Welt & Politik: Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Chinesische Kurskorrektur? Geplante G20-Erklärung mit Kriegskritik

  Chinesische Kurskorrektur? Geplante G20-Erklärung mit Kriegskritik Was für den Westen ein großer Erfolg ist, ist für Russland eine herbe Niederlage. Hat Putins wichtigster Partner seinen Kurs zum Ukraine-Krieg korrigiert?Die Chefunterhändler der Europäischen Union und der 19 führenden Industrie- und Schwellenländer einigten sich beim G20-Gipfel in Indonesien nach schwierigen Verhandlungen auf den Entwurf.

Seit Kriegsbeginn im Februar hat Russland die Ukraine nach deren Angaben mit knapp 4700 Raketen beschossen und große Teile des Landes in Trümmer gelegt. «Hunderte unserer Städte sind praktisch niedergebrannt, tausende Menschen wurden getötet, Hunderttausende wurden nach Russland deportiert», sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj. Sowohl der Staatschef als auch der Generalstab in Kiew berichteten zudem, dass es weiterhin schwere Kämpfe vor allem im Donbass-Gebiet im Osten des Landes gebe.

Ein ukrainischer Soldat steht bei Regen in seiner Stellung in der Nähe von Bachmut. © Libkos/AP/dpa Ein ukrainischer Soldat steht bei Regen in seiner Stellung in der Nähe von Bachmut.

Allein am vergangenen Dienstag habe Russland knapp 100 Raketen auf die Ukraine abgefeuert. «Hundert verschiedene Raketen gegen unsere Städte, gegen Wohngebäude, gegen Unternehmen, gegen Kraftwerke», sagte Selenskyj in einer Videobotschaft an die internationale Organisation der Frankophonie - ein Zusammenschluss französischsprachiger Staaten, deren Vertreter sich im tunesischen Djerba trafen. Als Folge dieser Angriffe seien über 20 Millionen Menschen zeitweise ohne Stromversorgung gewesen.

Chinesische Kurskorrektur? G20-Erklärung soll Russlands Krieg scharf verurteilen

  Chinesische Kurskorrektur? G20-Erklärung soll Russlands Krieg scharf verurteilen Beim G20-Gipfel soll Russlands Krieg gegen die Ukraine scharf verurteilt werden. Wladimir Putins wichtigster Partner könnte dabei seinen Kurs korrigiert haben.Russlands Krieg gegen die Ukraine soll beim G20-Gipfel scharf verurteilt werden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur setzte der Westen das bei den Verhandlungen über die gemeinsame Abschlusserklärung gegen den anfänglichen Widerstand Moskaus durch. Die Chefunterhändler der Europäischen Union und der 19 führenden Industrie- und Schwellenländer einigten sich beim G20-Gipfel auf der indonesischen Ferieninsel Bali nach schwierigen Verhandlungen auf den Entwurf.

«Millionen Menschen haben die Ukraine verlassen, um in anderen Ländern Schutz vor dem Krieg zu suchen», sagte Selenskyj. Er bat die Mitgliedsstaaten der Frankophonie um Hilfe. «Die Ukraine will wirklich Frieden. Aber um den Frieden wiederherzustellen, brauchen wir Unterstützung.» Eine Rückkehr zum Frieden sei möglich, «wenn jeder auf der Welt versteht, dass niemand auf der Welt einen einzigen Tag des Terrors verdient».

Weiter erbitterte Gefechte im Donbass

Die erbitterten Gefechte im Donbass im Osten der Ukraine dauern nach den Worten Selenskyjs weiter an. Vor allem das Gebiet um Donezk sei schwer umkämpft, sagte er am Sonntagabend in seiner täglichen Videoansprache. «Obwohl es wegen der Verschlechterung des Wetters weniger Angriffe gibt, bleibt die Zahl der russischen Artillerieüberfälle leider hoch.» Auch der Generalstab in Kiew hatte zuvor von fortgesetzten Zusammenstößen an verschiedenen Frontabschnitten im Osten des Landes berichtet. Bei Luhansk seien mehrere russische Vorstöße abgewehrt worden, hieß es. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

UKRAINE-TICKER-Ukraine - Russland hat nur zehn Ziele getroffen

  UKRAINE-TICKER-Ukraine - Russland hat nur zehn Ziele getroffen 15. Nov (Reuters) - Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen. 21.55 Uhr - Russland hat nach ukrainischer Darstellung bei seinen jüngsten Raketenangriffen nur zehn Ziele getroffen. "Von den Dutzenden Angriffen gab es zehn Treffer", sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner nächtlichen Videoansprache. "Die gegenwärtige21.55 Uhr - Russland hat nach ukrainischer Darstellung bei seinen jüngsten Raketenangriffen nur zehn Ziele getroffen. "Von den Dutzenden Angriffen gab es zehn Treffer", sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner nächtlichen Videoansprache.

Das Verteidigungsministerium in Kiew widersprach unterdessen Spekulationen westlicher Medien und Militärvertreter, wonach im Winter an den Fronten eine Kampfpause eintreten könnte. «Wer über eine mögliche "Pause der Feindseligkeiten" wegen der Minustemperaturen im Winter spricht, hat vermutlich noch nie im Januar ein Sonnenbad an der Südküste der Krim genommen», erklärte die Behörde über Twitter.

Kiew: Russen bauen Stellungen aus und stehlen Fahrräder

Nach ihrem Rückzug auf das Ostufer des Flusses Dnipro bei Cherson in der Südukraine bauen russische Soldaten dort nach Angaben aus Kiew neue Abwehrstellungen aus. Gleichzeitig seien sie etwa im Bezirk Kachowka vermehrt dazu übergegangen, Fortbewegungsmittel der Zivilbevölkerung zu stehlen, teilte der ukrainische Generalstab in Kiew am Sonntag mit. «Sie stehlen der Bevölkerung ihre Privatautos, Motorräder und sogar Fahrräder», hieß es in der Mitteilung.

UKRAINE-TICKER-US-General - Militärischer Sieg der Ukraine nicht sehr wahrscheinlich

  UKRAINE-TICKER-US-General - Militärischer Sieg der Ukraine nicht sehr wahrscheinlich 16. Nov (Reuters) - Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen. 19.56 Uhr - Der ranghöchste US-General, Mark Milley, warnt vor überzogenen Hoffnungen auf einen kurzfristigen militärischen Sieg der Ukraine. Russland verfüge trotz der Rückschläge noch über eine bedeutende Kampfkraft in der Ukraine, sagt der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff auf einer Pressekonferenz. "Die Wahrscheinlichkeit eines ukrainischen militärischen Sieges - definiert als der Rauswurf der Russen aus der gesamten Ukraine, einschließlich der von ihnen beanspruchten Krim - ist militärisch gesehen nicht sehr hoch.

IAEA-Team will AKW Saporischschja auf Schäden untersuchen

Ein Team der Internationalen Atomenergie-Agentur IAEA will am Montag das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja auf mögliche Schäden untersuchen und das Ausmaß der Explosionen vom Wochenende dokumentieren. Das von russischen Truppen besetzte größte Atomkraftwerk Europas war am Samstag und Sonntag von Dutzenden Granateinschlägen erschüttert worden. Auch in den Monaten davor war das AKW mehrfach unter Beschuss geraten. Die Ukraine und Russland geben sich gegenseitig die Schuld dafür.

Deutschland bietet Polen Unterstützung an

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) will Polen nach dem Raketeneinschlag im Grenzgebiet zur Ukraine mit dem Patriot-Abwehrsystem helfen. «Wir haben Polen angeboten, bei der Absicherung des Luftraums zu unterstützen - mit unseren Eurofightern und mit Patriot-Luftverteidigungssystemen. Mit denen sind wir ja auch schon in der Slowakei - die Präsenz dort wollen wir bis Ende 2023 verlängern, eventuell sogar noch darüber hinaus», sagte Lambrecht der «Rheinischen Post» und dem «General-Anzeiger».

Ukraine aktuell: Deutsch-russisches Forum Petersburger Dialog löst sich auf

  Ukraine aktuell: Deutsch-russisches Forum Petersburger Dialog löst sich auf Der Petersburger Dialog, ein zivilgesellschaftliches deutsch-russisches Forum, steht wegen des russischen Krieges in der Ukraine vor dem Aus. Der ukrainische Geheimdienst durchsucht mehrere Klöster. Ein Überblick © Armin Weigel/dpa/picture-alliance Das Bildsymbol des Petersburger Dialogs bei einer Tagung im Jahr 2008 .

In dem polnischen Dorf Przewodow, nur sechs Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt, war am Dienstag eine Rakete eingeschlagen. Zwei Zivilisten starben. Westliche Regierungen gehen davon aus, dass es eine verirrte ukrainische Flugabwehrrakete war, die zur Verteidigung gegen Angriffe des russischen Militärs eingesetzt wurde.

Das wird am Montag wichtig

Für die Republik Moldau, ein wichtiges Zielland von Kriegsflüchtlingen aus der benachbarten Ukraine, wird am Montag in Paris eine internationale Geberkonferenz organisiert. Dabei geht es um weitere Hilfszusagen für die ehemalige Sowjetrepublik. An dem Treffen beteiligt sind Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne), ihre französische Kollegin Catherine Colonna sowie Rumäniens Außenminister Bogdan Aurescu und der moldauische Ressortchef Nicu Popescu.

Moldau wurde im Juni mit der Ukraine zum EU-Beitrittskandidaten erklärt. In das Land mit seinen 2,6 Millionen Einwohnern kamen zu Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine Hunderttausende Flüchtlinge. Davon sind 90.000 weiter im Land, deshalb hofft der zwischen Rumänien und der Ukraine liegende Staat auf Unterstützung. Eine erste Geberkonferenz gab es im April in Berlin und eine zweite im Juli in Bukarest, bei der 600 Millionen Euro an Hilfsmitteln zusammenkamen.

News des Tages: Angela Merkel, Iran, Corona, WM in Katar .
Der Protest in Iran tritt in eine neue Phase ein. Deutschlands Regierung lässt die Pandemie langsam ausschleichen. Und Hans Magnus Enzensberger ist gestorben. Das ist die Lage am Freitagabend. © DER SPIEGEL 1. SchattenreichJede Woche freitags um 13 Uhr erscheint die neue Digitalausgabe des SPIEGEL. Deshalb empfehle ich Ihnen an dieser Stelle in der Regel die Titelgeschichte – diese Woche ist es eine grandiose Reportage von Alexander Osang, der Angela Merkels Auszug aus dem Kanzleramt und ihr Ankommen in einem Leben ohne Amt beobachtet hat.

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