Wissen & Technik: Das wissen wir über die neue Corona-Variante aus Afrika

Corona in Rhein-Berg: Weitere drei Todesfälle – Technik-Probleme bei Datenübertragung

  Corona in Rhein-Berg: Weitere drei Todesfälle – Technik-Probleme bei Datenübertragung Lesen Sie hier alle Entwicklungen zum Coronavirus im Rheinisch-Bergischen Kreis. Sieben Personen, die an Covid-19 erkrankt seien, würden aktuell noch in den vier Krankenhäusern im Kreisgebiet behandelt. Auf Intensivstationen liege unterdessen keiner der Betroffenen.27 weitere bestätigte Corona-Fälle im Kreisgebiet meldet der Krisenstab für Freitag und Samstag. Die Fallzahlen von Sonntag und Montag hat der Stab für Dienstag angekündigt.

Wo B.1.1.529 bereits aufgetaucht ist, was die Variante so gefährlich macht, wie sie entstanden sein könnte und wie man sie eindämmen kann - hier einige Antworten.

Vor allem im Großraum Gauteng rund um Johannesburg und Pretoria sind die Fallzahlen kräftig gestiegen © Denis Farrell/AP Photo/picture alliance Vor allem im Großraum Gauteng rund um Johannesburg und Pretoria sind die Fallzahlen kräftig gestiegen

Wo ist die neue Variante bereits aufgetaucht?

Erstmals wurde die neue Variante B.1.1.529 am 11. November 2021 in Botswana, also nördlich von Südafrika registriert. Inzwischen wurde die neue Variante auch in Südafrika nachgewiesen. Vor allem im Großraum Gauteng rund um Johannesburg und Pretoria, wo die Inzidenzen aktuell bei 1200 liegen.

Favoriten, Neubauten und ein Exot: Fragen und Antworten zum Afrika-Cup 2022

  Favoriten, Neubauten und ein Exot: Fragen und Antworten zum Afrika-Cup 2022 Vom 9. Januar bis 6. Februar findet die 33. Auflage des Afrika-Cups statt. Warum sie ausnahmsweise in einem WM-Jahr vonstatten geht, in welchem Modus gespielt wird und wer zum Favoritenkreis zählt ... © imago images Um diese Trophäe geht es: Wer stemmt den Pokal am 6. Februar in die Luft? Kontinentalturnier mit zwei NeulingenWie oft wird der Afrika-Cup ausgetragen?Normalerweise wird das Turnier alle zwei Jahre ausgespielt. Die letzte Austragung fand 2019 statt, ursprünglich wäre der nächste Afrika-Cup somit im Jahr 2021 fällig gewesen.

Bis zu 90 Prozent der neuen Fälle in Gauteng könnten auf B.1.1.529 zurückgehen, vermuten Wissenschaftler. Möglicherweise hat sich die neue Variante zudem bereits in acht anderen Provinzen in Südafrika ausgebreitet.

Auch die weiteren bestätigten Fälle weltweit stehen wohl im direkten Zusammenhang mit dem südlichen Afrika, deshalb haben viele Länder bereits die Flugverbindungen von und nach Südafrika konsequent eingeschränkt. In Hongkong wurde die Variante bei einem Reisenden nachgewiesen, der zuvor in Südafrika war.

Einen bestätigten Fall gibt es auch in Israel, zwei weitere Verdachtsfälle warten noch auf ihre Testergebnisse. Die infizierte Person war aus Malawi nach Israel zurückgekehrt. Alle drei Personen waren geimpft.

Sorge vor neue Corona-Variante mit vielen Mutationen

  Sorge vor neue Corona-Variante mit vielen Mutationen Die erstmals in Botswana registrierte B.1.1.529 Variante hat 32 Mutationen im Spike-Protein, wodurch sie von unseren Immunzellen schwerer bekämpft werden kann. © DW Schnellen in Südafrika die Infektionszahlen wegen der neuen Variante derzeit kräftig nach oben? Über den Sommer haben wir vergleichsweise wenig über neue Varianten des SARS CoV-2 Virus gehört, weil sich in vielen Teilen der Welt vor allem die hochansteckende Delta-Variante oder ihre Untervariante AY.4.2 (auch Delta Plus genannt) durchgesetzt und andere Mutanten weitgehend ausgeschaltet hat.

Viele Länder haben wegen der neuen Variante die Flugverbindungen von und nach Südafrika konsequent eingeschränkt © Leon Neal/Getty Images Viele Länder haben wegen der neuen Variante die Flugverbindungen von und nach Südafrika konsequent eingeschränkt

Wie gefährlich ist die neue Variante?

Sorgen bereitet diese neue Variante den Forschenden, weil sie eine "extrem hohe Anzahl von Mutationen" aufweist, nämlich 32 Mutationen im Spike-Protein. Zum Vergleich: Die hochansteckenden Delta-Variante weist acht Mutationen auf.

Zwar sagt die reine Anzahl an Spike-Mutationen noch nicht über die Gefährlichkeit aus. Aber durch die sehr vielen Mutationen im Spike-Protein kann die Virus-Variante durch die Immunzellen schwerer bekämpft werden, es entzieht sich der Immunantwort, die sogenannte Immune Escape/Immunflucht.

Durch eine neue Variante erkrankt man nicht schwerer, aber das Virus kann sich schneller verbreiten und das Gesundheitssystem noch schneller überlasten. Denn durch die Immunflucht verlieren auch Impfungen weiter an Wirksamkeit.

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Wie reagiert die WHO?

Die Verunsicherung ist groß. Aber bislang liegen noch keine wirklich belastbaren epidemiologische Daten dazu vor, wie infektiös diese neue Variante tatsächlich ist. Südafrika hat für Freitag eine Dringlichkeitssitzung einer Arbeitsgruppe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Virusentwicklung beantragt, um die neue Variante zu diskutieren.

Die WHO wird dann entscheiden, ob sie B.1.1.529 als Variante "von Interesse" oder als "besorgniserregend" einstuft. Dabei wird sie der neue Variante vermutlich auch wie bei den anderen verbreiteten Varianten mit einen Buchstaben aus dem griechischen Alphabets benennen.

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Wie ist die neue Variante entstanden?

Die große Anzahl von Mutationen in der Variante hat sich offenbar in einem einzigen Schub angehäuft, was nach Ansicht von Prof. Francois Balloux, Direktor des UCL Genetics Institute, darauf hindeute, dass sie sich während einer chronischen Infektion bei einer Person mit einem geschwächten Immunsystem, möglicherweise einem unbehandelten HIV/Aids-Patienten, entwickelt hat.

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Allein die Sorge vor einer noch gefährlichere Variante hat den Aktienmärkten einen kräftigen Schlag versetzt © Kyodo/picture alliance Allein die Sorge vor einer noch gefährlichere Variante hat den Aktienmärkten einen kräftigen Schlag versetzt

Gibt es einen Zusammenhang zur Beta-Variante aus Südafrika?

In ganz Afrika ist Südafrika am stärksten vom Coronavirus betroffen. Dort gab es bislang fast drei Millionen Coronafälle und fast 90.000 Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben.

Verantwortlich für die hohen Zahlen war die zunächst in Südafrika entdeckte Beta-Variante C.1.2., die von der WHO als besorgniserregend eingestuft wurde, weil sie sehr ansteckend ist und die Impfstoffe weniger gut gegen sie wirken.

Im Laufe der Zeit hat sich aber auch in Südafrika - wie fast überall auf der Welt - die noch aggressivere Delta-Variante ausgebreitet und die Beta-Variante weitgehend verdrängt.

Wie kann man die neue Variante eindämmen?

Virusvarianten machen nicht an irgendwelchen Landesgrenzen halt, aber die Ausbreitung lässt sich eindämmen. Da die registrierten Fälle aus Hongkong und Israel in einem direkten Zusammenhang mit dem südlichen Antrag stehen, schränken viele Länder zunächst einmal den Flugverkehr von und nach Südafrika konsequent ein. Das gilt schon jetzt für zahlreiche europäische Länder ebenso wie für einige asiatische Staaten. Weitere Länder werden folgen.

Diese Direktmaßnahme kann eine Ausbreitung der neue Variante sicherlich verzögern. Da die ersten Fälle in Botswana aber bereits Mitte November registriert wurden, ist davon auszugehen, dass diese vermutlich hochansteckende Variante bereits in andere Weltregionen getragen wurde.

Autor: Alexander Freund

WHO-Entwarnung: Neue COVID-Variante nicht besorgniserregend .
Trotz der vielen Mutationen bereitet die in Frankreich entdeckte B.1.640.2-Variante den Experten wenig Sorgen. Hinter dem falschen Alarm steckt ein zweifelhafter Mediziner aus Frankreich. © Fabrice Coffrini/AFP Provided by Deutsche Welle Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt die in Frankreich entdeckte neue Variante B.1.640.2 im Moment wenig Anlass zur Sorge. Der zuständige WHO-Mediziner Abdi Mahmud bestätigte in Genf, dass die WHO die Variante seit November beobachtet. Sie habe sich aber seitdem offenbar nicht weit verbreitet.

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