Sport: Sebastian Vettel: Was die Formel 1 für die Umwelt tun kann

Wer bezahlt für Unfallschäden? - Crashkosten belasten Budget-Cap

  Wer bezahlt für Unfallschäden? - Crashkosten belasten Budget-Cap Der Highspeed-Unfall von Lando Norris in Spa-Francorchamps befeuerte erneut die Frage, ob Unfallschäden aus dem Budgetdeckel rausgerechnet werden sollen. McLaren war zwar der Leidtragende in Spa, doch Teamchef Andreas Seidl hält nichts davon.Die Unfall-Liste in diesem Jahr ist lang. Valtteri Bottas und George Russell in Imola, Mick Schumacher in Monte Carlo und Budapest, Lance Stroll und Max Verstappen in Baku, Sebastian Vettel in Spielberg, Max Verstappen in Silverstone und zuletzt Lando Norris in Spa lieferten ordentlich Kleinholz ab.

Sebastian Vettel setzt sich aktiv für Umwelt- und Klimaschutz ein © Motorsport Images Sebastian Vettel setzt sich aktiv für Umwelt- und Klimaschutz ein

Am Sonntag wird in Zandvoort zum ersten Mal seit 36 Jahren der Grand Prix der Niederlande ausgetragen, vor tausenden Max-Verstappen-Fans. Doch nicht jeder in Holland freut sich über das Formel-1-Comeback. Niederländische Umweltaktivisten von Extinction Rebellion haben einen Protest angekündigt. Sebastian Vettel kann verstehen, dass die Gruppe "Aufmerksamkeit" auf die Themen Umwelt und Klima lenken wolle.

"Ich habe davon gehört", entgegnet der Aston-Martin-Pilot auf die Protestaktion angesprochen. "Ich denke, dass wir im Allgemeinen in einer Zeit leben, in der es wichtig ist, Aufmerksamkeit zu erregen. Und ich denke, dass sie genau das tun. Ich denke also, das ist gut", begrüßt er die Aktion.

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  Schumachers Zukunft in der Formel 1 geklärt So lief die Transferperiode bei Salzburg. (Videolänge: 2:39 Minuten)

Die Aktivisten kritisieren den Grand Prix der Niederlande als ein Beispiel "für die unnötigen Emissionen, die Zerstörung der Natur und die Vetternwirtschaft, die unsere Zukunft bedrohen". Um der Kritik auch Taten folgen zu lassen, veranstaltet Extinction Rebellion am Sonntag ein "Formel-0-Radrennen" nahe der Rennstrecke.

Bereits am Rande des Grand Prix von Großbritannien 2020 wurde die Gruppe aktiv und hisste vor dem Start ein Plakat mit der Aufschrift: "Handelt jetzt!". Vier Aktivisten wurden daraufhin festgenommen.

Aktion gegen "fossile Interessen und Wirtschaftsfürsten"

Als Lewis Hamilton gefragt wird, was er den Aktivisten zu sagen hat, meint der Brite: "Letztendlich ist es nicht meine Aufgabe, eine Präsentation für sie zu halten und zu erklären, was die Formel 1 tut. Die Formel 1 hat bereits die Schritte dargelegt, die sie bis 2030 unternehmen will."

Darum ist Schumachers Haas-Zukunft ein Ferrari-Bekenntnis

  Darum ist Schumachers Haas-Zukunft ein Ferrari-Bekenntnis Mick Schumacher fährt auch nächstes Jahr für Haas. Die Entscheidung ist den fehlenden Alternativen geschuldet und gleichzeitig ein klares Ferrari-Bekenntnis. © Bereitgestellt von sport1.de Darum ist Schumachers Haas-Zukunft ein Ferrari-Bekenntnis Es ist noch nicht offiziell, aber neben SPORT1 haben es gestern diverse andere Medien berichtet: Mick Schumacher (22) wird auch 2022 bei Haas-Ferrari bleiben.

Der Mercedes-Pilot, der sich selbst vegan ernährt und dem Klimaschutz ein großes Anliegen ist, weiß, dass sich nicht alles "von heute auf morgen" verändern werde. Aber er finde es "großartig", das sich die Formel 1 "in die Verantwortung nimmt", und dass in Zukunft Änderungen vorgenommen werden.

Den Aktivisten geht diese Veränderung viel zu langsam voran. Bei ihrer Aktion gehe es nicht um "fossile Interessen und Wirtschaftsfürsten", sondern um die Flora und Fauna in den Dünen und eine "saubere Zukunft", heißt es in einer Stellungnahme. Dies ist nicht der erste Protest von Umweltaktivisten rund um die Rennstrecke in Zandvoort.

Seit 2019 bekannt wurde, dass die Formel 1 nach Holland zurückkehren wird, häuften sich Beschwerden und Klagen. Denn das naturgeschützte Dünengebiet beherbergt seltene Tiere, etwa Kreuzkröte und Zauneidechse, deren Lebensraum durch die Umbauarbeiten gestört worden sei, so der Vorwurf. Vor Gericht blitzten die Umweltschützer damit allerdings ab.

Warum Vettel sich Feinde macht

  Warum Vettel sich Feinde macht Sebastian Vettel nutzt fast jedes Interview, um die Formel 1 an ihre Pflichten zum Umweltschutz zu erinnern. FIA-Präsident Jean Todt kündigt schnelles Handeln an © Bereitgestellt von sport1.de Warum Vettel sich Feinde macht Er wird immer mehr zum John Lennon der Formel 1: Sebastian Vettel (36) ist auf dem Kriegspfad für eine bessere Zukunft.Am Freitag löschte er im ersten freien Training von Zandvoort zunächst seinen grünen Aston Martin, dann wurde der Feuerwehrmann wieder zum Öko-Aktivisten.Ziel: Den Finger in die Wunde legen - und auch in der Formel 1 so eine Entwicklung zum Besseren beschleunigen.

Ein weiteres Verfahren wurde aufgrund der angeblich zu hohen Stickstoff-Emissionen angestrengt. Doch auch dieses Argument wies ein Gericht in Haarlem erst am 31. August zurück. Die Bewilligung, Rennen austragen zu dürfen, hielt den Anschuldigungen bislang stand.

Dennoch haftet der Formel 1 weiterhin das Image eines umweltschädigenden, ressourcenfressenden Zirkus an. Was kann man in Sachen Umwelt- und Klimaschutz besser machen? "Ich denke, es gibt eine Menge Dinge, die die Formel 1 plant, einige kleinere Dinge, die die Formel 1 in Angriff nimmt, was gut ist. Aber ist das genug? Nein, es ist nicht genug", meint Vettel.

Das sind Vettels Forderungen für eine grünere Formel 1

Der Deutsche ist für sein Engagement im Klima- und Umweltschutz mittlerweile bekannt. Er setzt sich unter anderem für das Leben von Wildbienen ein, dafür baute er mit Kindern am Rande des Grand Prix von Österreich etwa ein Bienenhotel aus Holz. Er sammelte nach dem Grand Prix von Großbritannien außerdem Müll auf den Tribünen.

Angesprochen auf die Schritte, die der Sport noch setzen müsse, zählt der 34-Jährige eine Vielzahl von Möglichkeiten auf, unter anderem auch die Organisation der Events vor Ort. "Ich denke, dass es eine riesige Chance gibt, die Leute aufzuklären, bestimmte Botschaften anzusprechen und die Leute auf bestimmte Dinge aufmerksam zu machen."

WM-Duell auf allen Ebenen - Kleinkrieg Mercedes vs. Red Bull

  WM-Duell auf allen Ebenen - Kleinkrieg Mercedes vs. Red Bull Red Bull und Mercedes bekämpfen sich nicht nur auf der Strecke. Das Duell geht auf allen Ebenen weiter, vom Fahrermarkt bis zu Technik. Ziel ist es, den Gegner irgendwie aus dem Konzept zu bringen.Rad an Rad hat sich das Verhältnis zwischen Verstappen und Hamilton nach den Unfall-Rennen in Silverstone und Budapest wieder etwas beruhigt. Außerhalb der Strecke wird es mit unverminderter Härte weitergeführt. Die Teamchefs Toto Wolff und Christian Horner sind da ausnahmsweise mal einer Meinung. Es gehört zur DNA der Formel 1, dass man dem Gegner auf keiner Ebene etwas gönnt und dass es Teil des Spiels ist, in allen Bereichen die Nase vorne zu haben.

Denn: "Viele Menschen an der Rennstrecke konsumieren viele Waren, Getränke, Lebensmittel und so weiter." An diesem ganzen Prozess könnte "eine Menge" verbessert werden. "Ich selbst habe gesehen, wie viel Müll in Silverstone zurückgelassen wurde."

Das erste Ziel müsse gar nicht erst sein, dass weniger Müll auf den Boden geworfen werde, sondern dass der Müll erst gar nicht produziert werde, so Vettel. "Es gibt eine Menge großartiger Ideen, Erfindungen und Konzepte, die sich auf unsere Rennen, auf Konzerte oder andere Veranstaltungen, die viele Menschen anziehen, anwenden lassen."

Einen weiteren Punkt spricht Vettel an: die aktuellen Boliden. Die zukünftigen Regularien müssen wieder Autos zulassen, die relevanter seien. "Wir haben fantastische Technologien in den Autos, aber alles ist sehr komplex und wohl auch irrelevant für die Serie. Das ist ganz offensichtlich nicht richtig."

Daher fordert er von der Formel 1 und den Herstellern, dass die zukünftige Motorenformel, die ab 2025 eingeführt werden soll, wieder relevanter wird und dabei der gesamten Welt helfe, "einen Wandel zu vollziehen". Die Königsklasse solle auch wieder eine Vorreiterrolle in Sachen Technologie einnehmen.

Vettel: "... dann gibt es meiner Meinung nach keine Zukunft"

Auch der Rennkalender könnte "so strukturiert werden, dass er Sinn ergibt", gibt Vettel den Formel-1-Verantwortlichen noch eine Rat mit auf den Weg. Denn aktuell reise der Tross "umsonst hin und her" in der Welt.

Rücktrittsgerüchte um Sebastian Vettel: Das sagt er in der Monza-PK!

  Rücktrittsgerüchte um Sebastian Vettel: Das sagt er in der Monza-PK! Warum noch immer keine offizielle Bestätigung von Sebastian Vettel für die Formel 1 2022 bei Aston Martin vorliegt und was sich Vettel für Monza ausrechnetZum aktuellen Stand der Dinge sagt Vettel nur: "Ich spreche natürlich mit dem Team und ich denke, wir werden schon sehr bald eine Antwort haben. Aber derzeit [gibt es noch] keine Neuigkeiten.

"Nun mag es einigen Veranstaltern nicht passen, ein Rennen zu einer Jahreszeit zu veranstalten, in der sie nicht so glücklich sind", weiß Vettel um wirtschaftliche Interessen Bescheid. Allerdings könnten dadurch Emissionen eingespart werden.

Tatsächlich: Bereits 2019 hat die Serie eine Aufstellung über den CO2-Fußabdruck der Serie veröffentlicht, und mit 45 Prozent ist die Logistik der größte Verursacher von schädlichen Emissionen, gefolgt von Geschäftsreisen mit 27,7 Prozent.

"Es sind also wirklich viele Dinge, und deshalb ist es gut, einen Schritt zu tun, aber es müssen natürlich noch viele weitere folgen." Denn Vettel ist ganz klar der Ansicht, dass die Menschheit insgesamt zu wenig unternimmt, um die Erderwärmung und die Umweltverschmutzung einzudämmen.

"Deshalb ist es meiner Meinung nach wichtig, dass wir verstehen, was auf dem Spiel steht. Und wenn wir das nicht begreifen, dann gibt es meiner Meinung nach keine Zukunft. Das klingt sehr düster", weiß der viermalige Formel-1-Weltmeister. Gleichzeitig gibt er Hoffnung: "Es gibt eine Menge Dinge, die wir tun können."

"Und ich glaube, dass es einen Platz für die Formel 1 gibt, vorausgesetzt, die Formel 1 geht die richtigen Dinge an und macht die richtigen Schritte. Wie ich schon sagte, es kann immer mehr getan werden. Die kleinen Dinge, die in Angriff genommen werden, sind gut, das ist der erste Schritt, aber noch nicht mehr als der erste Schritt."

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Wer den Cockpitschutz Halo entwickelt hat, wie er in die Formel 1 gekommen ist und bei welchen Unfällen sich das Halo-System schon als Lebensretter bewährt hatBei "Halo" handelt es sich um einen englischen Begriff. Das Wort kann im Deutschen mit "Heiligenschein" wiedergegeben werden. Und das beschreibt recht treffend, wie Halo als Cockpitschutz in der Formel 1 den Fahrer und dessen Kopf im Fahrzeug umgibt, nämlich wie ein Heiligenschein, der in bildlichen Darstellungen über einer Person schwebt.

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