Welt & Politik: Letzter Tag der "Referenden" in russisch kontrollierten Gebieten der Ukraine

Scheinreferenden vor dem Abschluss: Putins möglicher Plan hinter den Annexionen – und die Gefahr für ihn

  Scheinreferenden vor dem Abschluss: Putins möglicher Plan hinter den Annexionen – und die Gefahr für ihn Schon am Freitag könnte Russland um die besetzten Gebiete erweitert werden. Der Kreml gewinnt so Planungssicherheit für das Militär, pokert aber hoch. Eine Analyse. © Foto: - Ein Arbeiter befestigt eine russische Flagge in Mariupol. Schon an diesem Freitag könnte der russische Präsident Wladimir Putin den Anschluss der vier teilweise besetzten Gebiete in der Ukraine verkünden, schreibt der britische Militärgeheimdienst in seiner Lageeinschätzung zur Ukraine am Dienstag. Teile von Cherson, Saporischschja, Donezk und ganz Luhansk würden dann Teil der Russischen Föderation.

In vier russisch kontrollierten Gebieten der Ukraine sind die sogenannten Referenden zur Annexion durch Russland am Dienstag in die Schlussphase gegangen. Für den letzten Tag der von Moskau diktierten Abstimmungen in den Separatistengebieten Donezk und Luhansk im ostukrainischen Donbass sowie den südukrainischen Regionen Cherson und Saporischschja war auch die Öffnung von Wahllokalen vorgesehen.

In vier russisch kontrollierten Gebieten der Ukraine sind die sogenannten Referenden zur Annexion durch Russland in die Schlussphase gegangen. © STRINGER In vier russisch kontrollierten Gebieten der Ukraine sind die sogenannten Referenden zur Annexion durch Russland in die Schlussphase gegangen.

Bislang gingen pro-russische Behördenvertreter von Tür zu Tür, um Stimmen einzusammeln. Beobachtern zufolge wurden sie dabei häufig von bewaffneten russischen Kräften begleitet. Nach Angaben prorussischer Politiker in den betreffenden Regionen könnten die Ergebnisse der "Referenden" bereits am Dienstagabend oder in den folgenden Tagen veröffentlicht werden.

Besetzte ukrainische Gebiete stimmen für Anschluss an Russland

  Besetzte ukrainische Gebiete stimmen für Anschluss an Russland Besetzte ukrainische Gebiete stimmen für Anschluss an RusslandIn Luhansk hätten nach Auszählung aller Stimmen mehr als 98 Prozent, in Saporischschja mehr als 93 Prozent und in Cherson mehr als 87 Prozent der Wähler für einen Anschluss an Russland gestimmt, erklärten die Besatzungsverwaltungen am Dienstag. Die russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, dass in Donezk bei 32 Prozent ausgezählter Stimmzettel fast 94 Prozent mit "Ja" gestimmt hätten. "Die Ergebnisse sind eindeutig.

Danach müssen die Abgeordneten in Moskau formal für die Annexion durch Russland stimmen. Anschließend sollen die Beschlüsse dem russischen Staatschef Wladimir Putin zur Unterzeichnung vorgelegt werden.

Die von Kiew und seinen westlichen Verbündeten als Scheinreferenden kritisierten Abstimmungen hatten am Freitag begonnen. Ein möglicher Anschluss der vier ukrainischen Regionen an Russland infolge der "Referenden" wird vom Westen als völkerrechtswidrig verurteilt. Befürchtet wird auch eine weitere militärische Eskalation, weil ukrainische Angriffe auf diese Regionen von Moskau fortan dann als Angriff auf sein Staatsgebiet gewertet werden könnten.

Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7) hat bereits angekündigt, den Ausgang der sogenannten Referenden "niemals" anzuerkennen. Die USA kündigten eine "schnelle und ernste" Reaktion in Form weiterer Wirtschaftssanktionen gegen Russland an. Selbst China rief in der Angelegenheit dazu auf, "die territoriale Integrität aller Länder" zu achten, ohne allerdings die "Referenden" zu verurteilen.

yb/ju

Kanada schlägt neue Sanktionen gegen Russland, nachdem Putin die ukrainischen Regionen .
Kanada am Freitag neue Sanktionen gegen russische Beamte und Eliten geschlagen hatte, nachdem Präsident Wladimir Putin vier Regionen Ukraine offiziell annektiert hat. © Dmitry Astakhov, Sputnik, Regierungspool-Foto über AP Russischer Präsident Vladimir Putin nimmt eine Zeremonie zur Unterzeichnung der Verträge für Donezk- und Luhansk-Regionen der Ukraine, um am 30. September Russland in Kreml in Moskau, Russland, zu unterschreiben.

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