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Sport: Der Corona-Fall Kimmich und die Folgen

„Ich plädiere dafür, Kimmich in Ruhe zu lassen“

  „Ich plädiere dafür, Kimmich in Ruhe zu lassen“ Berlin. Fußball-Experte Lothar Matthäus wirbt um Verständnis für den ungeimpften Bayern-Profi Joshua Kimmich anstatt „an ihm ein Exempel zu statuieren“. Die derzeitige Drucksituation in der Impfdebatte sei kontraproduktiv. © Matthias Balk DFB-Rekordspieler und TV-Experte Lothar Matthäus. Fußball-Experte Lothar Matthäus hat in der weiter verschärften Impfdebatte um Verständnis für den ungeimpften Bayern-Profi Joshua Kimmich geworben. „Wenn da einer mit extremen Druck auf mich einwirkt oder mich gar zwingt, erreicht er genau das Gegenteil. Und so scheint es auch bei Kimmich und den anderen Menschen zu sein.

München. Jetzt hat das Virus auch Joshua Kimmich erwischt. Der Impfzauderer vom FC Bayern wird seinem Klub damit wohl auch im Liga-Gipfel in Dortmund fehlen. Was der Fall für den FC Bayern, die deutsche Nationalmannschaft und natürlich für Kimmich selbst bedeutet.

Wir stellen Ihnen den Fußballprofi Joshua Kimmich vor. © dpa, kno Wir stellen Ihnen den Fußballprofi Joshua Kimmich vor.

Die Infektion von Joshua Kimmich treibt die Corona-Turbulenzen beim FC Bayern auf die Spitze. Nach wochenlanger Debatte um Deutschlands wohl berühmtesten Ungeimpften hat sich der Fußball-Nationalspieler nun selbst das Virus eingehandelt. Die Münchner versicherten zwar am Mittwochabend, es gehe Kimmich gut - die Nachwirkungen dieses Corona-Falls dürften die Bayern und die DFB-Auswahl aber noch beschäftigen. Bei der Jahreshauptversammlung des Serienmeisters am Donnerstag (19 Uhr) könnte das Impfthema im Profikader für zusätzliche Brisanz sorgen.

Bundesliga: Matthäus: Kimmich? Lasst ihn in Ruhe

  Bundesliga: Matthäus: Kimmich? Lasst ihn in Ruhe Lothar Matthäus hat Joshua Kimmich in der Diskussion um den ungeimpften Spieler des FC Bayern München verteidigt. Außerdem ging der TV-Experte mit dem deutschen Rekordmeister hart ins Gericht. © Bereitgestellt von SPOX Lothar Matthäus hat Joshua Kimmich in der Diskussion um den ungeimpften Spieler des FC Bayern München verteidigt. "Ich bin der Meinung, Impfen ist wichtig.

  • Was bedeutet der Positivtest für Kimmich?

Die Zwangspause für den 26-Jährigen geht weiter. Schon als ungeimpfte Kontaktperson des infizierten Niklas Süle musste Kimmich Anfang November von der Nationalmannschaft abreisen und sich in Quarantäne begeben. Kaum war diese für ihn beendet, folgte die nächste. Diesmal wegen eines Kontakts zu einem Infizierten im privaten Umfeld. Der Mittelfeldspieler fehlte deshalb zuletzt in den Spielen in Augsburg und Kiew. Nun ist er selbst betroffen. Das heißt: Mindestens 14 Tage Quarantäne vom Zeitpunkt des positiven Tests an. Sollte er keine Symptome einer Covid-19-Erkrankung aufweisen, kann er sich mit einem negativen PCR- oder Antigentest freitesten.

Flick: Kimmich erwägt Corona-Impfung

  Flick: Kimmich erwägt Corona-Impfung Bundestrainer Hansi Flick deutete bei einem Workshop des DFB an, dass auch Joshua Kimmich (26) eine Corona-Schutzimpfung in Erwägung zieht. © picture alliance Sinneswandel? Joshua Kimmich erwägt nun doch eine Impfung. Bundestrainer sieht Tendenz beim NationalspielerFlick ist derzeit in London unterwegs, wo er am Dienstag den 4:0-Sieg des FC Chelsea gegen Juventus Turin in der Champions League mit seinem Trainerteam verfolgte.

  • Was heißt das für den FC Bayern?

Im Bundesliga-Heimspiel gegen Arminia Bielefeld am Samstag und wohl auch beim Liga-Gipfel in Dortmund am 4. Dezember muss Trainer Julian Nagelsmann ohne seinen Mittelfeld-Chef planen. Selbst eine Rückkehr im sportlich bedeutungslosen Champions-League-Spiel gegen den FC Barcelona am 8. Dezember ist ungewiss. Kimmich ist für die Münchner ein Schlüsselspieler, sein Fehlen eine spürbare Schwächung. Weil durch Infektionen, Quarantänen und Verletzungen zuletzt eine Reihe von Profis ausfielen, musste Nagelsmann improvisieren, die Belastung der verbliebenen Spieler stieg. Die fehlenden Profis wie Kimmich könnten Form und Rhythmus verlieren. Das gefährdet womöglich die hohen Ziele der Bayern und drückt auf die Stimmung im Team.

  • Warum gibt es eigentlich so viel Aufregung um den Fall Kimmich?

Der Nationalspieler ist unfreiwillig ins Zentrum der hochbrisanten gesellschaftlichen Debatte ums Impfen geraten. Nachdem die „Bild“ im Oktober über Kimmichs Impfstatus berichtet hatte, bestätigte er selbst, wegen Sorgen über Langzeitfolgen noch keinen Corona-Piks erhalten zu haben. Experten schließen langfristige Nebenwirkungen aber aus. Weit über die Fußball-Branche hinaus wurde über die Wirkung von Kimmichs zweifelhaften Aussagen mit Blick auf die Vorbildrolle des Nationalspielers diskutiert, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) meldete sich zu Wort. Zuletzt brachten Spitzenpolitiker wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sogar ein Spielverbot für ungeimpfte Fußballprofis ins Gespräch, der FC Bayern plante für diese Spieler angeblich Gehaltskürzungen im Quarantäne-Fall.

Lauterbach reagiert auf Kimmich-Infektion

  Lauterbach reagiert auf Kimmich-Infektion Die Corona-Infektion von Joshua Kimmich ist der nächste Paukenschlag beim FC Bayern. Nun äußert sich auch SPD-Politiker Karl Lauterbach zur Angelegenheit. © Bereitgestellt von sport1.de Lauterbach reagiert auf Kimmich-Infektion Es war der nächste Paukenschlag beim FC Bayern: Joshua Kimmich ist mit dem Corona-Virus infiziert. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)Der deutsche Nationalspieler muss nach dem Wirbel um seine Person in den letzten Wochen, inklusive verpasster Länder- und Bundesligaspiele aufgrund von Quarantäne-Maßnahmen, den nächsten Rückschlag hinnehmen.

  • Und was heißt das jetzt für Bundestrainer Hansi Flick?

Auch in Flicks Plänen für die WM in Katar Ende 2022 und die Zukunft der DFB-Auswahl spielt Kimmich eine wichtige Rolle. Aus einem persönlichen Gespräch berichtete Flick noch am Mittwoch, Kimmichs Tendenz gehe nun zum Impfen. Die Nationalspieler Jamal Musiala und Serge Gnabry, zuletzt bei Bayern ebenfalls in der Quarantäne, sollen inzwischen eine Impfung erhalten haben. Kimmich indes hätte nach einer überstandenen Infektion als Genesener noch etwas länger Zeit, über eine Impfung nachzudenken. Mindestens ein halbes Jahr wäre er nach Angaben des Robert Koch-Instituts gegen das Virus immunisiert. Danach empfiehlt das RKI eine Impfstoffdosis. In sechs Monaten könnten die Fragen nach der Impfung Kimmich, den FC Bayern und Hansi Flicks Team also wieder einholen.

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