Finanzen: Bundesbank: Finanzsystem verwundbar bei steigenden Risiken

EZB warnt vor Risiken für Finanzstabilität im Euroraum

  EZB warnt vor Risiken für Finanzstabilität im Euroraum Ukraine-Krieg, Rekord-Inflation, Energiepreis-Schock - die Risiken für die Stabilität des Finanzsystems im Euroraum haben zugenommen. Die Euro-Währungshüter haben in dem schwierigen Umfeld eine klare Agenda.«Unserer Einschätzung nach haben die Risiken für die Finanzstabilität zugenommen, und eine technische Rezession im Euroraum ist wahrscheinlicher geworden», sagte der EZB-Vizepräsident. Schrumpft die Wirtschaft zwei Vierteljahre in Folge zum Vorquartal, sprechen Ökonomen von einer «technischen Rezession».

Die Bundesbank mahnt Geldinstitute angesichts wachsender Risiken für die Finanzstabilität zu mehr Vorsorge. «Die Banken sollten Verluste aus eigener Kraft auffangen können», sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch am Donnerstag bei der Vorstellung des Finanzstabilitätsberichts 2022 in Frankfurt. Sonst könne es zu einer Kreditklemme kommen, die eine realwirtschaftliche Krise verschärfe.

Eines von mehreren leer stehenden Ladenlokalen auf der Königsallee (KÖ) in Düsseldorf. © Rolf Vennenbernd/dpa Eines von mehreren leer stehenden Ladenlokalen auf der Königsallee (KÖ) in Düsseldorf.

Insgesamt sieht die Bundesbank ein deutlich verschlechtertes Umfeld: Für 2023 sagen Volkswirte eine Rezession voraus. Seit Monaten macht die extrem hohe Teuerung Verbrauchern und Unternehmen zu schaffen. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Schuldner Kredite nicht zurückzahlen können. «Die realwirtschaftlichen Risiken haben deutlich zugenommen», fasste Buch zusammen. Das Finanzsystem bleibe verwundbar gegenüber diesen Risiken. «Das heißt, wir müssen jetzt wirklich Sorge tragen, dass aus den Verwundbarkeiten, die wir schon gesehen haben, keine Verletzungen werden, die dann später nur sehr schwer zu heilen sind», sagte Buch.

Goldreserven: Wie viel Gold hat die Bundesrepublik Deutschland?

  Goldreserven: Wie viel Gold hat die Bundesrepublik Deutschland? Goldreserven: Wie viel Gold hat die Bundesrepublik Deutschland?Goldschmuck, Goldbarren im privaten Banksafe oder eine Münze als Geschenk: Das Edelmetall Gold gilt als Luxusobjekt und zugleich als relativ sichere Anlage. Denn aus historischer Perspektive betrachtet hat sich der Wert von Gold immer weiter erhöht. Doch nicht nur Eheleute und Privatinvestoren, sondern auch der deutsche Staat hält große Goldreserven. Warum das so ist, wie viel Gold der Staat hält, wo die Goldbarren gelagert sind – und in welchem Verhältnis der Goldvorrat des Staates zu privaten Goldvorräten steht: Alle wichtigen Fragen und Antworten zum Thema im Überblick.

Die Zeitreihen, mit deren Hilfe Geldhäuser künftige Kreditrisiken abschätzten, könnten sich als zu optimistisch herausstellen, warnte die Bundesbank-Vizepräsidentin: «Wenn wir hier also sehen, dass die Risikovorsorge sehr stark gesunken ist, sollte das noch keine Entwarnung geben für zukünftige Risiken

Mahnung zur Risikovorsorge

Der für die Bankenaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling bekräftigte: «Kreditrisiken und Kreditausfälle werden ständiger Begleiter von 2023 sein. Und das ist der Grund, warum wir entsprechende Warnungen abgeben.» Geldhäuser sollten Spielräume für weitere Vorsorge nutzen, mahnte Wuermeling: «Was uns wundert ist, dass so wenig zusätzliche Risikovorsorge gebildet wird.»

EZB-Präsidentin Lagarde: Bilanz wird "maßvoll und vorhersehbar" verkleinert - Kampf gegen Inflation nicht beendet

  EZB-Präsidentin Lagarde: Bilanz wird Die Europäische Zentralbank (EZB) betrachtet die Leitzinsen nach Aussage ihrer Präsidentin Christine Lagarde weiterhin als ihr wichtigstes Instrument, wird aber auch ihre Bilanz "maßvoll" verkleinern."Im gegenwärtigen Umfeld und in Anbetracht der Tatsache, dass die Zinssätze nach wie vor das wirksamste Instrument zur Gestaltung unseres geldpolitischen Kurses sind, ist es... angemessen, die Bilanz in einem maßvollen und vorhersehbaren Rahmen zu normalisieren", sagte Lagarde beim Frankfurt European Banking Congress.

Die zuletzt kräftig gestiegenen Zinsen sind für die Branche nach Jahren negativer Zinsen mittelfristig zwar positiv. Kurzfristig jedoch entstehen auch dort Risiken, weil höhere Zinsen Kreditnehmer zusätzlich belasten. Höhere Zinsen hätten zudem Kurse für Wertpapiere gedrückt, Banken mussten Abschreibungen vornehmen und hätten ihre stillen Reserven bereits weitgehend aufgebraucht, erklärte Buch.

Bei der Zahlung von Dividenden fordert die Bundesbank Finanzinstitute zu Zurückhaltung auf. Wuermeling betonte: «Angesichts einer hohen Unsicherheit sollten sie umsichtig Risikovorsorge betreiben und nur vorsichtig Gewinne ausschütten.» Wichtig sei, für mögliche Verluste so viel Kapital wie möglich im System zu halten, sagte Wuermeling.

Geflügelhalter rechnen mit weiter steigenden Eierpreisen .
Derzeit sind wegen der Geflügelpest wenige Legehennen in den Ställen - gleichzeitig ist die Nachfrage nach Eiern weltweit hoch. Die Verbraucher werden wohl tiefer in die Tasche greifen müssen.Bei den teureren Eiern aus Biohaltung oder aus Freilandhaltung rechne er derzeit nicht mit knapper werdender Ware. Zuletzt seien die Kunden wegen der hohen Inflation sehr preissensibel gewesen und hätten eher zur günstigeren Ware gegriffen.

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