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Wissen & Technik: Neuer Omikron-Subtyp BA.2 verbreitet sich schnell

Was wir wissen zu Omikron, der neuen Virusvariante: Q&A

  Was wir wissen zu Omikron, der neuen Virusvariante: Q&A Eine neue Variante des Coronavirus wurde in Südafrika und Botswana identifiziert und hat dort für einen steilen Anstieg der Inzidenzen gesorgt. Die Variante B.1.1.529 erhielt den Namen Omikron und wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend (“variant of concern”) eingestuft. Regierungen auf der ganzen Welt haben inzwischen Einreiseverbote für Reisende aus Südafrika und benachbarten Ländern verhängt aus Furcht, dass Omikron den Impfschutz unterlaufen und zu einer neuen Welle von Erkrankungen führen und damit die Öffnung der Wirtschaft hintertreiben könnte.

Ein neuer Subtyp der Coronavirus-Variante Omikron breitet sich in Dänemark, Großbritannien, Indien, Schweden und in vielen weiterer Länder aus. Welche Auswirkungen die Mutationen im Genom genau haben, ist noch unklar.

Seit Januar wurde der Omikron-Subtyp BA.2 in mehr als vierzig Ländern nachgewiesen. © CHROMORANGE/picture alliance Seit Januar wurde der Omikron-Subtyp BA.2 in mehr als vierzig Ländern nachgewiesen.

Bereits von der ersten Omikron-Variante BA.1 wissen wir, dass sie im Vergleich zu den früheren Coronavirus-Varianten deutlich ansteckender ist. Nun kommt der Subtyp BA.2 hinzu. Mit ihm haben sich in den ersten zehn Januartagen in Großbritannien mindestens 400 Menschen infiziert. Und er wurde bereits in mehr als vierzig Ländern weltweit nachgewiesen.

Omikron-Variante versetzt die Welt in Alarmzustand

  Omikron-Variante versetzt die Welt in Alarmzustand Die neu entdeckte Omikron-Variante des Coronavirus versetzt die Welt in Alarmzustand. Immer mehr Länder meldeten am Montag Infektionsfälle mit dem neuen Erreger, die G7-Staaten forderten "dringende Maßnahmen" gegen die Verbreitung der Virusvariante. Die Vereinten Nationen kritisierten allerdings die Reisebeschränkungen vieler Länder für das südliche Afrika, wo Omikron als erstes identifiziert worden war. US-Präsident Joe Biden warnte davor, in Panik zu verfallen. © MANDEL NGAN Omikron sei "ein Grund zur Besorgnis, aber kein Grund zur Panik", sagte US-Präsident Biden.

Die meisten Nachweise in Dänemark

Das PANGO-Verzeichnis der Coronavirenlistet Dänemark dabei als am stärksten betroffenes Gebiet auf, mit 79% der bisher nachgewiesenen Fälle.

Erst danach folgen Großbritannien (6%), Indien (5%), Schweden (2%) und Singapur (2%). Allerdings ist dazu anzumerken, dass die Detektion des Subtyps von der Fähigkeit der einzelnen Gesundheitssysteme abhängt, PCR-Tests zu sequenzieren.

Noch Unklarheit über Gefährlichkeit von Omikron BA.2

Die rasante Verbreitung des neuen Subtyps deutet darauf hin, dass er noch ansteckender sein könnte als die erste Omikron-Variante. Die britische Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) hat BA.2 als "Variante unter Beobachtung" eingeordnet.

"Es liegt in der Natur von Viren, sich zu vermehren und dabei zu mutieren", sagte Meera Chand, Incident-Director bei der UKHSA. "Insofern ist zu erwarten, dass wir auch weiterhin neue Varianten bekommen werden, solange die Pandemie anhält."

Weil die Gesundheitsbehörden immerzu auch das Erbgut der Viren stichprobenartig untersuchen, sei es möglich, diese schnell zu identifizieren und zu bewerten, ob die Mutationen gefährlich sind.

Für den Subtyp BA.2 sei diese Analyse aber noch im Gange. "Es gibt noch keine ausreichenden Beweise, um zu sagen, ob BA.2 schwerere Krankheitsverläufe verursacht als BA.1," sagte Chand.

Impfen bleibt angesichts neuer Mutationen wichtig

Der britische Gesundheitsminister Sajid Javid ergänzte, dass das Entstehen der neuen Variante zeige, wie wichtig das Impfen auch weiterhin ist: "Ich ermutige [alle], sich und die Nächsten zu schützen und jetzt eine Booster-Impfung zu bekommen."

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Der französische Epidemiologe Antoine Flahault sagte gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP: "Was uns überrascht hat ist die Schnelligkeit, mit der diese Untervariante, die in Asien in großem Umfang zirkuliert, sich in Dänemark ausgebreitet hat."

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Indes verliefen Infektionen mit dem Subtyp BA.2 bisher nicht schwerer als bei Subtyp BA.1. Auch der französische Gesundheitsminister Olivier Véran sieht BA.2 noch entspannt: "Was wir im Moment wissen ist, dass BA.2 mehr oder weniger den Eigenschaften entspricht, die wir von Omikron kennen," sagte er gegenüber AFP.

Droht uns eine Rekombination von Delta mit Omikron?

Der Deutsche Virologe Christian Drosten vom Berliner Universitätsklinikum Charité betonte unterdessen in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk, dass sich durch die Verbindung einer der beiden Omikron-Varianten mit Delta allerdings auch noch ein gefährlicheres Virus entwickeln könnte. Omikron hat nämlich bestimmte Mutationen am Oberflächenprotein, dem sogenannten Spike-Protein, mit dem es die Immunabwehr des Körpers leichter umgehen kann.

Besonders gefährlich könne diese Eigenschaft durch eine Rekombination werden, welche "das Spike-Protein des Omikron Virus trägt, um weiterhin diesen Immunvorteil zu genießen, aber den Rest des Genoms des Delta-Virus hat," sagte Drosten.

So könnten die stärksten Eigenschaften beider Varianten zusammenkommen: "So etwas gibt es, das ist schon beschrieben worden, das muss man im Moment befürchten, dass so etwas passieren könnte," warnte Drosten.

Erst vor kurzem hatte ein Forscher auf Zypern über eine neue Corona-Variante berichtet, die eine Rekombination beider Virus-Varianten sein könnte. Es könnte sich bei dem Fund von "Deltakron" allerdings auch um einen Messfehler gehandelt haben.

Autor: Fabian Schmidt

Daten aus Dänemark: Omikron-Subtyp BA.2 ist noch mal mehr als 1,5-mal ansteckender .
Es gebe aber bislang keine Beweise dafür, dass BA.2 schwerer verlaufe, beruhigt der dänische Gesundheitsminister.Die beunruhigenden Zahlen veröffentlichte das dänische Gesundheitsinstitut SSI am Mittwoch. „Vorläufige Berechnungen deuten darauf hin, dass BA.2 effektiv über anderthalb Mal so ansteckend ist wie BA.1“, teilte das SSI mit.

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