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Welt & Politik: Ampel-Regierung: So verteilen sich die Ressorts im neuen Kabinett – Die ersten Ministerposten stehen fest

Ampel pokert um Posten

  Ampel pokert um Posten Berlin. Auf der Zielgeraden brauchen SPD, Grüne und FDP noch ein bisschen mehr Zeit für Koalitionsvertrag und Personaltableau. Am Mittwoch soll alles fertig sein, Überraschungen sind zu erwarten. © Kay Nietfeld Diese Vier wissen schon, was sie werden: Grünen-Chef Robert Habeck (l-r), die Co-Vorsitzende Annalena Baerbock, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner. Nun müssen sie also doch noch nachsitzen. Die für Dienstag geplante Präsentation ihres Koalitionsvertrages musste von SPD, Grünen und FDP auf diesen Mittwoch verschoben werden.

Die zukünftige Ampel-Koalition hat sich auf die Ressortverteilung geeinigt. Es gibt neue Zuschnitte und ein neues Ministerium. Die SPD will ihre Minister nicht vor dem 4. Dezember benennen.

  Ampel-Regierung: So verteilen sich die Ressorts im neuen Kabinett – Die ersten Ministerposten stehen fest © dpa

Die Ampel-Koalition steht. Damit ist auch klar, wer Deutschland künftig regiert. SPD, Grüne und FDP haben sich auf eine Ressortverteilung geeinigt. Und die Parteien haben ihre Minister auch bereits auserkoren.

Offiziell machen SPD, Grüne und FDP noch ein Geheimnis daraus, wer aus ihren Reihen Minister oder Ministerin wird. Die Grünen wollen ihre Kabinettsmitglieder am Donnerstag zum Start der Mitgliederbefragung bekanntgeben, die SPD erst nach ihrem Parteitag am 4. Dezember, um unabhängig von Namen über den Koalitionsvertrag abstimmen zu können.

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Doch anhand der Ressortverteilung ist die Besetzung etlicher der nun 17 Ministerien inoffiziell schon klar. So könnte daher das neue Bundeskabinett aussehen:

Bundeskanzler: Olaf Scholz (SPD)

Neuer Bundeskanzler wird Olaf Scholz. Der 63-Jährige kann auf eine lange politische Karriere zurückblicken. Scholz war in den 1980er Jahren Juso-Bundesvize, Anfang der 2000er SPD-Generalsekretär, während der Finanzkrise 2008 Bundesarbeitsminister.

Ab 2011 regierte er als Erster Bürgermeister Hamburgs. Zuletzt war Scholz in der letzten Regierung Merkel seit 2018 Bundesfinanzminister und Vizekanzler.

Kanzleramtschef: Wolfgang Schmidt (SPD)

Die wichtige Rolle des Kanzleramtschefs wird mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Scholz' engster Vertrauter Wolfgang Schmidt übernehmen. Der 51-Jährige arbeitet seit 20 Jahren für Scholz, zuletzt als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, wo er bereits das Vizekanzleramt koordinierte.

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Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Vizekanzler: Robert Habeck (Grüne)

Das neue Klima-Superministerium fällt wie erwartet an die Grünen. Hier wird damit gerechnet, dass Grünen-Chef Robert Habeck das Ressort übernimmt. Habeck würde dann auch neuer Vizekanzler. Allerdings war bis zuletzt auch seine Co-Parteichefin Annalena Baerbock für das Amt im Gespräch.

Ministerium für Finanzen: Christian Lindner (FDP)

Das Ministerium soll laut Koalitionsvertrag an die FDP gehen. Damit ist auch klar, wer das einflussreiche Ministerium übernimmt: Christian Lindner. Der FDP-Chef hat immer klargemacht, für ihn komme in einer Ampel-Koalition nur das Finanzressort in Frage. Für Lindner als FDP-Fraktionschef rückt der bisherige Fraktionsvize Christian Dürr nach, heißt es in Parteikreisen.

Auswärtiges Amt: Annalena Baerbock (Grüne)

Nach rund 20 Jahren soll das Außenministerium wieder von einer Grünen geführt werden. Als wahrscheinlichste Variante gilt, dass Annalena Baerbock in die Fußstapfen Joschka Fischers tritt.

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Ministerium für Arbeit und Soziales: Hubertus Heil (SPD)

Das Arbeits- und Sozialministerium geht an die SPD. Hier gilt der bisherige Arbeitsminister Hubertus Heil als gesetzt, der nach Ansicht seiner Partei in der großen Koalition einen guten Job gemacht hat.

Ministerium für Justiz: Marco Buschmann (FDP)

Neuer Justizminister wird nach Handelsblatt-Informationen Marco Buschmann, enger Vertrauter von Parteichef Lindner und bisher Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion.

Ministerium für Familie: Katrin Göring-Eckardt (Grüne)

Das Familienministerium wird von den Grünen besetzt. Das Ressort könnte Katrin Göring-Eckhardt übernehmen, die bei den Grünen als Ministerin als gesetzt gilt.

Ministerium für Verkehr: Volker Wissing (FDP)

Beim Verkehrsministerium gibt es eine Überraschung. Das Ressort fällt nicht wie erwartet an die Grünen, sondern an die FDP. Neuer Verkehrsminister soll nach Handelsblatt-Informationen FDP-Generalsekretär Volker Wissing werden. Zu dem Ministerium dürfte weiterhin auch der Bereich „Digitale Infrastruktur“ gehören.

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Ministerium für Gesundheit: Petra Köpping (SPD)

Das Gesundheitsministerium ist in der Coronakrise zentral. Lange war offen, welche Partei das Haus übernimmt, nun geht es an die SPD. Als neue Gesundheitsministerin wird Petra Köpping gehandelt, bislang Gesundheits- und Sozialministerin in Sachsen. Kaum Chancen wurden dagegen dem bekannten SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach eingeräumt.

Ministerium für Verteidigung: SPD

Das Verteidigungsministerium geht ebenfalls an die SPD. Lange wurde für das Amt Lars Klingbeil gehandelt, der nun aber SPD-Parteichef wird. Und viele in der SPD wünschen sich eine Trennung von Parteiämtern und Kabinettsposten. Gehandelt wird für das Ressort deshalb auch SPD-Verteidigungsexpertin Siemtje Möller.

Ministerium für Umwelt: Steffi Lemke (Grüne)

Für das Umweltministerium wurde zuletzt die Parlamentarische Geschäftsführerin Steffi Lemke gehandelt. Aber auch Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter käme theoretisch für das Amt in Frage, da das Verkehrsministerium nicht an die Grünen fällt, für das Hofreiter als heißer Kandidat galt.

Ministerium für Bildung und Forschung: Bettina Stark-Watzinger (FDP)

Das Bildungsressort geht an die FDP. Hier wird nach Handelsblatt-Informationen Bettina Stark-Watzinger das Ressort übernehmen. Die 53-Jährige ist hessische FDP-Landesvorsitzende und gehörte zum zehnköpfigen Ampel-Verhandlungsteam der FDP.

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Ministerium für Inneres: Christine Lambrecht (SPD)

Die bisherige Justizministerin Christine Lambrecht wollte ihre Karriere eigentlich schon beenden. Nun könnte sie aber vor dem nächsten großen Karriereschritt stehen - und erste Bundesinnenministerin werden.

Ministerium für Bauen und Wohnen: Svenja Schulze (SPD)

Das neue geschaffene Bauministerium geht an die SPD. Als wahrscheinlich gilt, dass die bisherige Umweltministerin Svenja Schulze das Ressort übernimmt.

Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit: SPD

Die SPD wird das Entwickungshilfeministerium übernehmen. Gehandelt wurden hier zuletzt unter anderem Klara Geywitz, die sich 2019 mit Olaf Scholz erfolglos um den SPD-Parteivorsitz beworben hatte, sowie Entwicklungshilfeexpertein Bärbel Kofler. Bis zuletzt wurden auch SPD-Bundestagsfraktionschef Rolf Mützenich Ambitionen auf das Amt nachgesagt.

Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Grüne

Das Landwirtschaftsministerium geht an die Grünen. Für den Job könnte auch Anton Hofreiter in Frage kommen, als studierter Biologe würde das Amt gut passen.

Staatsminister für Neue Bundesländer: SPD

Neben einem neuen Zuschnitt der Ministerien will die Ampel auch zwei neue Staatsminister-Posten im Bundeskanzleramt schaffen: Künftig soll ein Staatsminister dafür sorgen, dass überall im Land es gleichwertige Lebensverhältnisse herrschen. Diese Aufgabe könnte der aus Thüringen stammende Carsten Schneider übernehmen, bisher Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. Aber auch die SPD-Politikerin Klara Geywitz käme für den Poste infrage.

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Staatsminister für Migration: SPD

Ebenfalls neu geschaffen im Kanzleramt wird die Stelle eines Staatsministers für Migration. Auch dieser Posten geht an die SPD. Die Besetzung ist noch nicht bekannt.

Staatsminister Kultur und Medien: Grüne

Eigentlich war erwartet worden, der Job des Staatsministers  werde an den Scholz-Vertrauten Carsten Brosda gehen. Die Ampel-Verhandler einigten sich aber darauf, dass die Grünen den Kultur-Staatsminister stellen. Die Besetzung ist noch nicht bekannt.

Mehr: Für Olaf Scholz wird es schwer, seine Wahlversprechen einzulösen. Ein Kommentar.

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Der FDP-Vorsitzende und der Grünen-Chef sind die beiden mächtigsten Minister der Ampelregierung . Derzeit besetzen sie die Schlüsselpositionen in ihren Ressorts. Erste Namen kursieren. © dpa Kampf um Köpfe Das Verhältnis zwischen Finanzminister und Wirtschaftsminister ist traditionell ein schwieriges. Olaf Scholz (SPD) und Peter Altmaier (CDU) haben in den vergangenen Jahren in der Coronakrise öffentlich den Schulterschluss demonstriert, sich aber gleichzeitig im Hintergrund beharkt. Noch schwieriger wird die Konstellation in der kommenden Ampelregierung.

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