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Wissen & Technik: Shenzhen - Geschichte, Wirtschaft, Politik der chinesischen Tech-Metropole

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Shenzhen © IMAGO / View Stock Shenzhen

Shenzhen - Geschichte, Wirtschaft, Politik der chinesischen Tech-Metropole

Bei Shenzhen handelt es sich um eine Sonderwirtschaftszone der Volksrepublik China. Die Stadt wurde speziell dafür errichtet, die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Der Plan ging auf: Shenzhen übertraf alle Erwartungen.

Shenzhen – Bei der Unterprovinzstadt in Guangdong handelt es sich um eine chinesische Sonderwirtschaftszone, die sowohl für ausländische Investoren als auch für die Volksrepublik China eine hohe Bedeutung hat. Seit 2008 ist die rasant wachsende Metropole als UNESCO City of Design Teil des Creative Cities Network.

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Shenzhen in China: Infos zur Geografie

Shenzhen befindet sich im Süden der Provinz Guangdong am Perlfluss. Dort grenzt die Stadt an die Sonderverwaltungszone Hongkong. Von ihr trennen Shenzhen die beiden Flüsse Sham-Chun und Sha-Tau-Kok. Etwa 100 Kilometer nordwestlich liegt die Provinzhauptstadt Guangzhou. 60 Kilometer nördlich findet sich die Industriestadt Dongguan. Ebenfalls rund 60 bis 65 Kilometer von Shenzhen entfernt liegen Zhuhai sowie Macau.

Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von insgesamt 1.991 Quadratkilometern. Es herrscht ein subtropisches Meeresklima vor. Im Frühjahr sowie im Herbst treten häufig Taifune – tropische Wirbelstürme – auf.

Shenzhen in China: Geschichte der Stadt

Erstmals erwähnt wurde Shenzhen 1410 während der Ming-Dynastie. Damals war die ganze Region noch vom Perlfluss und weiteren Bachläufen geprägt. Auf dem fruchtbaren Ackerland bauten die Bewohner der Gegend überwiegend Reis an. Das Flussdelta ermöglichte eine einfache Entwässerung der Reisfelder vor der Ernte. Von diesen Entwässerungsgräben hat die Stadt ihren heutigen Namen: Sie wurden als „zhen“ bezeichnet. „Shen“ wiederum heißt übersetzt „tief“. Damit bedeutet Shenzhen so viel wie „tiefe Entwässerungsgräben“.

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Zu damaligen Zeiten lag auf dem Gebiet ein Landkreis namens Bao’an. Den wichtigsten Ort des Kreises bildete ein Fischerstädtchen mit Namen Shenzhen. Um von den positiven wirtschaftlichen Entwicklungen in der damals noch britischen Kolonie Hongkong zu profitieren, beschloss die chinesische Regierung zusammen mit Vertretern der Provinz Guangdong, dass Bao’an fortan zur Stadt Shenzhen werden sollte. 1980 wurde Shenzhen zur ersten Sonderwirtschaftszone Chinas erklärt. Das hatte tiefgreifende Landschaftsveränderungen zur Folge. Das ehemals hügelige Fischerdorf wurde eingeebnet und etwas angehoben. Inzwischen sind nur noch Lotus Hill, Mount Bijia und Mount Wutong als Erhöhungen der Stadt zu erkennen. Aufgrund des anhaltenden Baubooms wird noch immer Land eingeebnet. Zudem werden an vielen Buchten Polderflächen angelegt, um noch mehr nutzbares Land aus dem Meer zu gewinnen.

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Shenzhen in China: Der Weg zum Wirtschaftszentrum

Die chinesische Regierung wollte die günstige Lage Shenzhens dazu nutzen, um eine wirtschaftliche Öffnung der bislang abgeschotteten Wirtschaft der Volksrepublik herbeizuführen und damit zu experimentieren. Ausländische Firmen konnten in Shenzhen investieren und lokalen Unternehmen war es nun gestattet, mit dem Ausland Geschäfte zu machen. Das Konzept war ein voller Erfolg. Zunächst errichteten mehrere Firmen aus Hongkong und Taiwan ihre Fabriken in Shenzhen, um für den Export zu produzieren. Es folgten weitere namhafte chinesische Hightech-Unternehmen wie der Telekommunikationsausrüster Huawei. Der lokale Wirtschaftsboom übertraf jegliche Erwartungen Chinas. Die Region florierte und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Wirtschaftszentren mit Sonderbestimmungen in China. 2009 hatte die Zone bereits die ursprünglich geplante Größe deutlich überschritten. 2010 wurde sie abermals erweitert.

Über viele Jahre hinweg galt Shenzhen als Anziehungspunkt für junge Wanderarbeiter aus ländlichen Regionen. Das Geld, das sie in den Leichtindustrie-Fabriken verdienten, sparten sie oder schickten es nach Hause zu ihren Familien. Dann begannen die Migranten aufgrund der langen Arbeitszeiten und schlechten Arbeitsbedingungen fernzubleiben, woraufhin die Arbeiter allgemein knapp wurden. Daraufhin erließ die Stadt Regeln, um beispielsweise Überstunden zu reduzieren. Auch liegt der lokale Mindestlohn heute höher als anderswo im Land.

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Shenzhen in China: Wirtschaftliche Lage heute

Aktuell ist Shenzhen die viertgrößte – und jüngste – Metropole der Volksrepublik China. Sie verzeichnet neben Hongkong und Macau das höchste Pro-Kopf-Einkommen, was gleichzeitig mit sehr hohen Immobilienpreisen einhergeht. Shenzhen gehört außerdem zu den weltweit am schnellsten wachsenden Städten. Die erfolgreichsten chinesischen Elektronik-, Telekommunikations- und Hightech-Unternehmen haben ihren Sitz dort. Dazu zählen unter anderem:

  • ZTE
  • Huawei
  • BYD
  • Hasee
  • Skyworth
  • Xunlei
  • Dingoo

Daneben sind in Shenzhen zahlreiche ausländische Firmen angesiedelt. Ein Beispiel ist das weltgrößte IT-Unternehmen Foxconn, das im Stadtbezirk Longhua in der sogenannten iPod City iPods für Apple sowie Bauteile für Nintendo, Sony und Hewlett-Packard herstellt.

Nach der Shanghai-Börse stellt die Börse Shenzhen die zweitgrößte Börse auf dem chinesischen Festland dar. Auf der Rangliste der wichtigsten Finanzzentren der Welt belegt Shenzhen Stand 2018 den 18. Platz.

Anfang 2020 gab es in ganz Shenzhen 238 Wolkenkratzer mit einer durchschnittlichen strukturellen Höhe von über 150 Metern. Im weltweiten Vergleich stand Shenzhen damit auf Platz zwei der Städte mit den meisten Wolkenkratzern. Derzeit sind weitere 56 Stück in Bau.

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Shenzhen in China: Infrastruktur, Hafen und Flughafen

Shenzhen verfügt über einen bedeutenden Containerhafen: Der Yantian ist der viertgrößte der Welt. Als Eigentümer fungiert die Shenzhen Yantian Port Group. Der Hafen verfügt über 16 Liegeplätze sowie ein Zolllager von 96 Hektar. Er schließt verkehrstechnisch an die Autobahn Changchun-Shenzhen, den Yanaba Expressway und die S30 Huishen Coastal Expressway an. 90 Prozent der Elektronik-Exporte aus der Volksrepublik China gehen über den Hafen von Yantian.

Shenzhens Flughafen, der Shenzhen Bao‘an International Airport, liegt im ehemaligen Gebiet von Bao‘an. Bei ihm handelt es sich um den viertgrößten Flughafen von Festlandchina. Noch größer sind Peking, Shanghai und Guangzhou. Jährlich gehen von hier etwa 151.000 Flüge aus. An Luftfracht werden zusätzlich mehr als 500.000 Tonnen pro Jahr verschickt. Eröffnet wurde der Flughafen am 12. Oktober 1991. Das Gelände nimmt eine Fläche von 10,8 Quadratkilometern ein. Das Besondere am Shenzhen Bao‘an International Airport ist seine Lage am Perlflussdelta. Dadurch vereint er Luft-, Schiffs- und Landtransport und dient als Drehkreuz von Shenzhen Airlines.

Über das Stadtgebiet verteilen sich zudem fünf große Fernbahnhöfe. Sie vernetzen Shenzhen mit vielen weiteren Provinzen und Städten in Inland-China. Die Strecke, die von Shenzhen zur Provinzhauptstadt Guangzhou verläuft, war die allererste Hochgeschwindigkeits-Bahntrasse in China.

Shenzhen in China: Politik und Administratives

Shenzhen hat den Status einer Unterprovinzstadt. Damit kommt der Stadt ein Sonderstatus zu. Ihr Oberbürgermeister bekleidet den Rang eines Vize-Gouverneurs einer Provinz. Außerdem hat die Stadt ein wesentlich höheres Maß an Verantwortlichkeiten, Rechten und Kompetenzen in den Bereichen Justiz und Ökonomie.

Shenzhen setzt sich aus zehn Stadtbezirken zusammen. Vier davon wurden erst später gegründet und werden deshalb „funktionale Stadtbezirke“ beziehungsweise „neue Stadtbezirke“ genannt. Die anderen sechs genießen den Status als Verwaltungsgliederungen ersten Grades. Das heißt, sie verfügen über beide Parlamentskammern – einen Volkskongress und eine Konsultativkonferenz – sowie über eine eigene Volksregierung. Diese wählt der Volkskongress des jeweiligen Stadtbezirks. Die neuen Stadtbezirke sind hingegen Verwaltungsgliederungen zweiten Grades. Sie haben keine eigenen Konsultativkonferenzen, Volkskongresse oder Volksregierungen. Ihre Verwaltung bestimmt die Stadt Shenzhen direkt.

Shenzhen in China: Einwohner

Von 1950 bis 2017 stieg die Zahl der Einwohner in Shenzhen von circa 3.000 auf über elf Millionen. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen war Shenzhen im Zeitraum von 1980 bis 2010 die am schnellsten wachsende Stadt in der Geschichte der Menschheit. Bei der Volkszählung im Jahr 2020 zählte die chinesische Stadt über 17 Millionen Einwohner. Im gesamten Gebiet des Perlflussdelta-Ballungsraums leben insgesamt mehr als 45 Millionen Menschen.

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