Finanzen: Ifo-Geschäftsklima steigt - Pessimismus lässt merklich nach

Ifo: Ein Fünftel der ukrainischen Geflüchteten hat bereits Arbeit in Deutschland

  Ifo: Ein Fünftel der ukrainischen Geflüchteten hat bereits Arbeit in Deutschland Ein Fünftel der aus der Ukraine geflüchteten Menschen hat hierzulande mittlerweile einen Arbeitsplatz gefunden. Die erneute Umfrage bestätige zudem den Trend aus dem Sommer, dass die meisten Geflüchteten im erwerbsfähigen Alter sind, über eine gute formale Ausbildung verfügen und bereits in der Ukraine beschäftigt waren. Befragt wurden 1461 ukrainische Geflüchtete. Das Ifo verwies darauf, dass die Stichproben nicht statistisch repräsentativ seien, da die Befragten als Zufallsstichprobe und im Schneeballverfahren rekrutiert worden seien.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November unerwartet deutlich verbessert. Das Ifo-Geschäftsklima stieg zum Vormonat um 1,8 Punkte auf 86,3 Zähler, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag mitteilte. Außerdem wurde der Wert für den Vormonat nach oben revidiert. Demnach war das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer bereits im Oktober erstmals seit Mai gestiegen.

Container auf einem Gelände im Hamburger Hafen. Laut Ifo-Institut hat sich die Simmung in der deutschen Wirtschaft wieder deutlich verbessert. © Daniel Bockwoldt/dpa Container auf einem Gelände im Hamburger Hafen. Laut Ifo-Institut hat sich die Simmung in der deutschen Wirtschaft wieder deutlich verbessert.

«Mit den laufenden Geschäften waren die Unternehmen zwar weniger zufrieden, aber der Pessimismus mit Blick auf die kommenden Monate ließ merklich nach», kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Rezession dürfte weniger tief ausfallen als viele erwartet hätten.

Mehr als 50.000 Ukraine-Flüchtlinge in regulärer Arbeit

  Mehr als 50.000 Ukraine-Flüchtlinge in regulärer Arbeit Mehr als 50.000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine haben seit ihrer Ankunft in Deutschland eine reguläre Arbeit gefunden. Im August waren nach hochgerechneten Daten 109.000 Ukrainerinnen und Ukrainer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, wie eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage mitteilte. Davon kamen rund 51.000 seit Kriegsbeginn im Februar hinzu, außerdem fanden 17.000 eine geringfügige Beschäftigung. Viele weitere sind derzeit damit beschäftigt, Deutsch zu lernen: Im Oktober besuchten 96.000 Integrationskurse. © Marcus Brandt/dpa/Archivbild Blick auf den Eingang der Agentur für Arbeit. Insgesamt waren zum Stichtag 13.

Ökonomen hatten im November mit einer besseren Unternehmensstimmung gerechnet, waren aber nur von 85 Punkten ausgegangen. In den vergangenen Monaten hatten die Inflation und Probleme mit Lieferketten den Stimmungsindikator belastet, der auf einer Umfrage unter rund 9000 Unternehmen basiert. Für den Index wird die Stimmung mit dem Durchschnitt des Jahres 2015 verglichen.

Stimmung hellt auf

Die befragten Unternehmen beschrieben ihre aktuelle Geschäftslage im November etwas schlechter als im Monat zuvor. Ausschlaggebend für das insgesamt bessere Geschäftsklima waren die Erwartungen: Der entsprechende Index stieg auf 80 Punkte von 75,9 Punkten im Oktober.

Die Stimmung verbesserte sich in allen Bereichen der Wirtschaft, besonders aber in der Industrie und in der Dienstleistungsbranche. «Die Rezession verliert ihren Schrecken», kommentierte Chefvolkswirt Ulrich Kater von der Dekabank. Er erwartet, dass die Unsicherheit über die Energieversorgung und damit die Sorgen um die Produktion in den kommenden Monaten zurückgeht. Die deutschen Unternehmen stünden allerdings vor langfristigen Herausforderungen, sagte Kater.

Sein Commerzbank-Kollege Jörg Krämer verwies auf das Entlastungspaket der Bundesregierung und darauf, dass das Risiko eines Gasmangels deutlich gesunken sei. «Ich erwarte unverändert eine Rezession, mehr denn je aber keinen wirtschaftlichen Kollaps.»

Krieg, Inflation: «Generation Mitte» stark verunsichert .
Die mittlere Generation im Alter von 30 bis 59 Jahren gilt als «Leistungsträger» der Gesellschaft. Die Stimmung in dieser Gruppe hat also Gewicht - und sie ist trübe.Vor einem Jahr, inmitten des zweiten Corona-Herbstes, habe die mittlere Generation noch mit verhaltener Zuversicht nach vorn geschaut. Nur zwölf Monate später sei der Optimismus vollends verflogen. Zuvor hatte der «Spiegel» darüber berichtet.

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