Sport: Brisbane soll Olympia-Stadt 2032 werden - Rhein-Ruhr aus dem Rennen

Tokio-Macher rücken von bedingungsloser Olympia-Ausrichtung ab

  Tokio-Macher rücken von bedingungsloser Olympia-Ausrichtung ab Erstmals sind die Organisatoren der Olympischen Spiele und Paralympics in Tokio von ihrer dogmatischen Entschlossenheit zur Durchführung der Spektakel abgerückt. 50 Tage vor der geplanten Eröffnungsfeier der Sommerspiele in Japans Hauptstadt (23. Juli bis 8. August) machte OK-Chefin Seiko Hashimoto die Teilnahme einer Mehrheit von Ländern zur Bedingung für die Ausrichtung der Großereignisse. Zudem berichtete der OK-Geschäftsführer von einem massenhaften Verzicht von Volunteers. Laut Toshiro Muto haben rund 10.000 der 80.000 an den Austragungsstätten vorgesehenen freiwilligen Helfer auf ihren Job verzichtet.

Zustimmung der IOC-Session gilt als Formsache

Skyline von Brisbane. © picture alliance Skyline von Brisbane.

Die Olympischen Spiele 2032 sollen nach dem einstimmigen Beschluss des Exekutivkomitees des Internationalen Olympischen Komitees in der australischen Stadt Brisbane ausgetragen werden. Wie das IOC am Donnerstag mitteilte, wird die endgültige Entscheidung über die Vergabe der Spiele der XXXV. Olympiade an Brisbane von der IOC-Session am 21. Juli in Tokio getroffen. Australien hat damit die Aussicht nach 1956 in Melbourne und 2000 in Sydney erneut zum olympischen Schauplatz zu werden.

Nach dieser Vorentscheidung ist das Olympia-Projekt Rhein-Ruhr, die Sommerspiele 2032 nach Deutschland zu holen, so gut wie sicher final aus dem Rennen. Die Zustimmung der IOC-Mitglieder zum Vorschlag von dem durch Präsident Thomas Bach geleiteten Führungsgremium dürfte nur noch Formsache sein.

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Die Privatinitiative Rhein Ruhr City hatte eine Bewerbung um die Spiele 2032 geplant und war von der Landesregierung und den Kommunen unterstützt worden. Durch die IOC-Entscheidung Ende Februar, Brisbane als vorrangigen Dialogpartner zu deklarieren, wurden auch andere Interessenten für die Spiele ins Abseits gestellt.

Die Rhein-Ruhr-Initiative war von der Entscheidung damals überrascht worden und hatte dem Deutschen Olympischen Sportbund mangelnde Unterstützung vorgeworfen. Der Verband hatte dies zurückgewiesen. DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte behauptet, das IOC hätte seinen Zeitplan für eine Bewerbung zum Jahreswechsel vor dem Hintergrund der Pandemie "plötzlich angepasst" und bezichtigte es der Falschaussage. Dagegen hatte sich das IOC verwahrt.

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Bach hatte Mitte Mai in dem Brief noch einmal deutlich gemacht, dass das Verhältnis zwischen IOC und Hörmann gestört und das zwischen DOSB und dem internationalen Sport gefährdet sei. Zugleich betonte der IOC-Chef, dass dies der Heilung bedürfe, zumal die Stellung des DOSB in den internationalen Sportorganisationen weiter gelitten habe.

Bericht der Future Host Commission als Grundlage

Die Entscheidung der IOC-Exekutive für Brisbane basiert im Rahmen eines neuen Auswahlverfahrens auf einem Bericht der Future Host Commission, die das Brisbane-Projekt in den vergangenen Monaten detailliert analysiert hat. Der neue Ansatz bei der Wahl der Olympia-Gastgeber habe es ermöglicht, "die Olympischen Spiele an die Bedürfnisse des Gastgebers und seiner Bevölkerung" anzupassen und "nicht umgekehrt", erklärte Kristin Kloster Aasen, Vorsitzende der Future Host Commission des IOC.

Pluspunkte der australischen Bewerbung seien "ein von Leidenschaft getriebenes Angebot einer sportbegeisterten Nation", ein starker Masterplan mit 84 Prozent von bestehenden und temporären Austragungsorten sowie die starke Unterstützung von allen Regierungsebenen, der australischen Bevölkerung und dem privaten Sektor", hieß es in der Mitteilung.

"Sport wird von vielen Regierungen auf der ganzen Welt als wesentlich für die langfristige Entwicklung ihrer Länder und Regionen angesehen", sagte Bach. "Das olympische Projekt Brisbane 2032 zeigt, wie vorausschauende Führungspersönlichkeiten die Kraft des Sports als Möglichkeit erkennen, ein dauerhaftes Vermächtnis für ihre Gemeinden zu schaffen."

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