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Welt & Politik: Vorsitzender der Werteunion: AfD will CDU-Politiker Otte als Kandidat für Bundespräsidentenwahl

Wahljahr '22: Den Trend halten, den Trend brechen

  Wahljahr '22: Den Trend halten, den Trend brechen In diesem Jahr stehen gleich vier Landtagswahlen in Deutschland an. Die derzeit erfolgreichen Sozialdemokraten wollen ihre Macht stärken. Die Christdemokraten müssen verloren gegangene Wähler zurückgewinnen. © Christian Ohde/chromorange/picture alliance Provided by Deutsche Welle Wahlen in vier Bundesländern im Jahr 2022 bedeutet auch: vier Chancen für die Christlich Demokratische Union (CDU), den Schaden zu beheben, den das für sie katastrophale Bundestagswahl-Ergebnis im vergangenen September angerichtet hat.

Die AfD trägt dem umstrittenen CDU-Konservativen Max Otte die Kandidatur als Bundespräsident an. Der will intensiv darüber nachdenken.

Max Ott, Chef der Werteunion (Archivbild von 2017) © Foto: Imago/Jürgen Heinrich Max Ott, Chef der Werteunion (Archivbild von 2017)

Der Vorsitzende der konservativen Werte-Union, Max Otte, schließt nicht aus, für die AfD als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten anzutreten. „Die Kandidatur als Bundespräsident angetragen zu bekommen, ist eine der größten Ehren, die einem widerfahren kann“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur auf die Frage, ob er für die AfD antreten werde. „Das Amt bietet die Chance, zu heilen, zu versöhnen, zu ermahnen. Ich berate mich mit meiner Familie und denke intensiv darüber nach.“

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Zuvor hatte die AfD Otte laut übereinstimmenden Berichten von „Spiegel“ und „Zeit Online“ als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten nominiert. In einer gemeinsamen Telefonkonferenz des Bundesvorstands mit den Landeschefs habe sich eine Mehrheit für Otte entschieden, berichtete der „Spiegel“. Die AfD äußerte sich am Dienstagmorgen auf Anfrage zunächst nicht zu den Berichten, kündigte aber für den Nachmittag eine Pressekonferenz an.

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Die Werte-Union mit nach eigenen Angaben rund 4000 Mitgliedern sieht sich als Vertretung der konservativen Strömung in der Union, ist aber keine offizielle Parteigliederung. Interne Kritiker haben Otte schon länger vorgeworfen, die Werte-Union nach rechts rücken und zur AfD hin öffnen zu wollen. Otte hatte 2017 in einem Interview angekündigt, er wolle bei der Bundestagswahl die AfD wählen - auch wegen des Kurses von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Der Fondsmanager war bis Januar 2021 Kuratoriumsvorsitzender der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung gewesen.

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Chancen auf das Amt des Bundespräsidenten hat Otte praktisch nicht. Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier kandidiert mit Unterstützung der Regierungsparteien und der Union für weitere fünf Jahre. Vor gut zwei Wochen hatte die Linke den Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert als weiteren Kandidaten nominiert.

Die Bundesversammlung tritt am 13. Februar zur Wahl des Bundespräsidenten zusammen. Sie wird 1472 Mitglieder zählen - die 736 Abgeordneten des Bundestags und eine gleich große Zahl von Menschen, die die 16 Landtage entsenden. Mit den Stimmen von SPD, Grünen, FDP und CDU/CSU kann Steinmeier praktisch sicher mit einer Wiederwahl rechnen. Oppositionsparteien haben immer wieder eigene Bewerber ins Rennen ums höchste Staatsamt geschickt, auch wenn dies aussichtslos war. (dpa)

Max Otte als AfD-Kandidat: Nach seiner Aufstellung zerbröckelt die Werteunion .
Max Ottes Aufstellung für die AfD führt zum Verlust von Wertunions-Unterstützern.„Max Otte hat mit der Kandidatur eine rote Linie überschritten. Die Kandidatur auf dem Ticket der AfD ist inakzeptabel. Herr Otte diskreditiert damit alles, wofür die Werteunion steht“, sagte Mitsch dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Sie widerspreche der unter anderem in der WU-Satzung und dem Gründungsmanifest festgehaltenen Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der AfD.

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