Finanzen: Wirtschaftsministerium will wichtige Rohstoffe sichern

Rock Tech: Mit Ansiedlung in Guben im Zeitplan

  Rock Tech: Mit Ansiedlung in Guben im Zeitplan Trotz Hindernissen und einer Verschiebung des Starts der Lithium-Produktionsanlage von Rock Tech in Guben (Spree-Neiße) sieht sich das kanadische Unternehmen im Zeitplan. Am vergangenen Freitag war bekanntgeworden, dass sich durch gestörte Lieferketten der Start um ein halbes Jahr von Ende 2024 auf das zweite Quartal 2025 verzögert. «Der Zeitplan ist ambitioniert, aber wir glauben, er ist realistisch», sagte Unternehmenssprecher André Mandel am Mittwoch. © Patrick Pleul/dpa/Archivbild Hinter einem Werbeaufsteller der Stadt Guben ist eine leere Fläche zu sehen. Das Brandenburger Wirtschaftsministerium will die Verschiebung nicht überbewerten.

Das Wirtschaftsministerium macht sich für eine «aktivere Rolle» der Bundesregierung bei der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen stark. Das geht aus einem Entwurf von Eckpunkten für eine Aktualisierung der Rohstoffstrategie der Bundesregierung aus dem Haus von Minister Robert Habeck (Grüne) hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Zuvor hatte das «Handelsblatt» darüber berichtet.

Die Flamme eines Gasherdes brennt in einer Küche. © Frank Rumpenhorst/dpa Die Flamme eines Gasherdes brennt in einer Küche.

«Während in Zeiten der freien Märkte und einem Ausgleich von Angebot und Nachfrage Unternehmen sicherlich am besten ihre konkreten Bedarfe an Rohstoffen sichern können, ist dies in Zeiten der digitalen und grünen Transformation und sich verändernden geopolitischen Lagen nicht unbedingt der Fall», heißt es in dem Papier.

Jenseits von Russland und China: Neue Geschäftsfreunde gesucht

  Jenseits von Russland und China: Neue Geschäftsfreunde gesucht Deutschland will raus aus gefährlichen wirtschaftlichen Abhängigkeiten. Diversifizierung heißt das Stichwort. Der Bundeskanzler setzt dabei nicht allein auf demokratische Marktwirtschaften. © Yeen Ling Chong/AP Photo/picture-alliance Das hochentwickelte Singapur ist einer der asiatischen Partner, von denen sich Olaf Scholz mehr erhofft Asien ist nicht nur China. Diese Botschaft verbreitet der Bundeskanzler seit Monaten in der deutschen Wirtschaft.

Um unabhängiger von Importen zu werden, soll beispielsweise die Wiederverwertung von Rohstoffen vorangetrieben werden. So werde Bauschutt häufig nur im Straßenbau weiterverwendet, anstatt dass enthaltene Materialien zurückgewonnen würden. Dabei sei die nötige Technik vorhanden, im Weg stünden aber hohe Kosten und gesetzliche Vorgaben.

Engpässe früh erkennen

Mithilfe von «Stresstests» will das Ministerium ermitteln, bei welchen wichtigen Rohstoffen es zu Engpässen kommen könnte. Unternehmen, in deren Lieferketten Probleme drohen, sollen angeben müssen, wie sie mit diesen Risiken mittelfristig umgehen wollen.

Zur etwaigen Schließung kurzfristiger Lücken soll die Lagerung kritischer und strategischer Rohstoffe bei Unternehmen gefördert und falls nötig staatlich etabliert werden. Ein staatlich-privater Fonds soll Rohstoffprojekte im In- und Ausland unterstützen. «Der Fonds soll Eigenkapital, Darlehen und Bürgschaften zur Finanzierung von Projekten zur Rohstoffgewinnung, Verarbeitung und Recycling - insbesondere in der kapitalintensiven Skalierungsphase - bereitstellen» - also in jener Phase, in der bestehende Projekte ausgebaut werden.

Um einseitige Abhängigkeiten von Lieferländern zu vermindern, will das Ministerium die Zusammenarbeit mit Ländern und Regionen ausbauen, «die als Wertepartner für die deutsche Bundesregierung gelten».

«Kontinent der Chancen»? Habeck unterwegs in Afrika .
Deutschland braucht viel «grünen» Wasserstoff, um voranzukommen bei der klimafreundlichen Umstellung der Wirtschaft. Der soll auch aus Afrika kommen. Nicht nur deswegen reist der Wirtschaftsminister dorthin.Am Sonntag bricht der Wirtschafts- und Klimaschutzminister zu einer mehrtägigen Reise auf, zunächst nach Namibia, dann nach Südafrika. In Namibia soll die Zusammenarbeit bei «grünem» Wasserstoff ausgebaut werden. In Südafrika soll es auf einer deutsch-afrikanischen Konferenz vor allem darum gehen, die Wirtschaftsbeziehungen zu vertiefen.

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