Sport: NFL: Takeaways Wildcard Round: Weckruf in Dallas - wie machen die Patriots weiter?

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Für die Verlierer der Wildcard Round beginnt mit einer Woche Verzögerung ebenfalls die Offseason - doch die sechs Teams sind teilweise an sehr unterschiedlichen Punkten. Was muss sich für diese Teams ändern, um nächstes Jahr besser dazustehen und eine längere Saison zu genießen? Und welche weiteren Takeaways bietet die erste Runde?

SPOX-Redakteur Adrian Franke blickt nach der ersten Playoff-Runde vor allem auf die Verlierer - und deren Prognose für die Zukunft. © Bereitgestellt von SPOX SPOX-Redakteur Adrian Franke blickt nach der ersten Playoff-Runde vor allem auf die Verlierer - und deren Prognose für die Zukunft.

Allzu spannend war die erste Runde der Playoffs nicht, in den meisten Fällen. In keinem einzigen Spiel gab es in der zweiten Hälfte einen Führungswechsel. Die Bills, Rams, Bucs und Chiefs gewannen deutlich, Cincinnati rettete ein in jeder Hinsicht und aus jeder Perspektive durchwachsenes Spiel gegen die Raiders über die Zeit, und dann gab es natürlich den kompletten Irrsinn zwischen San Francisco und Dallas.

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Angesichts der Dominanz mehrerer Teams geriet naturgemäß der zusätzliche Playoff-Platz in den Fokus der Debatten, und ich selbst fand das alte Format auch runder. Weil sechs Playoff-Teams pro Conference die Playoffs exklusiver machen, während zwei - statt nur einer - Bye Weeks nicht einem Team einen derartigen Vorteil verschaffen.

Gleichzeitig verloren natürlich auch Teams deutlich, die nicht den finalen Seed innehatten und es ist ein positiver Effekt für die Regular Season, dass mehr Teams bis zum Ende um ein Playoff-Ticket mitspielen können. Ich würde das insofern nicht überbewerten, und sind wir ehrlich: Ändern wird die Liga das Format nicht mehr.

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Aber: Mit mehr Playoff-Teilnehmern gibt es auch eine größere Bandbreite an Szenarien für die Teams, die nach der ersten Runde die Segel streichen müssen. Für manche gilt es, die richtigen Stellschrauben zu finden - andere steuern womöglich auf einen größeren Rebuild zu.

1. Las Vegas Raiders: Ist jetzt der Zeitpunkt für einen Umbruch?

So ein wenig passte das Spiel in Cincinnati zu dieser Raiders-Saison. Las Vegas konnte den Ball im Laufe der Partie bewegen, in puncto Yards pro Play und First Downs waren die Raiders sogar besser unterwegs als die Bengals.

Aber es waren die Big Plays in kritischen Momenten, die fehlten. Wo Joe Burrow und Ja'Marr Chase Cincinnati Auswege boten, fehlten diese Joker im Arsenal der Raiders.

Es war - und das war keineswegs eine Überraschung - eine Raiders-Offense, die am besten in Low-Scoring-Spielen funktioniert, wenn ihr Underneath Passing Game die Offense tragen kann und wenn man nicht davon abhängig ist, dass Carr und diese Receiver-Gruppe in einem Shootout mitgeht.

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Was die Bengals angeht, sind in erster Linie zwei Dinge bei mir hängengeblieben: Jessie Bates ist nach wie vor ein exzellenter Safety, und sollte Trey Hendrickson infolge seiner Gehirnerschütterung in der Divisional Round nicht spielen können, braucht Cincinnati von Bates ein Wahnsinnsspiel, um die Coverage zusammen zu halten.

Der andere Punkt ist die Tatsache, wie unheimlich schwer sich Cincinnati damit tat, den Deckel auf diese Partie zu bekommen; bis zu dem Punkt, dass die Raiders ganz am Ende eine reelle Chance auf die Overtime hatten. Neben den Problemen in der Red Zone muss Cincinnati gerade in den Playoffs offensiv den Fuß auf dem Gaspedal halten. Auch bei eigener Führung. Das ist der beste Weg für dieses Team, um noch weiter zu kommen.

Respekt vor der Raiders-Saison

Bei den Raiders muss man in erster Linie noch einmal betonen, was für eine Leistung es für dieses Team ist, überhaupt in die Postseason eingezogen zu sein. Das spricht ganz klar für die Anführer dieses Teams, für einen Spieler wie Derek Carr, aber natürlich auch für Rich Bisaccia, der als Interimstrainer in eine denkbar schwierige Situation geworfen wurde, und die sehr gut gemeistert hat.

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Ich bin nicht sicher, ob ihn das auch automatisch zu einem guten Kandidaten für die Zukunft macht - es ist sicher etwas anderes, ein Team in so einer schwierigen Situation zu führen, als mittel- und langfristig einen Titelanwärter zu formen. Aber die erste Qualität hat er eindrucksvoll unter Beweis gestellt, und das Navigieren durch schwierige Zeiten ist für nicht gerade wenige Head Coaches der Part, an dem sie letztlich scheitern.

Auch Carr sollte hier nochmal einzeln herausgestellt werden. Sportlich fand ich es auffällig, dass er was das vertikale Passspiel angeht abermals sehr aggressiv in diese Saison startete und wer weiß, wo diese Saison hingegangen wäre, hätte er seinen Play-Caller in Gruden und seinen vertikalen Receiver in Ruggs behalten.

Und ich denke schon, dass ein Team in einer solchen Situation in der zweiten Saisonhälfte nicht mehr zurück in die Spur kommt, ohne einen Quarterback, der das Team auch hinter den Kulissen anführen kann.

Raiders: Probleme in der Line mit Ansage

Das heißt nicht, dass Carr eine herausragende Saison gespielt hätte; es heißt auch nicht, dass alle Zukunftsdiskussionen in Las Vegas jetzt in die Akten wandern können. Im Gegenteil, all diese Fragen liegen jetzt auf dem Tisch, und die Bandbreite an denkbaren Möglichkeiten ist durchaus groß.

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Unabhängig davon, wie die Head-Coach-Situation ausgeht - eine erste Entscheidung ist bereits getroffen: Mike Mayock wird nicht zurückkehren.

Wenn wir darüber sprechen, welche Probleme dieses Raiders-Team sportlich betrachtet die Saison über geplagt haben, dann muss einer der ersten Punkte die Offensive Line sein. Eine Line, deren Auseinanderbrechen genau wie die Neubesetzung maßgeblich in den Gruden-/Mayock-Kompetenzbereich fällt. Das war ein Problem mit Ansage.

Auf der anderen Seite muss man es Mayock und Co. lassen, dass sie die Defense eindrucksvoll repariert haben. Die Neuzugänge Trevon Moehrig, Casey Hayward und Nate Hobbs haben in der Secondary allesamt eingeschlagen, Yannick Ngakoue und Maxx Crosby waren das produktivste Edge-Rusher-Duo dieser Saison.

Auch die Verpflichtung von Defensive Coordinator Gus Bradley war eine gute Entscheidung, Bradleys eher etwas eindimensionaler, mehr auf Tempo ausgelegter Ansatz funktioniert für diesen Kader besser als die hochkomplexe Defense der vergangenen Jahre.

Ist jetzt der Zeitpunkt für den Rebuild gekommen?

Mit all den positiven Aspekten gerade spezifisch dieser Saison im Hinterkopf komme ich bei den Raiders trotzdem eher zu dem Schluss, dass ein echter Neustart vielleicht der richtige Weg wäre. Derek Carr ist sicher kein schlechter Quarterback, aber er fällt in die Kategorie Quarterback, der sehr gute Umstände um sich braucht, um wirklich oben angreifen zu können. Und von denen sind die Raiders ein gutes Stück weit entfernt.

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Wäre jetzt womöglich der richtige Zeitpunkt, um Carr zu traden und die Picks in einen Rebuild zu stecken? Mit Darren Waller, Hunter Renfrow, Kolton Miller, Maxx Crosby, Trevon Moehrig und Nate Hobbs steht der Kern dieses Teams, auch für die Ausrichtung auf die Zukunft. Um diesen Kern herum aber braucht es entweder schlagkräftige Investitionen und einige Treffer im Draft - oder eben einen soften Rebuild.

Wie die Antwort auf diese Frage ausfällt, das hängt eng damit zusammen, wer der neue Head Coach sein wird und wie dramatisch hinter den Kulissen dann mit neuem GM am Neustart gefeilt wird. Vielleicht kommt der neue Coach auch nur, weil er mit Carr die wichtigste Frage beantwortet sieht? Das ist absolut vorstellbar.

Carr würde 2022 in das letzte Jahr seines Vertrags gehen, mit einem Cap Hit von unter 20 Millionen Dollar ist er dann ein echtes Schnäppchen - und dementsprechend auch interessant für mögliche Trade-Partner. Die Vertragssituation macht auch klar, dass zeitnah eine Quarterback-Entscheidung getroffen werden muss, in die eine oder andere Richtung.

Der Zeitpunkt potenziell mit einem neuen Gespann an der Spitze wäre nicht der schlechteste, um jetzt diesen Cut zu vollziehen.

2. New England Patriots: Bleiben die Pats mit Jones aggressiv?

Die Niederlage der Patriots gegen Buffalo war auch eine schmerzhafte Erinnerung daran, wie schwer - und manchmal unmöglich - es in der heutigen NFL ist, wenn man gegen einen Elite-Quarterback spielt und der sich am Limit seiner Leistungskapazitäten bewegt - während man selbst keinen dieser absoluten Top-Quarterbacks hat.

Und das ist nur sehr bedingt eine Kritik an Mac Jones selbst, dazu gleich mehr. Es unterstrich nur noch einmal, dass diese beiden Teams zwar in den Standings dieses Jahr lange auf Augenhöhe waren, die Bills aber in puncto Potenzial und Ceiling in ganz andere Sphären vorstoßen können als dieses Patriots-Team.

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Jones hätte den Patriots dieses Spiel nicht gewonnen - doch die komplett chancenlose Defense hat es den Patriots verloren. Das war eine Machtdemonstration der Bills, die im Laufe des Spiels zu einem bewussten Anspannen des Bizeps wurde. Eine Demonstration, auf welche die Patriots in der kommenden Saison erst einmal reagieren müssen.

New England in seiner aktuellen Zusammensetzung ist auf bestimmte Spielverläufe angewiesen, um ganz oben mitspielen zu können - während die Bills in der Theorie jede Art Spiel gewinnen können. Und Buffalo hat dabei einen gewissen Spielraum, die Patriots können sich Dinge wie die frühe Interception von Jones - ein fantastisches Play von Micah Hyde - und wie die kostspieligen Strafen oder die Drops der Receiver nicht leisten.

New England lag gegen die Colts in Woche 15 mit 0:20 hinten, gegen Buffalo eine Woche später 7:20, gegen Miami in Woche 18 mit 0:17 und dann schließlich gab es die Packung in der ersten Playoff-Runde. Dass die Pats vier der letzten fünf Spiele verloren haben, lag auch daran, dass man langsam startete und es dann für dieses Team sehr schwer ist, sich in so ein Spiel zurück zu arbeiten. Was natürlich irgendwo auch mit dem Quarterback im Zusammenhang steht.

Das Quarterback-Defizit im Vergleich zu einem Team wie Buffalo, Kansas City oder den Chargers als AFC-Konkurrenten wird New England so schnell nicht schließen können. Aber was die Patriots als nächstes angehen können, ist, diesem Team auf beiden Seiten des Balls mehr Explosivität und mehr Big-Play-Kapazitäten zu geben. Dieses Team braucht Speed - und es braucht einen Nummer-1-Receiver.

Patriots: Free-Agency-Strategie war in sich schlüssig

Ich würde diese Saison der Patriots unter dem Strich trotzdem immer noch als Erfolg verbuchen.

Ja, die Pats haben in der Free Agency viel investiert - hier bleibe ich allerdings dabei, dass New England in erster Linie für sich eine Marktlücke gesehen hatte: Die Patriots wussten, dass sie eine sehr günstige Quarterback-Lösung haben würden - entweder Cam Newton, oder ein Rookie später im Draft - und gleichzeitig hatten sie Cap Space, während viele Teams ligaweit sparen mussten. Das haben sie ausgenutzt.

Und nicht jede dieser Investitionen war ein Erfolg, natürlich nicht. Für Nelson Agholor hat man gnadenlos überbezahlt, während Jonnu Smiths Impact auf die Offense deutlich überschaubarer ist als der Preis rechtfertigen würde. Auf der anderen Seite waren Hunter Henry und Matt Judon exzellente Verpflichtungen, während Neuzugänge wie Davon Godchaux, Jalen Mills oder auch Kendrick Bourne als Role Player wichtige Bausteine waren.

New Englands Offseason-Strategie, auch wenn ich nicht mit jeder Entscheidung übereinstimme, war in sich schlüssig und wird helfen, dieses Team konkurrenzfähig zu halten in den nächsten Jahren.

Mehr noch, ich erwarte, dass die Strategie der Patriots aggressiv bleibt, während man Jones auf dem günstigen Rookie-Vertrag hat.

Mac Jones: Weiter als gedacht - und dennoch wie erwartet?

Jones ist der andere zentrale Punkt im Rückblick auf diese Patriots-Saison. Und auch hier würde ich zunächst ein Lob aussprechen, spezifisch an Josh McDaniels, der in meinen Augen einen sehr guten Plan hatte, wie er seinen Rookie-Quarterback, der aus der Pocket gewinnen muss, heranführen kann, ohne ihn zu überfordern. Schrittweise wurde die Offense dann mehr geöffnet, und auch wenn es dann teilweise sehr bieder und konservativ wirkte, denke ich, dass McDaniels hier genau das richtige Gespür hatte.

Was Jones' Leistungen selbst angeht, bin ich der Erste, der zugibt, dass ich nicht erwartet hatte, dass er als Rookie bereits so weit sein und aus der Pocket so souverän agieren würde. Einige der Victory Laps, die bezüglich der Pre-Draft-Diskussionen um Jones in der zweiten Saisonhälfte von einigen Fans und auch Experten zu sehen waren, teile ich dennoch nicht, beziehungsweise, ich würde eine Gegenfrage stellen:

Ist Mac Jones nicht im Kern genau der Quarterback, den wir Pre-Draft erwartet hatten?

Ein Quarterback, der auf eine gute Offensive Line angewiesen ist, der weniger spektakulär, dafür relativ konstant den Ball verteilt und der in erster Linie ein Game Manager - ein Begriff, der viel zu negativ häufig konnotiert ist - ist?

Jones hat eine sehr gute Rookie-Saison gespielt, doch gleichzeitig ist seine Rookie-Saison auch ein Argument für die These, dass der Landing Spot gerade für die Rookie-Quarterbacks in der Frühphase der Karriere fast noch wichtiger als das eigene Talent ist. Hier hat Jones fraglos den Jackpot getroffen - Trevor Lawrence beispielsweise eher nicht.

Was heißt das jetzt für die Patriots im nächsten Schritt? Ist Mac Jones im Endeffekt doch einer dieser Quarterbacks, die gut genug sind, dass man Spiele gewinnt, aber nicht so gut, dass man sicher sein kann, "seine" langfristige Lösung gefunden zu haben?

Ich denke, das ist eine faire Prognose, sage gleichzeitig aber auch, dass ein High-End-Game-Manager - da sehe ich Jones' Ceiling über die nächsten Jahre - insbesondere dann einen Value hat, während der Quarterback günstig ist. So wie Jones aktuell.

Deshalb erwarte ich auch, dass im Big-Picture-Plan der Patriots die Aggressivität auf dem Markt jetzt nicht nachlassen wird. Und das sollte sie auch nicht, sofern man über die nächsten vier Jahre rund um Jones einen Titelanwärter aufbauen will.

3. Philadelphia Eagles: Wie geht es weiter mit Hurts?

Das war schon ein ernüchternder Auftritt für die Eagles in Tampa Bay. Hier kann man sicher auch darüber sprechen, dass man Philadelphia förmlich angesehen hat, dass dieses Team noch nicht bereit ist für die Playoffs - und das ist irgendwo auch in Ordnung, wenn man bedenkt, wie dieses Team vor der Saison aussah und wie es sich entwickelt hat.

Und dennoch wurden die Schwachstellen schon schmerzhaft deutlich offengelegt. Defensiv hatte Philadelphia über weite Teile dieser Saison das Problem, dass die Offense in Coverage zu soft und zu eindimensional war, sodass gute Quarterbacks mit einem disziplinierten Kurzpassspiel hier relativ konstant angreifen konnten. Die denkbar bitterste Schwäche gegen eine Offense mit Tom Brady.

Dementsprechend war das auch ein maßgeblicher Teil der Story dieses Wildcard-Spiels. Obwohl Tampa Bay noch Verletzungen in der Offensive Line wegstecken musste und obwohl der Pass-Rush der Eagles dann nach und nach aufwachte und Brady auch einiges an Druck bekam, stoppte das die Bucs nur vereinzelt. Weil Brady eben immer wieder ins Kurzpassspiel gehen konnte und den Ball sicher verteilte, und dann für einzelne Shots die Eins-gegen-Eins-Matchups hatte. Die Baseline der Eagles war hier nicht gegeben, weil sie gegen Brady nicht funktionierte.

Offensiv war der zentrale Takeaway, dass Philadelphia nach wie vor von einem bestimmten Spielverlauf und Spielstil abhängig ist. Dass Jalen Hurts als Passer zwar Fortschritte gemacht hat, aber dass er noch deutlich schneller und deutlich besser darin werden muss, wie er das Feld liest und wie akkurat er den Ball verteilt.

Der Weg für Philly in diesem Spiel lag immer darin, mit der O-Line zu dominieren, den Ball zu laufen und dann mit einzelnen Sacks die Bucs-Offense zu Punts zu bringen. Wenn das aber nicht gegeben ist und Hurts in so einem Spiel aufholen muss, mehr aus dem echten Dropback Game agieren muss, dann ist es ein mitunter wilder Ritt. Da fehlt doch noch einiges, dann werden Hurts' Schwachstellen deutlich unterstrichen, was denke ich auch die Gesamtsituation der Eagles beschreibt.

Hurts ist weiter als gedacht, als Passer aber noch längst nicht auf dem Level, das er mal haben muss, um eine langfristige Option zu werden. Das ist die klare Realität, was im Umkehrschluss, auch nach dieser sehr positiven Saison und auch wenn Hurts im Moment günstig ist, eben auch bedeutet, dass Philadelphia die Augen offen halten sollte, falls sich eine Möglichkeit auf ein Upgrade ergibt.

Eagles: Saison war dennoch ein Erfolg

Ich komme bei den Eagles dementsprechend auch in erster Linie darauf zurück, wie gut der Prozess in Philadelphia bezüglich der Quarterback-Position und bezüglich des Draft-Ressourcen-Managements war. Philadelphia hätte vor zwei Jahren auch zu dem Schluss kommen können, dass man jetzt erst recht komplett in Carson Wentz investieren sollte - doch man behielt eine offene Einstellung zur eigenen Quarterback-Position und zum Quarterback-Markt, und wählte dann in der zweiten Runde des Drafts Jalen Hurts.

Ein Quarterback-Prospect, bei dem man wusste, das er etwas Zeit brauchen wird und der keineswegs als Mega-Steal damals angesehen wurde. Vielmehr ging Hurts für viele sogar etwas höher als erwartet, und die Eagles kassierten einiges an Kritik dafür, einen vermeintlichen Konkurrenten für Wentz gedraftet zu haben, statt ihrem bereits teuer bezahlten Franchise-Quarterback jede mögliche Form der Hilfe zur Seite zu stellen.

Ich denke das ist ein gutes Beispiel dafür, dass man sich von bestimmten Gedankenmustern lösen muss. Falls der Hurts-Pick tatsächlich ein maßgeblicher Grund dafür war, dass Wentz in der 2020er Saison derart eingebrochen ist - dann wäre meine Schlussfolgerung umso mehr, dass Wentz nicht die langfristige Lösung werden konnte.

Was die Eagles mit dieser Entscheidung in erster Linie gemacht haben, ist ein in meinen Augen kritisches Beispiel dafür, wie man den Quarterback-Markt spielen sollte, solange man keinen der klaren Top-Quarterbacks hat: In erster Linie sollten alle Optionen immer denkbar sein. Das kann ein Pick in der zweiten oder dritten Runde des Drafts sein, es kann aber auch der First-Rounder sein.

Wenn man nicht zu 100 Prozent überzeugt ist, dass man seinen Top-10-Franchise-Quarterback gefunden hat, sollte die Möglichkeit auf ein Upgrade immer nicht nur auf dem Tisch sein, sondern auch eine hohe Priorität genießen. Denn diesen Quarterback zu finden ist der Schlüssel für jede Franchise, um nachhaltig erfolgreich zu sein und um ultimativ ein Titelkandidat zu sein.

Eagles: Hurts-Pick hat sich voll ausgezahlt

Der Hurts-Pick war in dieser Denkweise eine Absicherung, aber auch eine Investition, und die hat sich für die Eagles voll ausgezahlt. Nicht nur weil Hurts sich in diesem Jahr als Starter deutlich weiterentwickelt hat und jetzt noch für zwei Jahre sehr günstig sein wird, sondern weil Philadelphia auch die weiteren Schritte richtig wählte.

Wentz zu traden und daraus letztlich unter anderem einen Erstrunden-Pick mitzunehmen, dann im Draft die Gier der Dolphins auszunutzen und nochmals runter zu gehen, sodass man im kommenden Draft mit drei Erstrunden-Picks dasteht? Das ist absolut herausragender Process.

Und hier endet die Linie ja auch nicht. Philadelphia kann jetzt die nächsten zwei Jahre um Hurts etwas aufbauen, und parallel die Fühler weiter ausgestreckt halten, sollte ihnen ein Quarterback-Upgrade über den Weg laufen. Die drei Erstrunden-Picks in diesem Jahr könnten am Ende auch in weiterer Draft-Munition 2023 resultieren, um sich weiter Spielraum und die entsprechenden Ressourcen zu sichern.

Ich weiß nicht, ob Philadelphia um Hurts am Ende wirklich einen Contender-Kader aufbauen und dieses Titelfenster aufstoßen kann. Aber unabhängig davon sehe ich kaum ein Team aktuell, dem ich was diese Entscheidungsfindung und auch die weiteren Weichenstellungen angeht mehr vertraue als die Eagles.

4. Dallas Cowboys: Playoff-Aus als Warnsignal

Dieses komplett wahnsinnige Ende überstrahlte natürlich erstmal alles in Dallas. Wie kann man auf die absurde Idee kommen, ohne übrige Timeout von der gegnerischen 41-Yard-Line 14 Sekunden vor dem Ende einen Quarterback Draw zu laufen? Der absolute Best Case hier wäre gewesen, dass Prescott zehn bis 15 Yards näher rankommt, der Spike gelingt und man dann einen einzigen Shot Richtung Endzone hat.

Warum nicht von der 41-Yard-Line mit 14 Sekunden lieber zwei Shots versuchen? Vielleicht sogar drei? Gegen eine Defense, die anfällig ist für Pass-Interference-Strafen? Die Wahrscheinlichkeit war so oder so gering, aber ich nehme die Chance mit Prescott doch lieber so, als Gefahr zu laufen, gar keine Chance auf den Game Winner zu haben.

Wir müssen auch über die Ausführung sprechen, natürlich. Warum gibt Prescott oder ein anderer Spieler dem Ref nicht direkt den Ball, damit der selbigen spotten kann? Wie kann man als Team hier so unorganisiert und planlos auftreten? Und als Gegenfrage: Sollte uns das bei diesem Team wirklich überraschen?

Denn das sloppy Auftreten bei diesem letzten Play eignet sich hervorragend auch als Überleitung auf das Big Picture. 14 akzeptierte Strafen für 89 Yards kassierte Dallas in diesem Spiel. Vier First Downs schenkten die Cowboys den Niners per Strafe.

Mehr noch, die Szene beim Fake Punt war einem professionellen Team nicht würdig: Nachdem Dallas per Fake Punt zu Beginn des Schlussviertels ein First Down gelungen war, waren die Cowboys offensichtlich nicht darauf vorbereitet, direkt die Offense wieder mit einem Play-Call aufs Feld zu bringen. Laut McCarthy wollte Dallas eigentlich ein zweites Play mit dem Punt-Team direkt noch umsetzen, statt direkt die Offense wieder drauf zu schicken.

Diese Sequenz dauerte so lange, dass Dallas eine Delay of Game Strafe kassierte, aus dem Erster-und-15 wurde Dritter-und-Neun und letztlich nur ein Field Goal bei Vierter-und-Sieben.

Garoppolo erinnert alle daran, wer er ist

All diese Szenen - und selbstredend war es nicht das erste Mal in dieser Saison, dass Dallas undiszipliniert und unsauber spielte - zeichnen das Bild eines schlecht gecoachten Teams. Dazu zählen auch einige der In-Game-Entscheidungen von McCarthy, wie der Punt bei Vierter-und-Zwei an der eigenen 33-Yard-Linie bei 16 Punkten im Rückstand.

Es waren gravierende Fehler von Jimmy Garoppolo, die Dallas überhaupt erst im Spiel hielten. Aiyuk verfehlte er komplett frei für ein potenzielles Big Play, die Interception war ein deutlicher Overthrow und so wurde es erst ein One-Score-Game.

Das ist Garoppolo. Er war über weite Strecken ein exzellenter Game Manager und Ballverteiler, der die Offense gut umsetzte, der dann aber den Gegner mit mehreren individuellen Fehlern wieder ins Spiel brachte, und Garoppolo ist nicht der Quarterback, der so ein Spiel dann wieder an sich reißt.

Deshalb haben die Niners auch all das in Trey Lance investiert, und letztlich erwarte ich auch deshalb - aber auch aus Cap-Gründen - dass San Francisco sich in der kommenden Offseason von Garoppolo trennen wird. Das Spiel gegen Dallas war eine Erinnerung an seine Qualitäten und an seine Schwächen.

2022 als Make-or-Break-Jahr für die Cowboys

Wenn wir sagen, dass "das Garoppolo ist", dann ist es aus Sicht der Cowboys auch fair zu sagen, dass "das Mike McCarthy ist". Von irgendeiner neu erfundenen Version des alten Packers-Coaches kann man sich denke ich verabschieden, ein Überflieger in puncto Game Management wird er eher nicht werden.

Dabei sollte darauf sein Hauptaugenmerk liegen. Kellen Moore ist der offensive Play-Caller, Dan Quinn für die Defense verantwortlich. Sicher, unter der Woche arbeiten alle am Game Plan, aber am Spieltag selbst ist das In-Game-Management und alles was dazugehört die primäre Aufgabe von McCarthy, und wenn wir das als Prämisse in den Raum stellen, ist das Urteil umso desolater.

Das wiederum bringt dann endgültig auch die Situation in Dallas in den Vordergrund. Ein sichtlich niedergeschlagener Jerry Jones sagte nach dem Spiel: "Wenn man diese Gruppe an Spielern hat, muss man erfolgreich sein." Den Division-Titel dürfte er damit kaum gemeint haben, und so stellt sich die Frage, ob McCarthy in Dallas wackelt? Ich denke, dass Jones vorerst loyal bleibt, aber McCarthy muss angezählt in die kommende Saison gehen.

Cowboys: Auch Prescott und Moore verdienen Kritik

Und ich hatte es zuletzt bereits gesagt, die Offense auch außerhalb von McCarthy - und es ist ja auch nicht seine Offense, die Dallas spielt, sodass der In-Game-Management-Part umso schwerwiegender wirkt - verdient Kritik. Das Play-Calling on Kellen Moore wirkte seit Wochen eindimensional und vorhersehbar, Prescott spielte nicht gut und selbst die Offensive Line schwächelte zuletzt.

Ich sehe hier ein übergreifendes Problem: Kellen Moore hat gute Play-Designs, und wenn die ineinander greifen, sieht die Offense fantastisch aus. Aber er hat es bisher in meinen Augen nicht geschafft, der Offense eine übergreifende schematische Baseline zu geben, etwas, worauf die Offense zurückfallen kann, die Kernidentität gewissermaßen. Ich finde auch nicht, dass er sonderlich gute Arbeit dahingehend geleistet hat, die Offense über ihre besten Spieler aufzuziehen, sprich, Amari Cooper und CeeDee Lamb zum klaren Mittelpunkt der Offense zu machen.

Hieraus resultiert auch diese Diskrepanz zwischen einigen perfekt gecallten und ausbalancierten 8-Play-Touchdown-Drives auf der einen, sowie vorhersehbaren, eindimensionalen Sequenzen auf der anderen Seite. Wenn die Play-Designs greifen, ist es fantastisch; wenn nicht, liegt zu viel auf den Schultern von Prescott, den man nach dieser Saison denke ich eher in das zweite Quarterback-Tier verorten muss.

Rein vom Kader her sollte Dallas dennoch eines der gefährlichsten Teams der Liga sein, und vereinzelt hatte man im Laufe der Saison auch den Eindruck, dass wirklich alle Puzzleteile zur gleichen Zeit ineinandergreifen könnten. Die individuelle Qualität ist nach wie vor hoch, trotzdem frage ich mich, ob Dallas 2022 ein ähnlich starkes Team an den Start bringen wird.

Ich würde davon ausgehen, dass die Defense nach einer Big-Play-Saison dann etwas Regression erleidet, während gleichzeitig die Offense potenziell Michael Gallup verliert. Tyron Smith wird nicht jünger, und Prescott griff nicht nur nach dem Spiel gegen San Francisco daneben, auch rein sportlich hatte er keine gute zweite Saisonhälfte. Prescott muss konstanter spielen, Moore muss sich verbessern, McCarthy muss sich verbessern, die Receiver müssen dominanter auftreten.

2022 wird ein Make-or-Break-Jahr für die Cowboys in ihrer aktuellen Zusammensetzung, da bin ich mir relativ sicher. Jones hat schon gesagt, dass McCarthy bleibt. Doch ein weiteres Jahr mit derart vielen kritischen Fehlern in den entscheidenden Momenten der Saison, dann wäre vermutlich selbst Jones' Loyalität und Geduld aufgebraucht.

Er sprach nach dem Spiel davon, dass er sich "nicht erinnern" könne, wann er das letzte Mal so enttäuscht war. Und mit seiner Analyse nach dem Spiel hat er durchaus Recht: Dieses Team ist zu talentiert, um sich auf diese Art und Weise in die Offseason zu verabschieden.

5. Pittsburgh Steelers: Wer beerbt Big Ben?

Bei vermutlich keinem Team war das Playoff-Aus eine bessere Versinnbildlichung der gesamten Saison. Pittsburgh verlor am Ende deutlich gegen die Chiefs, aber lange sah es nicht danach aus. Die ersten fünf Drives der Chiefs endeten so: Punt, Punt, Interception, Punt, Fumble-Return zum Touchdown durch die Steelers-Defense.

An diesem Punkt stand es 7:0 und beide Teams hatten bereits je fünf Drives absolviert, in den meisten Spielen wäre wenig später Halbzeit gewesen. Doch Kansas City hatte noch drei weitere Drives im zweiten Viertel, alle drei endeten mit Touchdowns und die Partie war zur Pause beim Stand von 7:21 gelaufen.

Die Steelers-Defense hatte Pittsburgh nicht nur eine Chance gegeben, sie hatte sogar den ersten Touchdown aufgelegt. Doch die eigene Offense brachte in der ersten Halbzeit insgesamt keine 50 Yards zustande, die ersten vier Drives zusammengerechnet brachten sieben Yards Raumgewinn ein und nahmen 7:28 Minuten von der Uhr.

An irgendeinem Punkt bricht der Damm, wenn man der Chiefs-Offense immer wieder neue Gelegenheit gibt, und genau das passierte dann. Die Drives Nummer sechs bis 11 brachten allesamt Touchdowns ein, erst spät im Spiel kam dann noch ein Lebenszeichen der Steelers-Offense.

Eine Offense, die sich im mutmaßlich letzten Spiel von Ben Roethlisberger so verabschiedete, wie sie das ganze Jahr über gespielt hatte: Mit sehr vielen schnellen Pässe, einem äußerst zähen Run Game und minimalem Spielraum für Fehler, da man konstant in Third Down lebt und der nächste Punt schon um die Ecke wartet.

Die Staffelstabübergabe und der Neustart für die gesamte Offense war überfällig. Jetzt wird es spannend sein zu sehen, in welche Richtung die Steelers offensiv gehen wollen.

Die Steelers und Tomlin als Culture-Paradebeispiel?

Bei Pittsburgh muss man genauso deutlich den Hut davor ziehen, dass Mike Tomlin dieses Team in die Playoffs geführt hat, wie man es hinterfragen muss, warum man der Meinung war, dass eine weitere Saison mit Ben Roethlisberger der richtige Ansatz ist. Beide diese Dinge können ja gleichzeitig zutreffen.

Pittsburgh fasziniert mich insofern, als dass die Steelers das zu haben scheinen, was so viele Teams - gerade zu dieser Zeit des NFL-Kalenders mit den großen Head-Coaching-Suchen - verzweifelt haben wollen: Die Culture, diese Mentalität, Spiele zu gewinnen, die man nicht gewinnen sollte. Und das nicht einmal oder zweimal, die Steelers waren meisterhaft darin, sich durchzuwurschteln, ein besseres Wort fällt mir dafür kaum ein.

Was also steht nach dieser Steelers-Saison, neben der Erkenntnis, dass Mike Tomlin ein sehr guter Head Coach ist und die Steelers als Organisation deutlich zu lange an Big Ben festgehalten haben?

Ich würde damit anfangen, dass Tomlin und dessen Beitrag sicher nicht zu unterschätzen sind, aber dass auch die Steelers gute Spieler brauchen, um Spiele zu gewinnen. Und die hat Pittsburgh, und das in einigen kritischen Spots: Der Pass-Rush ist der offensichtliche Part, ich mag auch die Skill-Position-Gruppe. Freiermuth war ein guter Pick für diese Offense.

Pittsburghs Quarterback-Frage: Veteran oder Rookie?

Und da beginnt denke ich auch die Diskussion über die nächsten Schritte und die Prognose. Die Steelers sind kein Team, das einen bewussten Rebuild einleitet. Das Festhalten an Big Ben könnte als ein Hinweis darauf verstanden werden, der Trade für Minkah Fitzpatrick in einer vermeintlich verlorenen Saison damals als ein anderer.

Pittsburgh wird jetzt nicht den radikalen Neustart wagen und vielleicht wird man nicht einmal ein bewusstes Übergangsjahr einlegen, deswegen bin ich auch skeptisch was einen Quarterback im Draft angeht - der dann vermutlich direkt starten müsste.

Sicher, Kenny Pickett wäre eine tolle Story, aber hier erwarte ich ohnehin, dass Pickett bereits vom Board ist, wenn die Steelers im Draft an der Reihe sind. Und ich vermute eben auch nicht, dass Pittsburgh bewusst diesen Weg einschlagen wird.

Winston, Mariota oder Garoppolo als Big-Ben-Erbe?

Ich erwarte hier, auch wenn es bereits einige Gerüchte Richtung Draft rund um die Steelers gibt, eher einen erfahrenen Quarterback. Marcus Mariota, Jimmy Garoppolo, vielleicht Jameis Winston - so eine Lösung halte ich angesichts der DNA der Franchise im Moment für wahrscheinlicher.

Ein Veteran, bei dem man genau weiß, was man sich einkauft, der sofort starten kann und der einem in mehreren Bereichen schlagkräftigen Team die Chance gibt, direkt wieder kompetitiv zu sein.

Welchen Weg die Steelers hier auch wählen, ich bin sehr gespannt darauf, zu beobachten, wie das dann die Struktur der Offense beeinflusst. Hier haben - auch durchaus zurecht - die Offensive Coordinators in Pittsburgh in der jüngeren Vergangenheit einiges an Kritik eingesteckt, aber ich bleibe dabei, dass eine Offense früher oder später zwangsweise die Identität des eigenen Quarterbacks annimmt.

Das konnte man hier denke ich auch beobachten. Dass Roethlisberger nicht von der Hand zu weisende Limitierungen an diesem Punkt seiner Karriere hat, dürfte außer Frage stehen; ein neuer Quarterback könnte dann auch nicht nur individuell, sondern auch schematisch neue Türen öffnen.

6. Cardinals: Führt diese Niederlage zu Entlassungen?

Ist das die Art Niederlage, die eine Organisation auf den Kopf stellt und die zu Entlassungen führt?

Ein Spiel, in dem die Defense chancenlos war, Kyler Murray vielleicht sein schlechtestes Spiel seit seiner Rookie-Saison hatte, die Receiver keine Plays machten und die Offensive Line dominiert wurde? Ein Spiel, das schon vor der Halbzeitpause entschieden war?

Cardinals-Teambesitzer Michael Bidwill war, das ist kein Geheimnis, nach dem Ende der vergangenen Saison bereits unzufrieden und ließ das intern auch Kingsbury und mutmaßlich GM Steve Keim wissen.

Den Sprung in die Playoffs hat Arizona dieses Jahr geschafft, und wenn man den Fortschritt dieses Teams von 2019 bis jetzt misst, sieht man eine schrittweise Entwicklung vom eindeutig schlechtesten Team der Liga nach der 2018er Saison hin zu einem Team, das nach der Hälfte dieser Regular Season wie ein Titelkandidat aussah und die explosivste Offense der Liga aufs Feld führte.

Dementsprechend gilt es dann auch, das Gesamtbild zu bewerten. Auch nach einem ohne Frage peinlichen Auftritt auf der großen Playoff-Bühne, im ersten Playoff-Spiel seit sechs Jahren. Umso wichtiger ist es auch, keine Entscheidung in den ersten Tagen nach dem Spiel zu treffen und das erwarte ich von Bidwill, der bisher als vergleichsweise geduldiger und "guter" Owner in der Führung der Franchise in Erscheinung getreten ist, auch nicht.

Cardinals: Kingsbury sollte noch eine Chance bekommen

Kritik ist dabei absolut gerechtfertigt. Die Tatsache, dass Arizona die Division verspielte und dann dieses Playoff-Spiel hinlegte, nachdem letztes Jahr eben schon die Luft im Schlussspurt der Saison ausgegangen ist, muss zu Fragen führen, auch mit den Verletzungen von DeAndre Hopkins und J.J. Watt im Hinterkopf. Fragen schematischer Natur, aber auch was die mentale Qualität des Teams angeht.

Und dann muss man auch über die Kaderplanung generell sprechen. Arizona hat jetzt in aufeinanderfolgenden Jahren seinen Erstrunden-Pick in einen Off-Ball-Linebacker investiert, mit Isaiah Simmons und Zaven Collins. Simmons hatte eine up-and-down-Saison und gegen die Rams wurde er bei Run-Downs immer wieder rausgenommen.

Collins kam generell kaum überhaupt aufs Feld, er beendete die Regular Season mit insgesamt 220 Defense-Snaps, in fünf der Spiele, in denen er active war, blieb er unter zehn. Arizonas Idee war, dass man mit den beiden physisch ungewöhnlich gebauten Linebackern nicht nur in Coverage ganz neue Möglichkeiten bekommt, sondern auch mehr Explosivität und Physis gegen den Run gewinnt.

Von beidem ist man bisher weit entfernt, und wer weiß, wo dieses Team wäre, wenn man 2020 statt Simmons CeeDee Lamb gewählt hätte. Oder wenn die Draft-Strategie im vergangenen Jahr anders ausgefallen wäre, etwa darauf ausgelegt, ein wenig Draft-Kapital nach mehreren Trades zurück zu gewinnen. Ganz davon zu schweigen, dass die allermeisten Keim-Drafts der letzten Jahre sehr weit unten im Liga-Vergleich rangieren.

Kingsbury in meinen Augen sollte ein viertes Jahr bekommen. Ich würde diese Connection mit Kyler Murray nur aufbrechen, wenn ich sehr sicher bin, und dafür hat er nicht zuletzt in seiner Entwicklung als Play-Caller zu viel gezeigt und scheint ein Coach zu sein, der intern sehr gut mit den Spielern kommuniziert. Was nicht heißt, dass der Druck für 2022 enorm sein wird oder dass dieser Schlussspurt nicht enttäuschend war. Vielleicht liegt ein erster Ansatz darin, dass Kingsbury sich einen Offensive Coordinator zur Seite holt.

Kingsbury hat das Team maßgeblich mit entwickelt über die letzten drei Jahre, der Umbruch unter ihm ist immer noch auf keinem schlechten Weg, auch wenn es sich nach diesem Spiel gegen die Rams anders anfühlt. Aber wenn 2022 erneut unterstreicht, dass er damit sein Ceiling erreicht hat, wird er weg sein.

Arizona: Offseason-Aufgaben sind klar

Wenn jemand gehen muss, dann sollte es Steve Keim sein. Sein Versuch, ein erfahrenes Team zusammenzustellen, um so auch in puncto Leadership und mentaler Stärke den Bock umzustoßen, muss man nach dieser Saison als gescheitert betrachten.

Die Draft-Geschichte spricht für sich, man kann sehr gut argumentieren, dass Keim über die letzten vier Jahre mit die schlechtesten Draft-Entscheidungen getroffen hat, und das seine einzige wirklich gute Entscheidung die war, einen eigenen Draft-Fehler in Person von Josh Rosen schnellstmöglich zu korrigieren. Hier muss man auch hinterfragen, ob ein Disconnect mit dem Trainerstab ein Thema ist, insbesondere defensiv.

Und dann stand am Montagabend einmal mehr ein altbekanntes Problem aus Cardinals-Sicht im Mittelpunkt: Die Line of Scrimmage ging verloren. Das war auch in anderen Phasen dieser Saison ein Problem, nicht zuletzt im zweiten Aufeinandertreffen mit Los Angeles: Arizona verlor die Line of Scrimmage, und das auf beiden Seiten des Balls.

Dieses Problem hat sich durch die Saison gezogen. Defensiv konnte man es in der Frühphase der Saison mit Aggressivität und durch die eigene High-Scoring-Offense überspielen, doch das Problem wurde immer deutlicher. Offensiv gab es immer wieder Spiele, in denen Schwachstellen deutlich wurden, mal auf Guard, mal auf Tackle.

Hier sehe ich auch den klarsten Ansatz für die Kader-Baustellen in der Offseason. Das Team braucht einen stabileren Floor, und der beginnt an der Line of Scrimmage. Das hat diese Cardinals-Saison eindrucksvoll untermauert.

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