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Finanzen: Klimaaktivisten: Wer zahlen müsste, wenn millionenschwere Kunst beschmutzt wird

Oberlandesgericht Celle weist Aktionen von Klimaaktivisten in enge Schranken

  Oberlandesgericht Celle weist Aktionen von Klimaaktivisten in enge Schranken Das Oberlandesgericht (OLG) im niedersächsischen Celle hat die Verurteilung eines Klimaaktivisten wegen einer Farbattacke auf die Universität Lüneburg zu hundert Tagessätzen bestätigt. Die Sachbeschädigung aus dem Sommer 2021 sei nicht aufgrund eines Notstands gerechtfertigt oder als ziviler Ungehorsam erlaubt gewesen, bestätigte das OLG in dem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss die vorherige Entscheidung des Amtsgerichts Lüneburg. © MICHELE TANTUSSI Das Oberlandesgericht im niedersächsischen Celle hat die Verurteilung eines Klimaaktivisten wegen einer Farbattacke auf die Universität Lüneburg zu hundert Tagessätzen bestätigt.

Umweltaktivisten der sogenannten Letzten Generation attackierten das Gemälde Tod und Leben von Gustav Klimt im Leopold Museum in Wien. Sie protestierten damit gegen fossile Zerstörung durch Ölkonzerne wie OMV. Foto: imago imageshttp://img-s-msn-com.akamaized.net/tenant/amp/entityid/AA14VjB7.img?h=152&w=270&m=6&q=60&o=f&l=f © Bereitgestellt von Wirtschaftswoche Umweltaktivisten der sogenannten Letzten Generation attackierten das Gemälde Tod und Leben von Gustav Klimt im Leopold Museum in Wien. Sie protestierten damit gegen fossile Zerstörung durch Ölkonzerne wie OMV. Foto: imago imagesdata-portal-copyright=

Wieder und wieder beschmutzen Aktivisten Kunst, um auf die Umweltzerstörung aufmerksam zu machen. Doch wer zahlt eigentlich, falls ein Gemälde im Millionenwert wirklich mal Schaden nehmen sollte?

Klimaaktivisten, die es auf Gemälde abgesehen haben: die wiederholten Angriffe auf Kunstwerke schrecken die Kunstszene auf. Museen entwickeln gerade Notfallpläne und verschärfen Sicherheitskonzepte. „Das wird beispielsweise an verschärften Regelungen für Taschen und Oberbekleidung sichtbar“, heißt es vom Deutschen Museumsbund auf Anfrage. Details wolle man nicht nennen.

Deutschland: Pläne für schnellere Einbürgerung sind umstritten

  Deutschland: Pläne für schnellere Einbürgerung sind umstritten Wie zufrieden sind die Deutschen mit ihrer Regierung? Sollte man mit Katar Geschäfte machen? Wer wird Fußball-Weltmeister? Im ARD-Deutschlandtrend gibt es Antworten auf diese Fragen. © Winfried Rothermel/picture alliance Provided by Deutsche Welle Im Dezember ist es ein Jahr her, dass Angela Merkel aus dem Kanzleramt ausgezogen ist. Auch wenn es inzwischen Kritik an ihrer früheren Regierungsarbeit gibt, insbesondere an ihrer Russland- und Energiepolitik, haben die Bürger die Alt-Bundeskanzlerin in guter Erinnerung. 62 Prozent sind rückblickend zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit ihrer Arbeit.

Die weltweit älteste Kunstmesse in Köln, die Art Cologne, setzte zuletzt neben Taschenkontrollen auch Scanner ein. Dass die in der Breite in Museen genutzt werden, sei laut Museumsbund nicht geplant. Eine Sprecherin verweist darauf, dass die Mehrkosten für Sicherheit in Museen wirtschaftlich eine große Herausforderung darstellen.

Bislang sorgte Glasschutz dafür, dass Kartoffelbrei, Suppe oder ölige Flüssigkeit die Gemälde selbst nicht beschädigten. Dennoch ist von einem „hohen Sachschaden“ die Rede. Fragt man Experten, was es kostet, die Rahmen der Gemälde zu reinigen, schätzen sie die Summe auf 5.000 bis 10.000 Euro. Und freilich entgehen den Museen Einnahmen, wenn sie in der Zwischenzeit die Türen schließen.

Nicht nur die Museen leiden, sollte man meinen, Schweiß dürfte auch den Kunstversicherern auf der Stirn stehen. „Die meisten Gemälde sind gar nicht versichert“, erklärt Bernd Ziegenrücker, Kunsthistoriker und Chef des Versicherungsmaklers Artekuranz. Gerade in großen staatlichen Museen gebe es keinen Schutz über einen privaten Versicherer. Wenn, dann sind die versicherten Kunstwerke meist nur ausgeliehene Drittobjekte, die auf Ausstellungen gezeigt würden. Stattdessen greift zumeist die sogenannte Staatshaftung. Heißt: Bund und Länder zahlen.

Letzte Generation: Klimaaktivisten wollen Proteste verstärken

  Letzte Generation: Klimaaktivisten wollen Proteste verstärken Trotz Geldstrafen, Gefängnis und scharfer Kritik wollen die Klimaschützer der „Letzten Generation“ ihre Proteste ausweiten. Die Politik ringt um den richtigen Umgang damit.Auch im Bundestag stand das Thema am Freitag auf der Tagesordnung. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), derzeit Vorsitzender der Innenministerkonferenz, sagte nach Gesprächen mit seinen Länderkollegen und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), es zeige sich offenkundig, dass eine straffe Organisation hinter den Aktionen stehe. Daher sei es wichtig, nun ein bundesweites Lagebild zu erstellen. Einige wenige Aktivisten seien den Behörden bereits aus der linksextremistischen Szene bekannt.

Private Museen wiederum versichern Kunst über Kunstversicherer. Dann, erklärt Ziegenrücker, kommt üblicherweise die sogenannte Allgefahrendeckung ins Spiel. Gefahren für Kunstwerke wie Radioaktivität, Krieg, Beschlagnahmung oder Terror fallen da nicht hinein. Die Attacken der Klimaaktivisten hingegen schon – sie gelten als mutwillige Sachbeschädigung, als Vandalismus. Kunstversicherer nehmen dann die Klimaaktivisten Regress. Die wiederum können keine Haftpflicht geltend machen, da Vorsatz bestünde – bestens dokumentiert durch Kameraaufnahmen, Bilder und einen angeleimten Täter. Heißt: Sie können Ansprüche geltend machen – und das auch über Jahrzehnte. Schäden in Millionenhöhe möglich

Wenngleich die Schäden bislang gering sind: Was, wenn doch mal mehr passiert? Wenn auf der Art Cologne zum Beispiel Werke beschädigt worden wären – schließlich hingen dort zwei millionenschwere Werke direkt nebeneinander: Rechts ein Bild von Claude Monet (6,5 Millionen Euro), links eines von Gerhard Richter (5,5 Millionen Euro). Stephan Zilkens ist Geschäftsführer des Kunstversicherungsmaklers Zilkens Fine Art. „Diese Bilder sind nicht durch Glas geschützt“, sagt Zilkens. „Natürlich ist das ein Risiko für den Versicherer.“

Söder kritisiert Klimaaktivisten: «Gefahr für Sicherheit»

  Söder kritisiert Klimaaktivisten: «Gefahr für Sicherheit» Nach den jüngsten Protestaktionen von Klimaaktivisten hat CSU-Chef Markus Söder seine scharfe Kritik an den Beteiligten erneuert. «Normalerweise würde ich sagen, in Bayern gilt: Leben und leben lassen, kleben und kleben lassen», sagte Söder am Freitag nach einer CSU-Vorstandssitzung in München. Aber leider sei das nicht so einfach - das hätten auch die Ereignisse am Vortag gezeigt. «Das ist alles mit großen Gefahren verbunden, für Sicherheit, auch für Leib und Leben», warnte der Ministerpräsident. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa Klimaaktivisten sitzen mit angeklebten Händen auf dem Zubringer einer Start-und Landebahn.

Anette Schwarz von der Gothaer Versicherung verweist darauf, dass eine Wertminderung greife, sollte ein Gemälde beispielsweise durch Feuchtigkeit zu Schaden kommen. „Sollte ein Werk mit einem dreistelligen Versicherungswert beschädigt werden, kann es selbst bei geringen Wertminderungsansätzen zu Entschädigungsleistungen im Millionenbereich kommen.“

Die Kunstversicherer schließen nicht aus, dass die Angriffe Auswirkungen auf den Kunstbetrieb haben könnten. So könnten Eigentümer vorsichtiger werden, Werke überhaupt zu verleihen. Dass Kunstversicherer ihre Prämien anheben, damit rechnen die beiden Versicherungsmakler und auch Schwarz von der Gothaer nicht.

Dass sich Policen ändern oder strengere Sicherheitsvorkehrungen fordern, sei hingegen gut denkbar. Beispielsweise, dass mehr Schutzglas zur Pflicht wird, sagt Ziegenrücker.

Auch Zilkens hält mehr Schutzglas für eine denkbare Auswirkung der Angriffe. Doch er wendet ein: „Ein Bild ohne Glas hat eine völlig andere Wirkung!“ Und auch der Deutsche Museumsbund verweist darauf, dass die Museen Werke eigentlich nicht hinter Glas oder Absperrbänder sichern wollten.

Künast: Klimaaktivisten wollen nicht den Staat abschaffen

  Künast: Klimaaktivisten wollen nicht den Staat abschaffen Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast bezweifelt, dass sich der Verdacht gegen Klimaaktivisten der «Letzten Generation» auf Bildung einer kriminellen Vereinigung bestätigen wird. Der Zweck oder die Tätigkeit müsse dann auf die Begehung von Straftaten gerichtet sein, sagte Künast am Mittwoch im rbb-Inforadio. Da dürfe man als Juristin erhebliche Zweifel haben. Gerichtet sei die Tätigkeit darauf, Aufmerksamkeit zu bekommen beziehungsweise der Politik konkrete Maßnahmen abzuringen. © Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) spricht.

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Reichsbürger und Klimaaktivisten auf eine Stufe gestellt? CDU-Chef Merz in der Twitter-Kritik .
Hat der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz die Mitglieder der „Reichsbürger“-Szene mit den Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ auf eine Ebene gestellt? München - In ganz Deutschland wird sich angeklebt. Egal ob auf der Autobahn, in der Stadt oder auf dem Rollfeld des Flughafens, keine Straße ist vor den Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ sicher. Viele Menschen und auch Politiker sind von den Aktionen der Klima-Gruppe genervt. Der CDU-Parteivorsitzende Friedrich Merz äußerte sich zu der Gruppe auf Twitter. Dabei stellte er die klebenden Aktivisten mit der Reichsbürger-Szene auf eine Ebene.

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