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Welt & Politik: Geboosterte müssen nicht mehr in Quarantäne

Neue Quarantäne-Regeln: Erst macht Lauterbach Vorschläge, dann schießen Länderminister quer

  Neue Quarantäne-Regeln: Erst macht Lauterbach Vorschläge, dann schießen Länderminister quer Bundesgesundheitsminister Lauterbach hat am Mittwoch Vorschläge zu verkürzten Quarantänezeiten gemacht. Die Länder zogen nach. Was gilt jetzt?Kaum war der Vorschlag raus, stellten sich jedoch die Gesundheitsminister der Bundesländer auf einer Konferenz am späteren Nachmittag quer. Der Tenor: alles viel zu kompliziert. Auf Initiative von Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz beschlossen die Länder einstimmig, dass symptomfreie Kontaktpersonen grundsätzlich nach sieben Tagen die Quarantäne mittels eines negativen PCR-Tests verlassen können – auch Ungeimpfte.

Düsseldorf. In NRW ist Omikron auf dem Vormarsch. Nun wollen die Gesundheitsminister die Quarantäne für Kontaktpersonen auf sieben Tage verkürzen, in wichtigen Berufen auf fünf Tage. Für geboosterte Kontaktpersonen soll sie ganz fallen. Die Ärzte im Rheinland fordern eine FFP2-Pflicht in Bus und Bahn.

 In Bus und Bahnen sollen Bürger wieder FFP2-Masken tragen, fordern Ärzte. © Marijan Murat In Bus und Bahnen sollen Bürger wieder FFP2-Masken tragen, fordern Ärzte.

Die Omikron-Variante ist auf dem Vormarsch: In Nordrhein-Westfalen macht sie nach Angaben des Gesundheitsministeriums 14 Prozent der Infektionen aus. Wegen der hohen Ansteckung dürfte es nur noch Tage dauern, bis Omikron auch hier dominiert. In Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Baden-Württemberg gehen die meisten Ansteckungen bereits auf diese Variante zurück.

Erste Beschlussvorlage für Corona-Gipfel: 2G-Plus für die Gastronomie soll bundesweit kommen

  Erste Beschlussvorlage für Corona-Gipfel: 2G-Plus für die Gastronomie soll bundesweit kommen Vor dem Bund-Länder-Gipfel am morgigen Freitag gibt es eine erste Vorlage. Die sieht teils deutliche Regelverschärfungen vor. Ausnahmen gibt es für Geboosterte. © Foto: Hannibal Hanschke/Reuters/Pool/dpa Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) leitet seine zweite BPK seit Amtsantritt. Bund und Länder planen wegen der Omikron-Variante eine deutliche Verschärfung beim Zutritt zu Restaurants und Cafés.

Um zu verhindern, dass es nun in weiten Teilen der Wirtschaft zu Personalmangel kommt, wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern die häusliche Auszeit verkürzen: Infizierte sollen nur noch für zehn Tage in Isolation, Kontaktpersonen nur noch für zehn Tage in Quarantäne. Nach sieben Tagen kann man sich durch einen PCR-Test freitesten. Kontaktpersonen, die Mitarbeiter der kritischen Infrastruktur und etwa in Krankenhäusern, bei Polizei, Wasser- und Energieversorgung tätig sind, können sich bereits nach fünf Tagen freitesten.

Die Minister berieten am Mittwoch einen entsprechenden Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und nahmen diesen an. Danach soll es auch einen zusätzlichen Anreiz zum Impfen geben: Kontaktpersonen müssen nach Lauterbachs Konzept gar nicht mehr in Quarantäne, wenn sie bereits geboostert sind. Diese Lockerung gilt auch, wenn die Zweitimpfung nicht länger als zwei Monate zurückliegt.

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  Corona-Talk bei Lanz: Gysi: „Die Leute sind so misstrauisch geworden“ Bei Lanz diskutierten Hendrik Streeck, Eva Quadbeck, Karin Prien und Gregor Gysi.Geladen waren neben dem Linken-Politiker Gregor Gysi auch die Journalistin Eva Quadbeck, stellvertretende Chefredakteurin des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), der Virologe Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie und HIV-Forschung der Universität Bonn und Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, und die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU).

Der Virologe Christian Drosten hält sogar die komplette Abschaffung der Quarantäne für Kontaktpersonen für denkbar. Zum einen komme diese ohnehin oft zu spät, zum anderen sei ihre Einhaltung in einer Omikron-Welle durch die Gesundheitsämter noch weniger zu gewährleisten als ohnehin schon, sagte er in seinem Podcast. Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie der München Klinik Schwabing, warnte dagegen vor pauschalen Verkürzungen. Diese müssten wie die verkürzte Isolation unbedingt mit einem Test am Ende abgebunden werden. Es sei gefährlich, blind eine Quarantäne-Verkürzung anzuordnen: „Pflegepersonal und Ärzte dürfen nicht zu Zeitbomben werden, die das Virus zu den Patienten tragen.“

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Frank Bergmann, forderte als weitergehende Maßnahmen im Kampf gegen Omikron die Wiedereinführung der FFP2-Pflicht in Bussen und Bahnen. „Bei einer hoch ansteckenden Virusvariante wie derzeit Omikron sind zum einen Hygiene- und Abstandsregeln im Alltag in jedem Fall weiterhin umfänglich geboten. Da im ÖPNV diese Regeln oftmals nur schwer einzuhalten sind, sollte das Tragen von FFP2-Masken im ÖPNV derzeit verpflichtend sein“, sagte Bergmann unserer Redaktion. „Einfache und auch nur nachlässig getragene OP-Masken bieten oftmals keinen wirklichen Schutz.“ Zudem sei es gut, wenn die Politik vielfältige Anreize beim Impfen setze. „Die Impfung, vor allem auch die Booster-Impfung, ist nach wie vor die beste Prophylaxe.“

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  Corona: Reiner Haseloff will 2G plus in Sachsen-Anhalt vorerst nicht umsetzen Nach einem Beschluss von Bund und Ländern soll für die Gastronomie künftig die 2G plus Regel gelten – ohne Schnelltest werden nur noch Geboosterte hereingelassen. Nun schert ein erstes Bundesland aus. © FABIAN BIMMER / REUTERS Nach der Videoschalte von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Bundesländer droht offenbar neuer Streit über die Umsetzung der zuvor gemeinsam beschlossenen Maßnahmen gegen das Coronavirus.

Auch für Physiker und Modellierer Andreas Schuppert von der RWTH Aachen kann die durch Omikron starke Wachstumsdynamik nur durch gezielte Maßnahmen gebrochen werden. Zudem müsse die Hospitalisierungsrate dringend überarbeitet werden. Die Daten seien nicht tagesaktuell, es gebe eine systematische Untererfassung. „Das muss belastbarer werden.“

Die Schulen in Deutschland sollen aber zunächst offen bleiben. „Auch wenn sich die Pandemie durch eine neue Virusvariante verändert, müssen wir die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen noch stärker in den Blick nehmen. Das bedeutet, dass wir die Schulen erst dann schließen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind“, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Karin Prien (CDU), am Mittwoch nach einer Sonderschalte der Minister. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will am Montag, dem ersten Schultag nach den Weihnachtsferien, alle Schüler testen lassen. Die Testpflicht gilt auch geimpfte und genesene Schüler.

Am Freitag beraten die Ministerpräsidenten über weitere Kontaktbeschränkungen und die Impfpflicht. Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) sprach sich im „Spiegel“ für ein moderates Bußgeld für Impfverweigerer aus. Drakonische Strafen sollten nicht eingeführt werden. Zudem solle ein verpflichtendes Beratungsgespräch eingeführt werden.

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Die Quarantäne-Zeit wird auf zehn Tage verkürzt, geboosterte Kontaktpersonen müssen nicht in Isolation und es gibt die Homeoffice-Pflicht: diese Corona-Regeln gelten aktuell in Deutschland. © fizkes / Shutterstock Wenn möglich bitte zu Hause arbeiten: Die Homeoffice-Pflicht gilt. Die Corona-Pandemie hält die Welt weiter in Atem, besonders die Omikron-Variante führt zu rasant steigenden Infektionszahlen. In Deutschland gelten ab Mitte Januar 2022 neue Corona-Regeln, die Quarantäne wird beispielsweise generell verkürzt. Hier findest du eine Übersicht einiger aktueller Corona-Regeln.

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