Welt & Politik: Schicksalswahl in Brasilien

Internationale Warnungen wachsen um die Bedrohung für die Demokratie in Brasilien

 Internationale Warnungen wachsen um die Bedrohung für die Demokratie in Brasilien Internationale Warnungen über die Bemühungen, die Demokratie in Brasilien zu untergraben, wächst nur wenige Tage, bevor die Wähler die Umfragen für eine Präsidentschaftswahlen bestreiten, die Spaltungen in der südamerikanischen Nation vertieft hat.

Schicksalswahl in Brasilien: Nach vier Jahren Amtszeit des rechtsradikalen Staatschefs Jair Bolsonaro waren am Sonntag mehr als 156 Menschen in dem südamerikanischen Land aufgerufen, ihren Präsidenten zu wählen. In den Umfragen führte der linksgerichtete Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva mit großem Vorsprung. Bolsonaros Äußerungen im Wahlkampf schürten Ängste, es könne im Falle seiner Niederlage zu Unruhen kommen.

Schicksalswahl in Brasilien: Mehr als 156 Brasilianer und Brasilianerinnen sind am Sonntag dazu aufgerufen ihren Präsidenten zu wählen. In den Umfragen führte zuletzt der linksgerichtete Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva mit großem Vorsprung. © EVARISTO SA Schicksalswahl in Brasilien: Mehr als 156 Brasilianer und Brasilianerinnen sind am Sonntag dazu aufgerufen ihren Präsidenten zu wählen. In den Umfragen führte zuletzt der linksgerichtete Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva mit großem Vorsprung.

Die Wahllokale in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft sollten bis 17.00 Uhr (22.00 Uhr MESZ) geöffnet sein. Erste Ergebnisse wurden etwa zwei Stunden danach erwartet. Auch Parlamentsabgeordnete, Gouverneure und Senatoren wurden in Brasilien gewählt.

Schwerste Brände im Amazonasgebiet seit über zehn Jahren

  Schwerste Brände im Amazonasgebiet seit über zehn Jahren Das Amazonasgebiet hat beträchtlichen Einfluss auf das Weltklima, weil der Regenwald das Klimagas CO2 binden kann. Doch Brandrodung verhindert das. Es gibt dazu Zahlen.Von Juni bis Oktober ist in Brasilien Waldbrandsaison. Meist werden zunächst die Bäume gefällt und die abgeholzten Flächen dann in Brand gesteckt, um neue Weideflächen und Ackerland für den Soja-Anbau zu schaffen. Weil der Regenwald im Amazonasgebiet immense Mengen des Klimagases CO2 binden kann, hat er auch für das Weltklima große Bedeutung.

Der 76-jährige Lula gab kurz nach Öffnung der Wahllokale seine Stimme ab und sagte dabei, er wolle Brasilien zur "Normalität" zurückführen. "Wir wollen keinen Hass, keine Zwietracht", sagte der Herausforderer. "Wir wollen ein Land des Friedens."

Bolsonaro gab ebenfalls am Morgen seine Stimme ab. "Saubere Wahlen müssen respektiert werden", sagte der 67-Jährige. Im Wahlkampf hatte er angekündigt, das Wahlergebnis anzufechten, sollte er verlieren. "Nur Gott" könne ihn aus dem Amt entfernen. Zugleich erklärte er ohne Anführung von Beweisen, es gebe ausgedehnten Betrug in Brasiliens elektronischem Wahlsystem.

Sollte Lula am Sonntag mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, so wäre er bereits im ersten Durchgang zum Staatschef Brasiliens gewählt. Erhält keiner der Kandidaten diese Mehrheit, so treten die beiden Bestplatzierten am 30. Oktober in einer Stichwahl gegeneinander an.

"Recht auf Grillen" wird Brasiliens Wahlkampfschlager

  Ein Thema der Kampagne von Bolsonaros Herausforderer Luiz Inácio Lula da Silva: der Verzehr von Rindfleisch. Weil in Brasilien Essen ein Statussymbol ist. © Alexandre Schneider/Getty Images Lula bei einer Kundgebung in Sao Paulo am 24.September Wenn Luiz Inacio Lula de Silva sich auf seiner Tour durch das ganze Land in Rage redet, können sich seine Anhänger auf eines verlassen: Früher oder später geht es beim Präsidentschaftskandidaten um etwas, was in Brasilien fast heilig ist: das Essen. Grillen sei ein "elementares Recht des brasilianischen Volkes.

Nicht wenige in Brasilien machen sich auf eine brasilianische Version der Unruhen gefasst, die nach der Weigerung von Bolsonaros politischem Vorbild Donald Trump, seine Niederlage anzuerkennen, die USA erschütterten.

Michael Shifter vom Politikinstitut Inter-American Dialogue sagte der Nachrichtenagentur AFP, bei der Wahl stünde die "Demokratie" selbst zur Wahl. Bolsonaro sei der "undemokratischste Präsident" seit Brasiliens Militärdiktatur von 1964 bis 1985 - deren Ende der amtierende Präsident offen bedauert. Zu einem gewissen Grad seien Unruhen und Gewalt im Zuge der Wahl "wohl wahrscheinlich", sagte Shifter.

Beobachter von der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), des Carter Centers, der Interamerikanischen Union der Wahlorganisationen sowie anderer internationaler Organisation beaufsichtigen die Wahl. Aus dem Weißen Haus in Washington hieß es, die USA würden die Wahl "genau" beobachten.

Schicksalswahlen in Brasilien: Herausforderer Lula liegt in Umfragen deutlich vor Bolsonaro

  Schicksalswahlen in Brasilien: Herausforderer Lula liegt in Umfragen deutlich vor Bolsonaro 156 Millionen Menschen wählen heute in Brasilien einen neuen Präsidenten. Der rechtsradikale Amtsinhaber muss um seine Position bangen. © Foto: Foto: AFP/ CAIO GUATELLI Menschen stehen an einer elektronischen Wahlstation im brasilianischen Sao Paolo. Angesichts der extremen politischen Spaltung in Brasilien hat Präsidentschaftskandidat Luiz Inácio Lula da Silva am Wahltag für gesellschaftlichen Frieden geworben. „Die Mehrheit der Gesellschaft will keine Konfrontation, sie will Frieden. Die Leute wollen keine Waffen verkaufen, sie wollen Bücher vertreiben.

Mehr als 500.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Anderson Torres, Minister für Öffentliche Sicherheit, bemühte sich, die Ängste vor Unruhen zu zerstreuen. "Wir haben eine Wahl, keinen Krieg", sagte er.

Der Linkspolitiker Lula regierte Brasilien bereits von 2003 bis 2010. Wegen seiner Verwicklung in den Korruptionsskandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras verbrachte Lula 2018 und 2019 insgesamt 18 Monate im Gefängnis. Seine Verhaftung war damals umstritten. Vergangenes Jahr wurden die gegen ihn verhängten Urteile vom Obersten Gerichtshof Brasiliens aus formalen Gründen aufgehoben.

Widersacher Bolsonaro kam bei der Präsidentenwahl 2018 als Außenseiter an die Macht. Seine Anhänger mögen seinen radikalen Stil, seine Angriffe gegen das sogenannte Establishment und seine Auftritte in den Online-Medien. Seine Kritiker halten Bolsonaro vor, er habe wenig vorzuweisen außer hasserfüllten Sprüchen, Missmanagement der Corona-Pandemie und einer verheerenden Umweltbilanz.

Unter Bolsonaros Führung wurde nicht nur die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes vorangetrieben, auch der Hunger kam zurück nach Brasilien. Das Land stand 2021 wieder auf der Hungerkarte des Welternährungsprogramms (WFP), weil rund 29 Prozent der Bevölkerung in "mittlerer oder schwerer Ernährungsunsicherheit" leben.

Mit seinen Erlassen hat der Staatschef und Ex-Militär zudem den Zugang zu Schusswaffen massiv erleichtert. Inzwischen gibt es fast doppelt so viele private Waffenbesitzer wie Polizisten.

Lula kombinierte als erster Präsident aus der Arbeiterklasse in seiner Regierungszeit bahnbrechende Sozialprogramme mit marktfreundlicher Wirtschaftspolitik. Dadurch konnten sich in Brasilien, wo krasse soziale Ungleichheit herrscht, rund 30 Millionen Menschen aus der Armut befreien. Ein Wirtschaftsboom, der auf steigenden Rohstoffpreisen beruhte, half ihm, etliche Korruptionsskandale zu überstehen.

ma/ju

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Rund einen Monat nachdem der kanadische Popstar Justin Bieber seine Welttournee abbrechen musste, folgt nun die nächste bittere Nachricht für seine Fans. © Bereitgestellt von TAG24 Justin Bieber (28) musste seine Welttournee nach einem Konzert in Brasilien überraschend abbrechen. Denn wie das US-Newsportal TMZ erfahren haben will, müssen sich alle, die noch gehofft hatten, den Sänger trotzdem im kommenden Jahr live zu erleben, wohl noch eine ganze Weile gedulden. Demnach sollen auch alle angesetzten Termine für 2023 bis auf Weiteres verschoben werden.

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