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Sport: "DTM keineswegs vom Tisch": Was JP Motorsports GTWCE-Einstieg bedeutet

Cassidy und die DTM: "Bekommt man nicht so einfach unter einen Hut"

  Cassidy und die DTM: Red-Bull-Mann Nick Cassidy würde 2022 gerne regelmäßig in der DTM fahren, doch ein anderes Engagement steht dem Neuseeländer dabei teilweise im WegeCassidy war in Nürnberg bei AF-Corse-Ferrari als Ersatz für Alexander Albon zum Zuge gekommen und beweis auf dem Stadtkurs, dass die Umstellung auf das GT3-Auto für ihn keine Hürde ist. Mit Platz fünf im Samstagsrennen und Platz drei im Qualifying am Sonntag gab der 27-Jährige einen überzeugenden Einstand.

Das McLaren-Team JP Motorsport plant vorerst ohne der DTM © Gruppe C Das McLaren-Team JP Motorsport plant vorerst ohne der DTM

Planänderung bei JP Motorsport: Das McLaren-Team, das dieses Jahr bei drei DTM-Wochenenden mit Christian Klien am Start war und für 2022 bereits ein zweites Auto angekündigt hatte, hat in einer Pressemitteilung den Fokus auf die GT-World-Challenge Europe (GTWCE) bekanntgegeben.

Doch was bedeutet das für das DTM-Engagement? "In der DTM konnten wir dieses Jahr viel auf hohem Niveau lernen", wird Teamchef Patryk Krupinski zitiert. "Jedoch war relativ früh klar, dass sich um die Serie nicht unsere Zukunft drehen kann."

Was er damit meint? "Das Eventkonzept ist nicht perfekt und macht es einem Team wie uns schwer, ein gutes Business-Case dafür aufzustellen. Zudem geht man als Single-Player gegen ein Feld mit acht Mercedes-AMG, die im Customer-Racing-Bereich trotz unterschiedlicher Teams zusammenarbeiten, von vornherein schon benachteiligt an den Start."

DTM-Champion Götz: „Mache nicht auf Nico Rosberg“

  DTM-Champion Götz: „Mache nicht auf Nico Rosberg“ Es war ein DTM-Finale, das es in sich hatte: Maximilian Götz jubelte, muss sich aber hinterher Kritik gefallen lassen. Davon lässt sich der neue Champion aber nicht beirren. © Bereitgestellt von sport1.de DTM-Champion Götz: „Mache nicht auf Nico Rosberg“ Auch noch Wochen nach seinem DTM-Triumph ist Maximilian Götz überwältigt.„Es hätte für mich nichts Emotionaleres geben können“, gab der frischgebackene Champion im AvD Motor & Sport Magazin auf SPORT1 zu. „Der Moment, in dem ich den Pokal hochrecken konnte, das war sehr emotional. Es war ein Kindheitstraum.

Christian Klien © DTM Christian Klien

Projektmanager Specht: "DTM-Verbleib nicht vom Tisch"

Kritische Worte des polnischen Teamchefs, Teambesitzers und Fahrers, der damit auf die schwierige Finanzierung anspielt - und sich auch eine Spitze gegen Mercedes-AMG und deren Herstellerstrategie nicht verkneifen kann.

Zur Erinnerung: Krupinskis Team war 2020 mit einem Mercedes-AMG GT3 in der GT-Open-Serie an den Start gegangen, ehe man sich Anfang 2021 mit AMG überwarf (Vorwurf der "immensen Benachteiligung") und das DTM-Projekt mit einem McLaren 720S GT3 in Angriff nahm. Klien kam in Zolder, auf dem Nürburgring und in Assen in sechs Rennen mit Platz fünf in den Niederlanden einmal in die Punkteränge.

Doch auch wenn Krupinski in der Pressemitteilung relativ klare Worte gegen ein DTM-Engagement findet, ist das Thema laut JP-Motorsport-Projektmanager Markus Specht selbst für 2022 "keineswegs vom Tisch", wie er im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' klarstellt.

David Schumacher fährt AMG-Young-Driver-Test: Winkt 2022 DTM-Cockpit?

  David Schumacher fährt AMG-Young-Driver-Test: Winkt 2022 DTM-Cockpit? David Schumacher testet kommende Woche beim DTM-Young-Driver-Test von AMG für HRT: Welche weiteren bekannten Gesichter antreten und wie der Test läuft"Es stimmt, dass David Schumacher für uns testen wird", bestätigt HRT-Geschäftsführer Ulrich Fritz im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Und er deutet an, dass ein DTM-Einstieg tatsächlich ein Thema sein könnte, denn das Team zieht für 2022 den Einsatz eines dritten Autos in Erwägung.

Selbst Überschneidungen nicht zwingend als Hindernis

"Wir machen unter das Projekt keinen Haken und hätten schon noch die eine oder andere Rechnung offen, aber es ist eine Aufwand-Nutzen-Sache. Und da hat sich schnell gezeigt, dass es einfacher ist, ein Projekt in der GT-World-Challenge aufzustellen, als gute Partner für die DTM zu finden."

Sollte nun ein Geldgeber beim Team andocken, "der die notwendige finanzielle Struktur mitbringt, würden wir nicht nein sagen, obwohl sich ein paar Termine überschneiden. Dann müssten wir uns für diese Termine um ein zweites Team kümmern", verweist Specht auf die DTM-Rennen in Portimao, Imola, auf dem Norisring und auf einer noch nicht genannten Strecke, die sich mit den Sprint- und Langstreckenrennen der GTWCE überschneiden.

GTWCE bietet mehr Möglichkeiten für Kundensport

Dass es aktuell nicht nach einem Start in der DTM aussieht, hat finanzielle Gründe: Denn laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' kam Hersteller McLaren dem Team 2021 in Bezug auf einige Leistungen zwar etwas entgegen, man hätte aber langfristig einen größeren Sponsor für das Projekt benötigt, da es sich bei der DTM um eine reine Profi-Serie mit nur einem Fahrer pro Auto handelt.

Speedway Motorsports erwirbt Dover Motorsports

 Speedway Motorsports erwirbt Dover Motorsports © Bereitgestellt von NBC Sports Ihr Browser unterstützt nicht dieses Video Speedway Motorsports angekündigt Montagabend, die Dover-Motorsports erwerben würde, was Dover International Speedway und Nashville Superspeedway tätig ist. Speedway Motorsports erklärte, dass es zugestimmt hatte, Dover-Motorsports für 3,61 US-Dollar pro Aktie in Bargeld für einen ungefähren Gesamtkapitalwert von 131,5 Mio. USD zu erwerben. Erwerben Sie alle herausragenden Aktien von Dover Motorsports.

Das weiß auch Klien: Die GTWCE, in der man möglicherweise sogar drei Autos einsetzen will, biete "mehr Möglichkeiten, als Team auch im Kundensport zu agieren, da mehrere Fahrer auf einem Auto sitzen können", verweist der ehemalige Formel-1-Pilot darauf, dass man so leichter die Finanzierung stemmen kann.

Dadurch kann nicht nur Besitzer Krupinski selbst ins Lenkrad greifen, sondern die Finanzierung kann auf mehrere Schultern verteilt werden. Und auch Amateure könnten sich daran beteiligen. Ein Konzept, mit dem man in der DTM nicht konkurrenzfähig wäre.

Specht: Einschreibegebühr und Stopps als DTM-Kostentreiber

Denn für die DTM bewegen sich die Kosten pro Fahrzeug im Bereich von einer Million Euro. "Das passt ziemlich genau, wenn man die einen oder anderen Fixkosten wie die Fahrzeugabschreibung beiseite lässt", bestätigt Specht. Wo er die Kostentreiber in der DTM sieht? "Das wäre mal die Einschreibegebühr, die doppelt so hoch ist wie bei anderen Rennserien."

Zudem nennt er den Performance-Boxenstopp: "Man braucht sieben Personen für einen Stopp, während man im GT-Masters mit der Hälfte auskommt. In der GT-World-Challenge laufen bei der Sprintserie zwei Jungs mit einem Schlagschrauber ums Auto. In der Endurance-Serie braucht man dann noch drei zusätzliche Leute zum Tanken, aber das ist immer noch günstiger als in der DTM."

Bei den drei DTM-Auftritten waren es tatsächlich immer wieder die Stopps, die Klien um gute Ergebnisse brachten. Das war neben Fehlern des diesbezüglich ungeübten Teams auch darauf zurückzuführen, dass das Fahrzeug durch die Radmuttern und Gewindegänge nicht optimal auf schnelle Stopps ausgelegt ist.

Berger sucht neues McLaren-Team

Für die DTM ist der Abschied von JP Motorsport ein Rückschlag, denn damit verliert man das einzige McLaren-Team, das in der Saison 2021 am Start war. Zu allem Überdruss kündigte man an, 2022 vielleicht in der Konkurrenzserie ADAC GT Masters, das keine Überschneidungen mit der GTWCE aufweist, an den Start gehen zu wollen.

Hinter den Kulissen arbeitet DTM-Boss Gerhard Berger aber bereits daran, einen Nachfolger für JP Motorsport zu finden, damit er auch 2022 Markenvielfalt garantieren kann.

"Unsinnige Geldvernichtung": Mücke setzt auf DTM-Trophy statt Formelsport .
Nach 22 Jahren zieht Peter Mücke sein Team aus dem Formelsport ab: Wieso der Nachwuchs-Experte stattdessen auf die DTM-Trophy setzt und wovor er warnt"Wir werden zwei Mercedes-AMG GT4 in der DTM-Trophy einsetzen und damit unser Engagement auf der DTM-Plattform noch einmal deutlich erhöhen", bestätigt Teamchef Mücke im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Unsere Formelaktivitäten werden wir hingegen sein lassen, weil ich darin einfach keinen Sinn mehr sehe.

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