der in der Koalition nicht abgestimmte Vorschlag von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zur Änderung des Kohleausstiegsgesetzes berge «erhebliche Risiken». Der FDP-Energiepolitiker Michael Kruse sagte: «Politisch festgelegte Abschalttermine haben unser Energiesystem angreifbar gemacht, diesen dramatischen Fehler sollte Robert Habeck nicht wiederholen.»

Die Union hat den geplanten Weiterbetrieb von Braunkohlekraftwerken in NRW als notwendigen Schritt bezeichnet - dem aber weitere folgen müssten. «Um eine Notlage abzuwenden und Preise zu begrenzen müssen jetzt kurzfristig alle Möglichkeiten der Energieerzeugung genutzt werden», sagte Andreas Jung, klima- und energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, am Dienstag. Es passe aber überhaupt nicht zusammen, klimaschädliche Braunkohle bis 2024 zu reaktivieren, das «CO2-neutrale» Kernkraftwerk in Lingen aber zum Jahresende 2022 abzuschalten.

Katar steigt beim nächsten Großkonzern ein

  Katar steigt beim nächsten Großkonzern ein DüsseldorF. Das Emirat finanziert RWE einen Teil des Preises für einen Solar-Zukauf in den USA. Das funktioniert über eine milliardenschwere Anleihe, die die Scheichs später gegen Aktien des Essener Energiekonzerns tauschen. © Marcel Kusch Das Emirat Katar ist seit Jahren ein wichtiger Faktor in der und für die deutsche Wirtschaft. Der Scheich-Familie al Thani gehören über zwei Investmentgesellschaften etwa zehn Prozent der Deutschen Bank, bei Volkswagen sind es gar 17 Prozent. Auch bei Porsche wollen die Katarer nach dem Börsengang in größeren Stil mit von der Partie sein. Und jetzt auch noch bei RWE.

Die Linke kündigt unterdessen Widerstand gegen die Förderung der Braunkohle unter der Siedlung Lützerath im Rheinischen Revier an. Die Entscheidung, mitgetragen von den Grünen, sei «einfach nur grotesk», sagte Parteichefin Janine Wissler am Dienstag in Berlin. «Wir sind der Meinung, Lützerath muss bleiben.» Den Ort für die Gewinnung von Braunkohle abzubaggern, widerspreche auch den Klimazielen. «Deshalb muss das verhindert werden.»

Hendrik Wüst: NRW ist Vorreiter

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst sieht sein Land nach der Vereinbarung mit RWE über einen früheren Kohleausstieg als Vorreiter beim Klimaschutz. Der CDU-Politiker sagte am Dienstag am Rande von Beratungen mit anderen Länder-Regierungschefs in Berlin: «Nordrhein-Westfalen geht voran: bei der Sicherung unserer Energieversorgung, dem Schutz unseres Klimas und dem Einstieg in die Energie der Zukunft.» Mit dem vorgezogenen Kohleausstieg leiste NRW einen der größten Beiträge zum Klimaschutz weltweit.

«Das ist Politik in Verantwortung für die nächsten Generationen», sagte Wüst. «Die Menschen in den Dörfern haben nun Klarheit, die Beschäftigten verlässliche Perspektiven. Die gesamte Region hat Planungssicherheit.» Mit Wasserstoffkraftwerken und zusätzlichen erneuerbaren Energien würden die Grundlagen für klimaneutrales Wirtschaften und eine gute Zukunft für das Rheinische Revier geschaffen.

Grüne debattieren zum Abschluss ihres Parteitags über Kohle und Klimaschutz .
Zum Abschluss ihres Parteitags in Bonn debattieren die Grünen am Sonntag über den Bereich Klimaschutz. Gegen die Vereinbarung mit RWE hatten anlässlich des Parteitags in Bonn mehrere Klimaorganisationen demonstriert. Im Antrag des Bundesvorstands zur Klimakrise bekennen sich die Grünen dazu, Deutschland klimaneutral zu machen. Zu diesem Ziel komme nun hinzu, die Abhängigkeiten von russischen Energiequellen schnellstmöglich zu beenden und gleichzeitig die Versorgungssicherheit für Bevölkerung und Wirtschaft zu gewährleisten.

Siehe auch